Burg (fko/bjr) l In einer Zeit, in der die wenigsten Wettkämpfe tatsächlich auf der Laufstrecke ausgetragen worden, eine stattliche Leistung. Insgesamt wurden im Pandemie-Jahr 2020 nur 15 Veranstaltungen der beliebten Serie durchgeführt, davon acht „normale“ und sieben virtuelle. Der Elbe-Ohre-Cup (EOC), dessen Läufe in den beiden Altmarkkreisen sowie in der Börde, Magdeburg und im Jerichower Land ausgetragen werden, sollte ursprünglich mit insgesamt 26 Veranstaltungen ausgetragen werden. Über die Bühne ging anfangs jedoch nur der 8. Süppling-Cross des ausrichtenden SC Demker 95 am ersten Märzsonntag, ehe sich eine lange Durststrecke anschloss. Erst Mitte August konnte beim zum „Hitzelauf“ umfunktionierten Frühlings-Cross in Engersen bei Gardelegen der Re-Start erfolgen.

In der Zwischenzeit hatten einige Veranstalter auf die virtuelle Variante gesetzt, wobei die Teilnehmer den Wettkampf allein auf ihren Haus- oder Trainingsstrecken absolvieren. Ein nicht unerheblicher Teil der Veranstaltungen fiel jedoch der Covid 19-Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen zum Opfer. Die Umstände spiegelten sich natürlich auch im EOC-Ergebnis wider. So fanden insgesamt nur acht tatsächliche Rennen statt. In die Cupwertung schafften es 235 Aktive. Unter normalen Bedingungen waren es im Jahr zuvor noch 454 Läuferinnen und Läufer.

Was die Ausrichtung der Wettkämpfe verkomplizierte, waren vor allem die Einschränkungen während der Pandemie. Maßgebend waren die Vorgaben der Gesundheitsämter. Ein Wegfall von gemeinsamer Umkleide und Dusche, das Einhalten der Abstände im Start-Ziel-Bereich sowie die gestaffelten Startzeiten waren die Hauptregeln, die es einzuhalten galt. Für viele, vor allem kleinere Vereine ein abschreckender Aufwand. „Wie es die Vereine dennoch schafften, den Mehraufwand, der oft auch mit Mehrkosten verbunden war, bei der Umsetzung vor Ort zu schultern, nötigt höchsten Respekt ab“, erkannte etwa Lutz Schindler aus Halberstadt an.

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Allein die Fortsetzung zählte

Je länger sich die abgespeckte Saison zog, umso größer wurde unter den Teilnehmern der Wunsch, noch möglichst viele Läufe absolvieren zu können. Ergebnisse galten kaum mehr als vordergründig, allein die Fortsetzung der Serie zählte. In das Zeitfenster zwischen Frühjahrs- und Herbst-Lockdown fielen mit dem 14. Burger Bismarckturmlauf und dem 4. Parchener Fienercross immerhin auch zwei reale Wettkämpfe im Jerichower Land.

Für die letzten durchgeführte Cup-Station, den 24. Tangerpokallauf, wurde die Durchführbarkeit im November noch einmal in Frage gestellt. Für gewöhnlich lockt das Rennen bis zu 250 Aktive an, unter Corona-Umständen undenkbar. Doch die Not machte erfinderisch, wie das Organisationsteam um EOC-Chef-Organisator Bernd Ebert bewies.

Idealismus und neue Konzepte

Der Lauf wurde so auf fünf Wochenenden aufgeteilt, alle Angemeldeten konnten so doch an den Start gehen. „Wenn es einen Preis für den besten Veranstalter bei dieser Cup-Serie in der Kategorie ‚200 Teilnehmer plus‘ gäbe, dann hätte ihn das Team aus Demker verdient“, würdigte Schindler stellvertretend das außergewöhnliche Engagement. Die Helfer und Mitglieder des kleine Sportclubs aus dem Tangerhütter Ortsteil mussten immerhin auch fünfmal Strecken präparieren und die Technik für die digitale Zeitnahme auf- und abbauen. Das vielfache Lob der Teilnehmer für Ebert und seine Mitstreiter war also angebracht. Und alle dürfte die Hoffnung einen, dass in diesem Wettkampfjahr ein wenig mehr Normalität in den EOC-Zirkus einkehrt.