Lostau l Der Radfahrerclub „All Heil“ Lostau 1902 und der Landesverband Radsport Sachsen-Anhalt (LVR) trauern um Rüdiger Czarnetzki. Der Spitzen-Radballer ist am Sonntag, 2. September, im Alter von nur 33 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben. „Mit ‚Rüdscher‘ verlieren wir nicht nur einen herausragenden Sportler, sondern auch ein engagiertes Vorstandsmitglied – und vor allem einen Freund. Er hinterlässt eine riesengroße Lücke“, sagte Nicky Rogge, Vorsitzender des RC „All Heil“.

LVR-Ehrenpräsident Günter Grau würdigte Czarnetzki: „Rüdiger war einer der besten Radballspieler in Sachsen-Anhalt. Er hat nicht nur in seinem Verein, sondern in unserem Verband das Niveau des Radballs über Jahre mitbestimmt. Vor allem menschlich wird uns sein besonnener und ruhiger Charakter fehlen. Sein Geschick auf dem Rad, aber vielmehr seine sportliche Fairness auf und neben dem Spielfeld, waren uns allen eine große Inspiration.“

Jahrelang prägte Rüdiger Czarnetzki die Schlagzeilen, wenn es um Radball in Lostau ging. Er war eine Persönlichkeit, zu dem nicht nur der Nachwuchs im Verein aufblickte. Als Jugendspieler stand Czarnetzki einige Male in der Endrunde der deutschen Meisterschaft. Im U 23-Deutschlandpokal belegte er 2007 zusammen mit Andy Meier den sechsten Platz. Bei den Männern gelang ihm zusammen mit Nicky Rogge in der Spielzeit 2009/10 als Sieger der Landesoberliga auf Anhieb der Aufstieg ins Unterhaus. Dort spielte er seither ununterbrochen und bildete zuletzt mit Tormann Denny Schwiesau ein erfolgreiches Gespann.

Zusammen mit Schwiesau gewann Czarnetzki 2015 die Zweitliga-Nordstaffel. Im Aufstiegsfinale zur 1. Bundesliga scheiterte das Duo nur knapp am gemeinsamen Traum, im Oberhaus zu spielen. Im Deutschland-Pokal standen Czarnetzki/Schwiesau 2013 und 2014 jeweils im Viertelfinale, welches die beiden 2013 als Gastgeber bestritten. Getragen von ihren Fans, fehlten damals gegen namhafte Erstligateams nur zwei Zähler zum Erreichen der Vorschlussrunde.

Aufgrund seiner schweren Erkrankung trat Czarnetzki in der Saison 2018 nicht mehr an. Sein Ziel war es jedoch bis zuletzt, schon in der neuen Spielzeit in einer unteren Liga wieder auf dem Rad zu sitzen. „Wir trauern um einen Sportfreund, der viel zu früh von uns gegangen ist und eine große Lücke in der Radsport-Familie hinterlässt. Unser tiefstes Mitgefühl gilt seiner Familie und seinen Angehörigen“, erklärten Verband und Verein gemeinsam.