Seehausen/Gommern l Den am Ende ungefährdeten 29:25 (14:12)-Erfolg hatte kaum einer auf dem Zettel.

Unerwartete Siege, dazu gegen einen Spitzenreiter, sind die schönsten. Dementsprechend groß und ausgelassen war die Freude in den Reihen der Eintracht, die sich mit zwei Niederlagen aus dem Jahr verabschiedet hatte und sich nun mehr als eindrucksvoll zurückmeldete.

Die etwa 90-minütige Rückfahrt aus dem Norden Sachsen-Anhalts gestaltete sich feuchtfröhlich und stimmgewaltig, der Gommeraner Mannschaftsbus verwandelte sich in ein Partymobil. „Einige Spieler sind den nächsten Tag bestimmt mit Halsschmerzen und Kopfweh aufgewacht“, glaubt Trainer Sebastian Munter und hatte einen Tag nach dem Überraschungs-Coup selbst einige Stimmprobleme.

Der Gastgeber ging durch Philipp Arndt mit 1:0, später nach einem Treffer von Daniel Cornehl (6. Minute) mit 4:2 in Front. Doch die Eintracht blieb dran und steigerte sich nach der Startphase erheblich. In der 16. Minute lagen die Gäste durch Malcolm Dlusinski erstmals in Front – 8:7. Danach begann ein ausgesprochen zähes Ringen um die Dominanz in dieser Begegnung. Gommern trat dabei mit riesigem Engagement auf.

Nachdem Sebastian Munter auf eine 5:1-Deckung umstellte und der gerade ins Tor gekommene Alexander Pfahl gleich zwei Würfe parierte, setzte sich Gommern erstmals auf drei Tore ab, zur Pause betrug der Vorsprung immerhin noch zwei Treffer (14:12).

Selbstbewusst aufgespielt

Zwar eilten die Altmärker nach Wiederanpfiff auf ein Tor heran, doch davon unbeirrt, spielte die Eintracht weiter selbstbewusst und lag nach Toren von Stephan Lindner, Alexander Schäde und Malcolm Dlusinski mit 19:15 (38.) vorne. Die einheimischen Zuschauer hofften an diesem Tag vergebens auf eine Aufholjagd ihrer Mannschaft. Obwohl mit dezimiertem Kader angereist, legten die Gommeraner einen couragierten Auftritt hin und ließen sich nicht aus der Spur bringen. Beim 26:21 in der 53. Minute nahm der Überraschungssieg immer klarere Konturen an. Zwar verliefen die Schlussminuten mit zahlreichen Verwarnungen und Zeitstrafen recht hektisch, der Erfolg der Eintracht geriet aber in keiner Phase mehr in Gefahr.

„Die Mannschaft ist über sich hinausgewachsen“, freute sich Sebastian Munter und lobte vor allem die junge Garde und damit Spieler wie Malcolm Dlusinski, Tom Smoger (beide 17 Jahre) oder Marvin Söder (19). „Sie sind heute aus dem Schatten der etablierten Spieler herausgetreten.“

Eintracht Gommern: Smoger, Pfahl - Söder (7 Tore), Einwiller (1), Schröder (1), Dlusinski (6), Schäde (5), Schulke (2), Alsleben (1), Lindner (6).

Siebenmeter: Seehausen 6/4 – Gommern 1/0 2-Minuten-Strafen: Seehausen 5 / Gommern 7