Barleben/Burg l Oliver Gase ließ sich beim Gang in Richtung Kabine gern von den früheren Team- und Weggefährten in einen Plausch verwickeln. Michael Hucke schlenderte langsamen Schrittes über den Rasen und freute sich, dass durch den Anstoßtermin am späten Vormittag noch der halbe Sonnabend vor ihm lag. So wie der Innenverteidiger des Burger BC 08 und sein Trainer nach dem Abpfiff des Testspiels beim FSV Barleben ein Höchstmaß an Gelassenheit ausstrahlten, gestaltete sich die Großwetterlage im gesamten Team. „Ich bin nicht böse drum, dass die Dinge so gelaufen sind“, erklärte Hucke. Will heißen: Wie viele der 108 Zuschauer und knapp 40 Protagonisten hatte sich auch der BBC-Trainer vorab auf einen anderen, weniger offenen Verlauf als beim 1:1 (0:1)-Remis des Landesliga-Aufsteigers beim Verbandsligisten eingestellt.

Ergebnisse aus der Vorbereitungsphase gelten auch in Burg im offiziellen Sprachgebrauch als zweitrangig, vor allem wenn es sich um den ersten Test nach der Corona- und Sommerpause handelt. Doch natürlich spielen auch Faktoren wie Prestige und persönliche Biografie eine Rolle. „Fünf, sechs von uns haben ja auch eine Barleber Vergangenheit“, spielte Hucke auf Carsten und Christian Madaus, Marcel Probst, Franz Zimmer und Oliver Gase an. Dass die Genannten und ihre Mitspieler die Anlage am Anger nicht gesenkten Hauptes verlassen mussten, war zu einem großen Teil ehrliche Fußball-Arbeit, zwei Minuten vor Schluss auch ein wenig Glückssache: Erst sah Schiedsrichter Maximilian Scheibel großzügig über ein elfmeterreifen Einsatz gegen Barlebens Michael Ölze hinweg, dann tauchte BBC-Keeper Marvin Micksch reaktionsschnell ab und entschärfte beim darauffolgenden Eckstoß den wuchtigen Kopfball des FSV-Stürmers.

Reise in die Vergangenheit

Bevor Micksch zur zweiten Hälfte zwischen die Gästepfosten rückte, verlebte sein Vorgänger Sascha Krüger einen überraschend ruhigen Nachmittag. „In der ersten Hälfte, beziehungsweise auch in der ersten Stunde des Spiels haben wir die Sache gut wegverteidigt und konnten uns relativ stressfrei auf dem Platz bewegen. Vorn haben wir Barleben immer wieder vor große Aufgaben gestellt und mehr als bloße Nadelstiche gesetzt“, lobte der Burger Coach. Vor allem in der Spätphase der ersten 45 Minuten erarbeiteten sich die Gäste eine klare Dominanz in Sachen Spielanteile. Christopher Schmidt tauchte schließlich frei vor FSV-Keeper Danny Ademovic auf, behielt die Nerven und belohnte die couragierte Leistung des Teams mit der 1:0-Halbzeitführung (35.).

Mit Wiederbeginn erhielt vorwiegend die junge Burger Garde ihre Chance, sich zu zeigen. Die BBC-Youngster machten ihre Sache ordentlich, „aber natürlich hat unter den Wechseln auch ein wenig die Struktur gelitten“, bekannte Hucke. Die vorab erwartete Laufeinheit gegen einen nun sichtlich spielstärkeren Gegner war die zwangsläufige Folge. So kamen die Gäste doch noch zu ihrem Stresstest, der etwa beim Rückzugsverhalten kleinere Mängel aufdeckte. Nach einem Burger Angriff schalteten die Platzherren blitzschnell um, die Eingabe des agilen Nils-Oliver Göres erreichte in der Mitte Ölze, der den Ball zum 1:1-Ausgleich über die Linie drückte (65.).

Kurzfristiger Test

So oder so blieb am Ende aber ein positiver Eindruck haften: „Für den ersten Test haben die Jungs die Herausforderung gut angenommen.“ Weil bereits in einer Woche das Kreispokal-Viertelfinale gegen den SV Eintracht Gommern ruft, hat der BBC 08 für Mittwoch um 18.30 Uhr einen weiteren Test beim letztjährigen Ligarivalen BSV 79 Magdeburg anberaumt.
Barleben: Ademovic – Otte (46. Gründler), C. Falk (46. P. Falk), Wasylyk, Potyka, Göres, Weiß, Piele (31. Ölze), Spitzer (74. Grabinski), Kalkutschke, Goedicke
Burg: Krüger (46. Micksch) – Gase (46. Lattki), Ch. Madaus, Teege, Westhause, Ca. Madaus (55. Friedrich), Probst (29. Lichtenberg), Wehrmann (46. Schäfer), Zimmer, Schmidt, Thiede (46. Ulrich)
Tore: 0:1 Christopher Schmidt (35.), 1:1 Michael Ölze (65.); SR: Maximilian Scheibel (Calbe), Maximilian Soppa, Nils Pilz; ZS: 108