Gommern l Peter Pysall hat im Handball einiges erlebt. Als Aktiver gewann er mit dem SC Magdeburg unzählige Titel, darunter 1981 den Europapokal der Landesmeister. Als Coach führte er Bayer Dormagen und Post Schwerin in die Bundesliga und jüngst eben auch den Glinder HV „Eintracht“ zurück in die Sachsen-Anhalt-Liga. Wer am Sonnabend nun aber Mienenspiel und Körpersprache des 58-Jährigen in der Gommeraner Eintracht-Sporthalle beobachtete, musste von einer neuen Erfahrung für den Meistertrainer ausgehen. „Wir mussten gefühlt 15 Minuten in zweifacher Unterzahl spielen, obwohl vieles davon eher ein Stürmerfoul war“, hielt der Meistertrainer nicht mit seiner Kritik am Schiedsrichterduo aus Magdeburg und Irxleben hinterm Berg. Denn natürlich beeinflussten die jeweils sechs Zeitstrafen auf beiden Seiten auch das 23:23-Unentschieden, mit dem beide Teams auseinander gingen.

Auch Gommerns Coach Sebastian Munter empfand die überaus strikte Linie der Referees als „ein bisschen übertrieben. Es war ein faires Spiel ohne übermäßige Härte“. Abschenken wollten seine Schützlinge die Partie dennoch nicht, wie bereits in der Anfangsphase deutlich wurde. Bis zur 19. Minute setzten sich die Ehlestädter auf 10:7 ab, ehe die fast schon obligatorische Schwächephase folgte. „Es war wieder so ein klassisches Wellental in unserer Leistung, in der die Chancenverwertung einfach nicht passt. Insgesamt ließ sich auch festhalten, dass beiden Mannschaften zu viele technische Fehler unterliefen, als dass die Partie einen Sieger verdient gehabt hätte.“

Führung

Nachdem Glinde beim 11:10 die Führung übernommen hatte (24.), bauten die Gäste halbzeitübergreifend ein kleines Polster auf, das nach 38 Minuten drei Treffer betrug (17:14). Es folgte die von Pysall angesprochene doppelte Überzahlsituation der Gommeraner, die allerdings in der Folge auch wieder mehr investierten. „Dass die Jungs ihren Kampfgeist noch einmal wiederentdeckt haben, hat mich gefreut. Alexander Pfahl hat im Tor auch wichtige Impulse gesetzt und so war die Deckungsarbeit in dieser Phase insgesamt recht gut“, lobte Munter, dessen Team die 21:19-Führung (48.) aber doch nicht bis zur Schlusssirene halten konnte.

So oder so „konnten wir Glinde aber noch einmal ein bisschen ärgern. Das vom Gegner gesteckte Ziel, das Erreichen der 40-Punkte-Marke, haben wir erfolgreich vereitelt“, freute sich der SVE-Trainer. Und so dürfte dann auch ein Großteil der Gommeraner Mannschaft heute beim Abflug des Ferienfliegers in Richtung Mallorca, wo traditionell der Saisonabschluss gefeiert wird, völlig zu Recht ein gutes Gefühl begleiten.

Gommern: Hartung, Pfahl – Söder (4/4), Einwiller (4), Schröder (2/1), Prokop (3), Schäde (1), Kaffenberger, Stahlhut, Liebich (2), Kaese (4), Alsleben (2), Lindner (1)

Siebenmeter: SVE 6/5 – GHV 4/4; Zeitstrafen: SVE 6 – GHV 6