Heyrothsberge l Die Weihnachtsfeier beim SV Union Heyrothsberge trug in diesem Jahr das Prädikat „familienfreundlich“. Am Sonnabend hatte sich der Fußball-Landesligist Tür an Tür zu einem Indoorspielplatz in Schönebeck eingemietet. So kamen nicht nur die Sprösslinge der wachsenden Zahl junger Familienväter in Reihen der Unioner auf ihre Kosten. Auch mancher Spieler dürfte zwischen Klettergerüst und Bällebad den eigenen Spieltrieb ausgelebt haben. Kindliche Freude herrschte ohnehin schon seit dem Nachmittag. Da war Heyrothsberge wie eine an Starkstrom angeschlossene Modelleisenbahn über den FC Einheit Wernigerode hinweggerauscht. Und beim 4:0 (1:0)-Heimsieg ging noch mehr, wie Trainer André Hoof durchblicken ließ: „Perfekt wird es nie sein. Dazu hätten wir alle Chancen nutzen müssen, aber auch das war okay. Wir sind hoch zufrieden mit diesem verdienten Sieg. Es spiegelt auch unsere Mentalität ganz gut wider, dass wir bis auf ein, zwei Chancen des Gegners kaum etwas zugelassen haben.“

Auf der Gegenseite hob der SVU die mit bis dato elf Gegentreffern stabilste Abwehr der Liga bereits nach sieben Minuten ein erstes Mal aus den Angeln. Nach mustergültigem Pass in die Tiefe von Stefan Groth besorgte Daniel Stridde die 1:0-Führung. Pech, dass Sturmpartner Domenic Rüdiger zehn Minuten später bei der größten Chance im ersten Abschnitt die Krönung in Form des zweiten Treffers verwehrt blieb. Dennoch traten die Gastgeber weiterhin ohne viel Respekt auf. Nur, dass sie sich im Gegensatz zu den 1:2-Niederlagen gegen die anderen beiden Meisterschaftsfavoriten aus Staßfurt und vom MSC Preussen diesmal auch für ihr couragiertes Spiel belohnten.

Belohnung nach der Pause

Wiederum nur fünf Minuten nach Wiederbeginn wurde Stridde von Tim Rieche in den Rücken der FCE-Abwehr geschickt und schon stand es 2:0. Momente später brachte Kapitän Marcel Gieseler einen Freistoß zentimetergenau bei Eric Horn an. Unions Außenverteidiger nickte mit einem seiner höchst seltenen Kopfballtreffer zum 3:0 ein.

Nachdem Groth im Eins-gegen-Eins-Duell mit Wernigerodes Keeper Robert Schmidt gescheitert war (71.), sorgte schließlich der kurz zuvor eingewechselte Gino Tandel für die endgültige Entscheidung. Nach langem Ball von Karsten Völckel herrschte Uneinigkeit zwischen Schmidt und seinen Innenverteidigern. Tandel ließ sich die Chance aufs Jokertor nicht entgehen und erzielte den 4:0-Endstand (72.). Nicht nur in dieser Szene erinnerte die Defensive der Gäste in ihrer Orientierungslosigkeit an den ausgebüxten Hund, der Mitte der zweiten Hälfte über den Heyrothsberger Sportplatz geflitzt war. Doch während der Vierbeiner kurz vor dem Abpfiff schwanzwedelnd an sein Frauchen übergeben werden konnte, schlich Einheit mit hängenden Köpfen vom Platz. Bei den Unionern standen die Zeichen dagegen verständlicherweise auf Party, auch wenn die Girlanden in den kommenden Tagen wieder abgenommen werden: „Wir haben am Sonnabend und Sonntag gefeiert, aber spätestens ab Dienstag richtet sich der Blick wieder auf Bernburg. Das wird ein ganz anderes Spiel“, meinte Hoof in Bezug auf den vorgezogenen Rückrundenauftakt in einer Woche.
Heyrothsberge: Biegelmeier – Gieseler, Peukert, Horn, Fischer, Bach, Rüdiger (71. Tandel), Völckel, Rieche, Groth (75. Spengler), Stridde (81. Thormeier)
Tore: 1:0, 2:0 Daniel Stridde (7., 51.), 3:0 Eric Horn (53.), 4:0 Gino Tandel (72.); SR: Amin Hamidi (Stendal), Felix Lewanscheck, Julien Stolze; ZS: 40