Magdeburg/Heyrothsberge l Sebastian Wiedon wird es verschmerzen können, dass sein Landesliga-Debüt vorerst noch warten musste. Denn auch im angestammten Wirkungsbereich, der Coaching-Zone des SV Union Heyrothsberge, war der Samstagabend ein schöner. Der Mann für die großen und kleinen Wehwehchen musste eben nur als Beispiel herhalten, das zeigte, wie perfekt in der zweiten Halbzeit der Partie gegen den FC Einheit Wernigerode ein Rädchen ins andere gegriffen hat: „Ich hätte auch unseren Physiotherapeuten einwechseln können, der hätte sich genauso rein gehauen und wäre gerannt“, erklärte Trainer Torsten Marks.

Sie sind am Sonnabend alle füreinander gelaufen beim SV Union, haben gekämpft und hatten durchschlagenden Erfolg, wie der 4:1-Sieg gegen die Harzer unstrittig belegte. Und zurück blieb ein Trainer, der mächtig angetan war von der Leistung seiner Schützlinge: „Man soll ja mit Superlativen vorsichtig sein, aber in der zweiten Hälfte haben wir eine richtige Fackel abgebrannt. Und wenn sich das dann vom Spielfeld auf die Zuschauer und die Trainerbank überträgt, gehen die Emotionen da draußen an der Seitenlinie mit einem auch mal Gassi.“

Rückschlag nach 25 Minuten

Seinen Ursprung hatte das Feuerwerk der Sinneseindrücke allerdings in einer eher unterkühlten ersten Hälfte. Da nämlich lief alles wie erwartet ab. Wernigerode hatte das Plus an Ballbesitz und die Gastgeber waren eher darauf bedacht, durch geschicktes Verschieben Schaden vom eigenen Tor abzuhalten. „Tatsächlich ist uns das gut gelungen. Wir haben den Gegner in einer Zone spielen lassen, wo es für uns nicht gefährlich war.“ Doch mit einem langen Ball erwischten die Gäste nach 24 Minuten ihren Kontrahenten im Tiefschlaf. FCE-Torjäger Nick Schmidt bedankte sich artig mit der 1:0-Führung. „Danach war das Selbstvertrauen weg. Wir hatten zwar unsere Chancen, aber auch Glück, dass Wernigerode nicht direkt nachlegt. Der Mut ist uns völlig abgegangen.“

Doch letztlich genügte die Viertelstunde in der Halbzeitpause, um die eigene Wagnisbereitschaft wiederzufinden. Schließlich hatte auch der FC Einheit defensiv nicht immer sattelfest gewirkt und so war es bezeichnenderweise ein zu kurz geratener Rückpass, den Unions Daniel Stridde vier Minuten nach Wiederbeginn erlief und auf 1:1 stellte. Das war der Weckruf, den Heyrothsberge gebraucht hatte. Wiederum zwei Minuten später eroberten die Unioner den Ball im Mittelfeld, Tim Rieche zog mit viel Risiko ab und traf zum 2:1.

Gieseler und Tandel legen nach

Wernigerode fiel es nun schwer, sich aus der Umklammerung zu befreien. Permanent beschäftigte der SVU seinen Gegner und zwang ihn zu Fehlern wie bei einer Szene, als Stridde im FCE-Strafraum nur per Foul gestoppt werden konnte. Den fälligen Elfmeter verwandelte Abwehrrecke Marcel Gieseler ganz cool zum 3:1 (80.). Im Schlussgang schloss der eingewechselte Gino Tandel einen Konter zum 4:1 ab (83.) und die Party in fremder Kabine konnte starten. „Dieses Abendspiel war nicht so verkehrt. Auch noch einmal einen riesen Dank an die Verantwortlichen von Aufbau Empor Ost und an unseren Vorstand, der sich rechtzeitig um eine Verlegung bemüht hat. Jetzt ist die Mannschaft am Zug, auch über mehrere Spiele hinweg Konstanz in die Leistungen hinein zu bringen.“
Heyrothsberge: Biegelmeier – Krümling, Gieseler, Peukert, Thormeier, Zimmermann (46. Frigerio), C. Kloska, Fischer (73. Stockmann), Rieche (68. Tandel), Völckel, Stridde
Tore: 0:1 Nick Schmidt (24.), 1:1 Daniel Stridde (49.), 2:1 Tim Rieche (51.), 3:1 Marcel Gieseler (80., FE), 4:1 Gino Tandel (83.); SR‘in: Elfi Schwander (Rossau), Thomas Wissel, Dirk Feibig; ZS: 37