Schönebeck/Burg l Statistiken helfen, um Fußballspiele auch für Nicht-Augenzeugen erlebbar zu machen. Sie eignen sich wunderbar, um Spielern nach einer Partie ihr Zeugnis zu schreiben. Und doch lässt sich vieles nicht in Ziffern und Prozenten darstellen, auch wenn wie im Fall von Sascha Krüger am Freitagabend gleichzeitig die Zahlen als Bestätigung dienten. „Ein überragend aufgelegter Torhüter“ verhalf Landesliga-Aufsteiger Burger BC 08 da nämlich in den Worten von Trainer Michael Hucke zum zweiten Sieg im zweiten Saisonspiel. Eine knappe Handvoll glasklarer und entschärfter Möglichkeiten zählten die Statistiker. Und angesichts des 2:0 (2:0)-Erfolgs bei Union Schönebeck lag Krügers Fangquote bei 100 Prozent.

Das war jedoch nicht der einzige Grund, warum auch Schönebecks Coach Thomas Sauer anerkennend feststellte: „Es ist am Ende eine Qualitätsfrage. Sascha war in vielen Momenten individuell besser als unsere Stürmer.“ So verzeichnete er im Gegensatz zu ihnen dann auch eine jener höchst seltenen Torbeteiligungen eines Keepers – eben weil viele seine Art zu spielen selbst für die Landesliga als überqualifiziert ansehen. Nach einem Union-Eckball sah Krüger auf der rechten Außenbahn Christopher Schmidt in Position laufen und brachte den Abwurf punktgenau bei seinem Stürmer an. Schmidt legte den Ball auf Franz Zimmer zurück, der den Passgeber wiederum auf die Reise vors Tor schickte. Momente später hieß es 1:0 für die Gäste (4.), deren Trainer zufrieden feststellte: „Dieser Treffer folgt einem jener Muster, die wir uns vor einem Spiel zurechtlegen und sie natürlich auch auf dem Platz sehen wollen.“

Eine Gala vom "Mittelfeldmotor"

Und auch Vorlagengeber Zimmer bot am Freitag eine weitere Gala-Vorstellung. Nach 23 Minuten brachte er einen Freistoß auf Höhe der Eckfahne exakt bei Erik Teege an, der zum 2:0 einnickte. „Auch abgesehen von seinen Torbeteiligungen war Franz überall zu finden. Er hat die Bezeichnung ‚Mittelfeldmotor‘ perfekt ausgefüllt“, lobte sein Trainer, der allerdings auch sah, wie seine Mannschaft etwa zehn Minuten vor der Pause begann, die Zügel schleifen zu lassen.

So verwunderte es dann nicht, dass die Schönebecker ihren Gästen in der zweiten Hälfte auf den Statistikzetteln zu Leibe rückten. Verbuchte der BBC nach der Pause nur noch zwei gute Gelegenheiten, stellten sich Georg Polczyk, Paul Schiefer und mehrfach Marcus Bolze im Burger Strafraum vor, scheiterten aber entweder an fehlender Genauigkeit oder Krügers Reflexen. „Wir haben uns nach der Pause schwer getan. Doch glücklich war an diesem Sieg maximal die Tatsache, dass wir ‚zu Null‘ gespielt haben“, stellte Hucke klar.

Reichen also ein Torhüter, ein „Sechser“ im zentralen defensiven Mittelfeld und zwei treffsichere Stürmer aus, um sich nach dem Aufstieg weiter durch die neue Liga zu siegen? Nein, denn dafür brauchte es in den Worten des Trainers nämlich auch „eine gute Mannschaftsleistung“. Auch, wenn sich wie am Freitag der Beitrag jedes Einzelnen dazu nicht immer in Zahlen messen ließ.
Schönebeck: Pingel – Klepel (73. Schliemann), Weidemeier (73. Weidemeier), Michaelis, Drewes, Schiefer, Dehnecke (66. Schäfer), Polczyk, Rhode, Nordmann, Bolze
Burg: Krüger – Gase, Schäfer (82. Lattki), Lichtenberg, Ca. Madaus, Wehrmann, Zimmer, Westhause, Probst (90. Ulrich), Teege (64. Schlüter), Schmidt (69. Thiede)
Tore: 0:1 Christopher Schmidt (4.), 0:2 Erik Teege (23.); SR: Tobias Janke (Magdeburg), Dustin Leske, Marvin Marmulla; ZS: 192