Heyrothsberge l So richtig weg gewesen ist Stefan Groth eigentlich nie. „Er hat immer noch ab und zu beim Training vorbei geschaut“, offenbarte Torsten Marks. Und da nun auch die Spielgenehmigung vorliegt, besteht kein Grund für irgendwelche Versteckspiele. Nach zwei Jahren im fußballerischen „Vorruhestand“ kehrt Groth zum SV Union Heyrothsberge in die Landesliga Nord zurück. Inzwischen 36-jährig, immer noch wieselflink und seit dem vergangenen Sonnabend nun auch höchst offiziell. Nach dem Testspiel gegen den SSV Besiegdas Magdeburg musste dann auch Trainer Marks mit der Freude über das Comeback nicht hinter dem Berg halten: „Sensationell, dass er uns in der neuen Saison wieder helfen kann.“ Wie das funktionieren soll, hat ebenfalls der Sonnabend gezeigt, als der frühere Kapitän, der zuletzt für die Altherren des PSV Magdeburg aktiv war, den Treffer zum 5:1 (2:0)-Endstand gegen das Landesklasse-Team besorgte.

Ungeachtet des klaren Endergebnisses hatte sich der fünfte Gegner in der laufenden Vorbereitung als der erhoffte Prüfstein erwiesen. Zwar sorgte Daniel Stridde mit dem frühen 1:0 nach elf Minuten für einen guten Start, „aber bis zur Pause hat uns Besiegdas voll gefordert. Da haben die Jungs anfangs auch einsehen müssen, dass es nicht so leicht wird“, schätzte Marks ein.

Klassenunterschied wird deutlich

Nach den beiden halbzeitübergreifenden Treffern von Eric Horn (38., 48.) und spätestens mit dem 4:0 durch Neuzugang Domenic Rüdiger (59.) war der Widerstand allerdings gebrochen. So entwickelte sich ein Test im eigentlichen und aus Union-Sicht idealen Sinn: „Ein gelungener Auftritt, bei dem der Klassenunterschied klar erkennbar war. Von dem, was wir uns vorgenommen haben, konnten wir über die gesamte Strecke sicher 80 Prozent umsetzen. Dass in der Schlussphase der ein oder andere Fehler passiert, war normal. Das Tempo war hoch, die Temperaturen heiß, da kommt so etwas vor.“ Der Ehrentreffer nach einem Foulelfmeter (69.) war also zu verschmerzen.

Knapp zwei Wochen vor dem Start in die Pflichtspiele haben die Unioner also offenbar die physische Talsohle der ersten Vorbereitungshälfte durchschritten. Ein bisschen besser müssen die Abläufe im Spiel dann aber schon funktionieren, wenn am Sonnabend, 18. August, der Ernstfall in der ersten Runde des Landespokals ansteht. „Wir freuen uns auf die Aufgabe gegen Reppichau, ein für uns noch unbekanntes Spitzenteam aus der Süd-Staffel“, so Marks. Gleichwohl verläuft die Trennung von Vorbereitung zu Pflichtprogramm durch die Auswärtspartie im benachbarten Anhalt-Bitterfeld nicht abrupt. „Dieses Spiel sehen wir auch noch einmal als letzten Herz- und Nierentest für den Ligastart am darauffolgenden Wochenende.“
Heyrothsberge: Biegelmeier – Krümling, Gieseler, Peukert, Thormeier, Horn, C. Kloska, Rieche, Völckel, Tandel, Stridde (Klinkau, Freiknecht, Groth, Rüdiger)
Besiegdas: Fischer – Lipka, Bruns, Ratzel, Neudeck, Busch, Baumert, Rasche, Sperling, Zappe, Meisner (Dirks, Schleusner, Nodewald, Räcke, Fricke, Neßler)
Tore: 1:0 Daniel Stridde (11.), 2:0, 3:0 Eric Horn (38., 48.), 4:0 Domenic Rüdiger (59.), 4:1 Franz Xaver Meisner (69., FE), 5:1 Stefan Groth (79.); SR: Tobias Janke (Magdeburg), Florian Hösel, Frank-Detlef Stietzel