Gommern/Güsen l Bevor der Amateursport ab Montag ein weiteres Mal ruht, soll im Bereich des Handball-Verbandes Sachsen-Anhalt (HVSA) noch ein Spieltag steigen. Was von der Entscheidung zu halten ist, bleibt jedem selbst überlassen. Bei den Verbandsligisten im Jerichower Land ist die Meinung aber einhellig.

Sowohl der Güsener HC, als auch der SV Eintracht Gommern sind der Stimme der Vernunft gefolgt und haben sämtliche Partien mit Beteiligung ihrer Mannschaften abgesagt. „Ich war von der offiziellen Mitteilung des HVSA halbwegs schockiert. Wir sind im Vereinsvorstand fest davon ausgegangen, dass der Spielbetrieb mit sofortiger Wirkung eingestellt wird“, vermisst Eric Steinbrecher, der die Geschicke der Verbandsliga-Männer im Güsener HC als Trainer lenkt und die Jugendabteilung leitet, ein klares Signal seitens des Verbandes.

Sorge um den Nachwuchs

Am Elbe-Havel-Kanal entschied man sich daher, in Absprache mit anderen Clubs wie dem Barleber HC in Eigenregie die einzelnen Begegnungen zu canceln. So, wie es der HVSA in seinem Beschluss vom Mittwochabend auch gestattet. „Auch der Trainingsbetrieb wurde bei uns mit sofortiger Wirkung eingestellt. Wir tragen Verantwortung für 120 Kinder und Jugendliche im Verein. Wenn sich am letzten Wochenende vor der neuerlichen Pause einer von ihnen in der Halle infiziert und das Virus an Eltern, Großeltern oder Freunde überträgt, wüsste ich nicht, wie ich als Übungsleiter damit fertig werden könnte“, so Steinbrecher.

Auch beim SV Eintracht Gommern hat man am Donnerstag die Reißleine gezogen und die Partie gegen die HSG Altmark West abgesagt. „Laut der offiziellen Mitteilung des HVSA scheint das Virus zwar noch einige Tage zu warten. Zumindest so lange, bis das Wochenende vorüber ist. Dennoch haben wir vorsichtshalber alle angesetzten Termine – auch die des Nachwuchses – abgesagt“, zeigt sich auch Gommerns Trainer Sebastian Munter verärgert über den Verband, der die Verantwortung schlichtweg auf den Schultern der Vereine legt . „Nun gilt es, erst mal unbeschadet durch die nächsten Wochen zu kommen. Doch der gesunde Menschenverstand sagt, dass wir in diesem Jahr wohl nicht mehr auf der Platte stehen werden. Stattdessen werden wir erneut auf Individualtraining setzten müssen“, so der SVE-Coach.