Biederitz l Das Hinspiel Ende Oktober 2018 war fraglos der Tiefpunkt der Biederitzer in der laufenden Saison. Nach dem 28:32 war sowohl bei den als bekannt kritischen und zurückhaltenden Zuschauern als auch bei der Mannschaft sprichwörtlich der Riemen runter. „Wir haben damals in den Heimspielen gegen Halle und dann Osterburg die Quittung für diverse nicht gut laufende Prozesse bekommen“, erinnert sich der Biederitzer Trainer Enrico Sonntag und spielt vor allem auf die indiskutable Trainingsbeteiligung seiner Schützlinge an.

Knappe fünf Monate später steht am Sonnabend um 17 Uhr in der der Sporthalle der Sekundarschule Osterburg nun das Rückspiel an und Sonntag sieht durchaus gute Chancen, die Hinspielniederlage wettzumachen. „Die Auftritte zuletzt in Halle und auch gegen Spergau stimmen mich zuversichtlich. Wir fahren mit breiter Brust nach Osterburg und wollen wie in Halle auch den Hinspielauftritt vergessen machen.“

In der Tat zeigte die Formkurve der Biederitzer zuletzt wieder deutlich nach oben, allein die Belohnung im Heimspiel gegen die SG Spergau (25:28) blieb aus. Hätten die Sören Große und Co. in den ersten 30 Minuten im Angriff ähnlich konzentriert agiert wie in Hälfte zwei, wäre sogar etwas gegen den aktuellen Tabellenführer drin gewesen. Überhaupt sind die Biederitzer wohl das beste Beispiel dafür, welche Wichtigkeit in der Einstellung zur Sache liegt. Erinnert sei nur an die Hinrunde, als den genannten Heimdebakeln gegen Halle und Osterburg ein in dieser Phase sehr überraschender Heimsieg gegen den SV Langenweddingen folgte.

Gegner steckt in der Krise

Eben diese Einstellung wird auch diesmal in der Altmark von enormer Wichtigkeit sein, wenn es gegen die fraglos nicht im Rhythmus befindliche HSG geht. Diese kassierte in den letzten acht Spielen immerhin sieben Niederlagen und setzte sich nur knapp mit 29:26 beim Tabellenschlusslicht in Schönebeck durch. „Wichtig wird sein, in der Abwehr vom Anpfiff weg hochkonzentriert und weitaus aktiver als im Hinspiel zu Werke zu gehen. Wir werfen unsere Tore, aber 32 in eigener Halle zu schlucken, war ganz einfach ungenügend“, legt Sonntag den Finger in die Hinspiel-Wunde.

Für die Osterburger ist es nach fünf Begegnungen in der Fremde nunmehr der erste Heimauftritt nach über zwei Monaten. Am vergangenen Wochenende gab es bei GW Wittenberg-Piesteritz eine 23:33-Niederlage, wobei der Sieger bereits zur Pause (9:23) feststand. Ein Auswärtserfolg der Biederitzer in der Hansestadt wäre auch deshalb sehr wichtig, weil die Ehlehandballer laut Spielplan nur noch zwei ihrer sieben verbliebenen Saisonspiele in heimischer Ehlehalle bestreiten können. Ein Doppelpunktgewinn beim unmittelbaren Kontrahenten im Abstiegskampf wäre zudem mehr als die halbe Miete in Sachen Klassenerhalt.