Genthin/Niegripp l Die Restzweifel sind verschwindend gering. Wenn die SG Blau-Weiß Niegripp am letzten Spieltag der Fußball-Landesklasse II nicht noch ihr Polster von 24 Treffern verspielt, hat sie den Aufstieg realisiert. Nach dem Abpfiff des Derbys vom Sonnabend zeigte sich jedoch: Moralischer Sieger beim 1:1 (1:1)-Unentschieden war der gastgebende FSV Borussia Genthin.

Remis für FSV wie ein Sieg

Soweit es die gezeichneten Gesichter zuließen, wurde gelächelt. Die Arme schmerzten zwar wie der Rest des Körpers nach 90 Minuten fußballerischem Abnutzungskampf bei sommerlicher Hitze, aber die „Laola“ mit den Fans ließ sich die Mannschaft nicht nehmen. Dann verabschiedeten sich die Spieler in die Kabine. Wer nun am späten Samstagnachmittag ob der Nachricht „Niegripp schafft den Sprung in die Landesliga“ schnell nach dem Abpfiff auf den Sportplatz an der Berliner Chaussee geeilt war, hätte einen Trikottausch vermuten müssen. Denn hier feierte gerade nicht der designierte Staffelsieger der Landesklasse II. Es war der gastgebende FSV Borussia Genthin, der zufrieden auf das 1:1 (1:1)-Unentschieden zurückblickte.

Nachdem sich die SG Blau-Weiß am Pfingstmontag gegen den TuS Magdeburg-Neustadt rund fünf Minuten lang am Ziel wähnte, ebenso schnell aber Ernüchterung einkehrte, verzichtete sie am Sonnabend auf großen Jubel. „Meister verabschieden sich mit einem Sieg“, rechtfertigte Trainer René Sandmann ausbleibende Sektduschen. Und zu 100 Prozent sicher ist der Aufstieg auch noch nicht, da der Verfolger vom SV Arminia Magdeburg die Nie- gripper noch abfangen könnte, wenn er am letzten Spieltag die Hypothek eines um 24 Treffer schlechteren Torverhältnisses tilgt und auch die Sandmann-Elf in ihrem Heimspiel gegen den SSV Besiegdas patzt. Dass es nach menschlichem Ermessen nicht dazu kommen wird, steht auf einem anderen Blatt.

Ob im Fall eines Sieges am Sonnabend plötzlich blau-weiße Meister-T-Shirts aufgetaucht wären, blieb Spekulation. Fakt war hingegen, dass die Gäste nur in der Anfangsviertelstunde den Anschein machten, auch letzte Restzweifel beiseite zu wischen. Der stürmische Beginn blieb jedoch ohne zählbaren Erfolg und flachte recht schnell wieder ab. „Im Kopf waren einige doch blockiert. Dann sieht es eben so aus, als hätten wir Blei an den Füßen.“ Ein zu spät getimtes Einsteigen wurde dann auch nach 27 Minuten mit einem Foulelfmeter für den FSV bestraft, den Maximilian Reinshagen zur 1:0-Führung verwandelte.

Keine Treffer aus dem Spiel heraus

Für das vorweggenommene Ende des zweiten Duells beider Teams binnen zehn Tagen sorgte auf der Gegenseite ebenfalls ein Foulstrafstoß. André Wittpahl trat an und glich zwei Minuten vor der Pause aus.

Im zweiten Abschnitt besaßen Thomas Gronwald (65.) für die Gastgeber und Marco Westhause (76.) für die SG Blau-Weiß noch jeweils eine Gelegenheit, doch trotz der größeren Spielanteile für die SG hatte das Spiel keinen Sieger verdient. Stattdessen erhielt sich die Borussia die Chance auf den Klassenerhalt, für den auch in Niegripp die Daumen gedrückt werden: „Ich würde es den Genthinern wünschen. Es wäre schade, wenn der Verein der Landesklasse nicht erhalten bliebe.“

Genthin: Preuß – Schache, Volkholz, Rähse, Reinshagen, Harendt, Wende (81. Meyer), Dake, Zander, Muschert (46. Thiede), Gronwald

Niegripp: Krüger – H. Schäfer, Zeuch, Plünnecke, Müller, Räcke, M. Lindenblatt, Kramer (76. Blum), Wittpahl, Westhause, D. Lindenblatt (72. Mlynek)

Tore: 1:0 Maximilian Reinshagen (27., FE), 1:1 André Wittpahl (43., FE); SR: Kevin Schulz (Tangermünde), Markus Köhne, Mike Heinrich; ZS: 115