Burg l Mindestens genauso wichtig wie die Zwei links neben dem Doppelpunkt, war BBC-Trainer Marcel Probst die Ziffer rechts neben dem Doppelpunkt. Dass die Null bis zum Schluss Bestand hatte, war so etwas wie Balsam für die Burger Seele. Vor einer Woche trennten sich die Turmstädter zum Unverständnis aller Beobachter 4:4 vom VfB Ottersleben. Dieses Mal stimmte die Abstimmung im Defensivgefüge weitestgehend, individuelle Fehler hielten sich in Grenzen. „Wir spielen nicht so oft zu Null. In dieser Partie war es wichtig, dass das geklappt hat“, meinte Probst.

Die Verbesserungen der Abwehr konnte der Trainer allerdings längst nicht auf alle anderen Positionen projizieren. Entgegen des positiven Gesamteindrucks über das 2:0, verlief die erste Halbzeit aus BBC-Sicht mehr als bescheiden. In der Vorwärtsbewegung fiel den Gastgebern wenig bis gar nichts ein, was unter anderem am spielstarken Auftreten der Gäste lag, die weitestgehend das Mittelfeld dominierten. Im richtigen Moment wurden die Bemühungen des BBC durch gutes Positionsspiel unterbunden. Stürmer Jack Schubert war sichtlich erzürnt darüber, dass ihm zu wenige Zuspiele erreichten. Wenn überhaupt, dann erhöhte sich der Zug zum FCE-Tor über die rechte Seite, wo Wesley Hähre sein Glück mit einigen Hereingaben versuchte. Diese ließen allerdings nicht darüber hinwegsehen, dass sich die Gäste viel zu einfach durch die Burger Reihen spielten. Ein gefährlicher Befreiungsschlag der Wernigeroder Abwehrreihe landete vor die Füße des Gäste-Stürmers - Torhüter Dominic Schumann rettete in letzter Not per Pressschlag. Im Gegenzug touchierte Carsten Madaus Kopfball das gegnerische Tornetz hinter der Querlatte - die bis dahin gefährlichste Chance der Burger.

Dass das lauwarme Engagement des BBC im ersten Durchgang nicht zum Sieg reichen würde, wusste Trainer Probst. Dementsprechend laut war seine Halbzeitansprache. „Mein Team hatte zu diesem Zeitpunkt die falsche Einstellung und insgesamt zu viel Respekt vor denen, die bei Wernigerode vielleicht etwas mehr Erfahrung vorweisen haben. In Hälfte zwei wurde vieles besser.“

Dreierkette spielt BBC in die Karten

Burg kam nun besser in die Zweikämpfe und somit auch ins Spiel. Nach einer knappen Stunde übernahm Schubert die Verantwortung und marschierte zum Elfmeterpunkt. Zur Erinnerung: In Ottersleben scheiterte der sonst so sichere Andreas Lenz. Schubert machte seine Sache gut und erzielte das erlösende 1:0. Wernigerode stellte auf Dreierkette um und trieb das Offensivspiel weiter an. „Die taktische Umstellung hat uns besonders in Kontersituationen in die Karten gespielt.“ Aus einem solchen Konter entstand auch das 2:0 von Carsten Madaus, der vor dem Gäste-Tor freigespielt wurde und einnetzte.

Burg versuchte das Ergebnis weitestgehend zu verwalten. „Wir hatten dann noch ein paar Gelegenheiten, die wir hätten verwandeln müssen. Mit etwas Pech fällt das 1:2 und dann wäre alles möglich gewesen“, kritisierte der Trainer die schlechte Chancenverwertung.

In einer Woche wird es für den BBC minder wichtig. Dann geht es zum punktgleichen (24) Aufsteiger SSV Havelwinkel Warnau.

Burg: Schumann – Rißling (46., Friedrich), Fischer, Lenz, Schmidt (90., Rodriguez), Hähre, Schock (81., Musah), Ch. Madaus, C. Madaus, Saager, Schubert

Wernigerode: Helmstedt – Günther, Fiege (63., Binsker), Wersig, Braitmeier, Wipperling, Rogacki (73., Leventyüz), Feldmer, Stosch, Harenberg (73., Blecker), Schmidt

Tore: 1:0 Jack Schubert (FE, 57.), 2:0 Carsten Madaus (68.); SR: Thomas Thrun (Thalheim), Tim Gräbitz, Jens Abel; ZS: 95