Gommern l Zuallererst kam natürlich die Erleichterung. Nach zwei Pleiten in Folge haben Gommerns Verbandsliga-Handballer am Sonnabend den elften Saisonsieg eingefahren. Doch unbändiger Jubel wollte am Samstagabend bei Eintracht-Trainer Sebastian Munter nicht aufkommen: „Ehrlich gesagt war ich froh, als der Abpfiff ertönte. Wir haben uns nicht mit Ruhm bekleckert. So waren die zwei Punkte das Beste an diesem Spiel. Über alles weitere muss man sagen: Mund abputzen und weiter geht‘s.“

Los ging es beim zweiten Eintracht-Heimspiel in Folge mit einem ausgeglichenen Start beider Teams. Die anfängliche Gästeführung drehten Robert Kaese (2) und Maurice Prokop in ein eigenes 4:3 (8.). Den knappen Vorsprung behaupteten die Gastgeber auch zehn Minuten später beim 9:8. Die nun folgende SVE-Auszeit sollte rückblickend für den spielentscheidenden Schub sorgen.

Deckung macht den Unterschied

Denn besonders beim Gommeraner 4:0-Lauf zum 13:8 (24.) erwies sich die Umstellung auf eine 5-1-Deckung als passende Antwort auf die Versuche des TuS, mit dem siebten Feldspieler Überzahlsituationen zu schaffen. „Durch die Ballgewinne sind zwei, drei leichte Treffer für uns entstanden. Das war sicher der Knackpunkt“, so Munter. Vor allem Marvin Söder, am Ende mit neun Treffern bester Schütze, drückte bei der Eintracht nun im Angriff aufs Tempo und hatte nicht unwesentlichen Anteil an der Vier-Tore-Führung zur Pause.

Auf rund zehn Treffer pro Spiel bringt es derweil Magdeburgs Erik Lewin. Dass der Halblinke des TuS sich diesmal mit der Hälfte begnügen musste, war letztlich auch ein Schlüssel zum Erfolg. „Wir haben eine ordentliche Deckung gestellt. In Verbund mit Torhüter Alexander Pfahl, der über 60 Minuten eine gute Leistung gezeigt hat, haben wir nicht nur die Kreise von Levin eingegrenzt, sondern auch die Außen von TuS und das Kreisläuferspiel gut im Griff gehabt“, lobte Munter.

Ein weiterer 4:0-Lauf zum 24:16 (51.) brach schließlich den Widerstand beim Gegner, doch Gommerns Coach verhehlte nicht, dass der Erfolg noch um einige Treffer deutlicher hätte ausfallen können, wenn sein Team die Konzentration bis zum Schluss hochgehalten hätte: „In Sachen Chancenverwertung, Tiefenwirkung und generelle Einstellung zum Spiel haben wir etliche Wünsche offen gelassen. Da haben wir uns irgendwann zu sehr TuS angepasst. Das soll aber die gegnerische Leistung ebenso wenig wie die Freude über den Sieg schmälern.“ Nur waren dann am Ende eben wohl auch beide Seiten nicht todünglücklich über den Schlusspfiff.
Gommern: Pfahl, Sindermann – Söder (9/2), Einwiller (1), Schröder (2), Prokop (5), Schäde (4/2), Liebich (4), Kaese (4), Schulke (1), Lindner
Magdeburg-Neustadt: Feller, Strauß – Lewin (5/2), Linde, Rossbach (1), Wohlfromm (2), Mayer (1), Marek (1), Lindert (2), Heinrichs (3), Käselitz (6/1), Schmelzer (2)
Siebenmeter: SVE 4/4 – TuS 4/3; Zeitstrafen: SVE 3 – TuS 2; Rot: Erik Lewin (56., Foulspiel) -Magdeburg