Burg l „Durch die Verluste wird es keinen Verein in die Insolvenz treiben, zumindest ist mit keiner bekannt. Aber Entbehrungen müssen wir im Moment alle erbringen“, erklärt Steffan Göhler, Geschäftsführer des Kreissportbundes Jerichower Land (KSB) mit Blick auf die Pandemie-Situation.

Die Geschäftsstelle des KSB in Burg ist weiterhin geöffnet. „Viele ziehen aber das Telefonat vor und das ist auch gut so. Die Gesundheit aller steht im Vordergrund.“ Aber auch die Telefone laufen derzeit nicht heiß. Es ist etwas ruhiger geworden, nur die organisatorischen Aufgaben laufen weiter.

Gewohnter Betrieb

So werden trotz der Krise Fördermittel zur Instandhaltung der Sportstätten abgerufen und ausgezahlt. „Irgendwann und vor allem irgendwie muss es ja weitergehen“, ist sich Göhler sicher und auch ihn treibt die Frage um, wann das tatsächlich der Fall sein wird. So gab es bereits die ersten Beratungsgespräche mit Vereinen, die aufgrund der Absage des Sports mit finanziellen Engpässen kämpfen. Dazu zählt der Rehasport, dem nun die Einnahmen durch geförderte Maßnahmen fehlen.

Und dennoch, von Existenzängsten ist noch keiner der 124 „JL“-Vereine betroffen, obwohl der durch den Landessportbund Sachsen-Anhalt bezifferte Schaden unlängst die Sieben-Millionen-Euro-Marke erreichr hat. Im Dialog mit der Landesregierung wird es nun gelten, geeignete Lösungen zu finden.

Für finanzielle Ausfallbelastungen stellt zunächst Lotto Toto Sachsen-Anhalt auch den Sportvereinen einen Hilfsfonds in Höhe von einer Million Euro bereit. Über einen formlosen Antrag, der die Ausfallkosten beschreibt, aber zugleich die Gemeinnützigkeit nachweist, kann der Antrag per E-Mail an coronahilfe@sachsen-anhalt-lotto.de eingereicht werden. Ausfallkosten – etwa für Werbung, Honorare oder Mietkosten können bei Genehmigung erstattet werden.

Noch kein Bedarf nach Hilfsfonds

„Die Information zum bereitgestellten Hilfsfonds hat alle dem KSB angehörigen Vereine erreicht, doch mir ist bisher nicht bekannt, dass dieses Angebot in einem Fall genutzt werden muss“, so Göhler. Grundsätzlich gelte es, die einzelnen Vereine differenziert zu betrachten. „So kann der VfL Gehrden die Einnahmen der Zuschauer sicher vernachlässigen, beim Burger BC sieht das schon anders aus.“

Gleichsam trifft es vor allem Wassersportvereine im Jerichower Land, die ihre Boots-Anlegestellen zur Verfügung stellen. Diese bleiben wie Übernachtungsmöglichkeiten derzeit leer, ebenso die Kassen der Vereine. Einbußen, die jedoch nicht vom Hilfsfonds nicht abgedeckt werden.

Das durch die Politik gesetzte Zeichen, dass zumindest mittelfristige Antworten auf aktuell offene Fragen unbeantwortet bleiben, sieht mancher kritisch. Derzeit erarbeitet der Landessportbund einen Antrag, der Bundeskader-Athleten das Training wieder ermöglichen soll. In Einzelfällen, wie am Ruder-Bundesstützpunkt in Magdeburg, ist dies schon Realität. Sollten andere nachziehen, sind die Hürden für eine baldige Aufnahme des Breitensports herabgesetzt. „Hoffen wir einfach das Beste, es juckt ja so viele, die wieder starten wollen, im Turnschuh. Warten wir ab, was der 4. Mai bringen wird und dann reagieren wir“, fasst Göhler zusammen.