Jerichower Land l Tagtäglich schießt die Zahl der Corona-Infizierten deutschlandweit in die Höhe und macht dabei auch vor dem Sport nicht halt. Nachdem das Jerichower Land Mitte vergangener Woche zum ersten Corona-Risikogebiet in Sachsen-Anhalt erklärt wurde, wächst die Unsicherheit in der Bevölkerung und natürlich auch in den Sportvereinen.

Allein auf Landesebene wurden am Wochenende 13 Spiele abgesagt. Entweder aufgrund konkreter Corona-Verdachtsfälle in einzelnen Mannschaften oder aus reiner Vorsichtsmaßnahme. Der FSV Borussia Genthin, Eintracht Gommern, Blau-Weiß Niegripp, Grün-Weiß Möser und Lok Jerichow gehörten zu jenen Vereinen, die am Wochenende eine Zwangspause einlegen mussten.

Damit der Spielplan nicht schon frühzeitig komplett aus dem Ruder läuft, will der Fußballverband Sachsen-Anhalt (FSA) seine Spielordnung schnellstmöglich ändern und Bestimmungen zu Spielverlegungen neu regeln. Demnach soll es im Herren, Frauen- und Junioren-Bereich künftig nicht mehr möglich sein, dass Vereine ihre Spiele aus reiner Vorsichtsmaßnahme absagen. Einer Spielverlegung soll aber grundsätzlich zugestimmt werden, sobald ein konkreter Corona-Verdachtsfall vorliegt, sich Spieler oder Mitglieder des Trainerstabs in Quarantäne befinden. Aber: Der Verein befindet sich in der Nachweispflicht, muss innerhalb von sieben Tagen ein Testergebnis (egal ob positiv oder negativ) beim zuständigen Staffelleiter vorlegen. Geschieht das nicht, landet der Fall beim Sportgericht. Corona-bedingt abgesetzte Spiele sollen frühestens drei Wochen nach ihrem ursprünglichen Spieltermin wieder neu angesetzt werden.

Aber noch ist die Änderung der Spielordnung nicht beschlossen. Sämtliche Kreis- und Stadtfachverbände des FSA haben ein Mitspracherecht. Diese sollen sich intern beraten und dann bis 5. November ihr Votum abgeben.

Das Ergebnis einer ersten Umfrage fiel mit elf Ja- und zehn Nein-Stimmen denkbar knapp aus, allerdings blieb den Verbänden nur ein einziger Tag Zeit um sich zu beraten. „Das war viel zu wenig“, monierte Horst Wichmann, Präsident des KFV Jerichower Land. Eine erneute und überarbeitete Beschlussvorlage liegt nun auf dem Tisch der Kreisfachverbände. Und findet zumindest bei Horst Wichmann und seinen Mitstreitern Zustimmung. „Sämtliche Staffelleiter, ob auf Kreis- oder Landesebene, befinden sich augenblicklich doch in einer schwierigen Lage“, begründet Wichmann, warum sein KFV der Änderung der Spielordnung zustimmen wird.

Egon Genz ist einer dieser Staffelleiter. Die Hälfte aller Spiele musste er am Wochenende in der Landesklasse II absagen. Zwar wurde bereits für drei der vier Spiele ein neuer Termin gefunden (19. Dezember), doch Genz blickt mit Sorgen auf die nächsten Wochen. „Schreitet die Coronawelle weiter so rasant voran, befürchte ich das Schlimmste.“ Ziel sei es deshalb, den Spielbetrieb so lang wie möglich am Laufen zu halten.