Dessau l Die männliche D-Jugend des SV Eiche 05 Biederitz schloss die Bestenermittlung Ost am zurückliegenden Wochenende in Dessau auf Platz zwölf ab. Fraglos war schon die Teilnahme ein riesiger Erfolg, doch im Biederitzer Lager herrschte zumeist eher Unzufriedenheit. Den Sieg holte sich schließlich der SC Magdeburg mit einem 14:12 gegen den SC DHfK Leipzig.

Nein, der Biederitzer Trainer Dirk Hesse wirkte nach dem Event in der Muldestadt nicht wirklich glücklich und benötigte erst einmal einige Stunden, um das Erlebte an beiden Spieltagen zu analysieren. „Wir konnten die Saisonleistung so gut wie nie bestätigen. Mut und Glaube haben zu oft gefehlt.“ Er sprach aber gleichzeitig von einem wichtigen Lernprozess, der offenbarte, wo es hingehen kann, wenn alle Rädchen ins andere greifen.

Solider Auftakt

Dabei lief der Sonnabend, an dem die Gruppenspiele ausgetragen wurden, noch gut an. Die 5:11-Auftaktniederlage gegen den späteren Finalisten SC DHfK Leipzig überraschte nicht wirklich. Doch der zu große Respekt sowie die mangelnde Chancenverwertung waren schon allgegenwärtig. Das anschließende 7:7 gegen den körperlich und athletisch überlegenen VfV Spandau musste dann zwangsläufig als Punktverlust verbucht werden, konnte doch die zweimalige Überzahl gegen einen hart agierenden Kontrahenten aus Berlin nicht in einen möglichen Doppelpunktgewinn umgewandelt werden. Im letzten Spiel vor der einstündigen Mittagspause brachte gegen den ewigen Rivalen und Ausrichter JSpG Kühnau/Dessau Roßlauer HV 06 den erhofften Sieg. Doch der 9:8-Erfolg gegen den fehlerbehafteten Kontrahenten hätte sogar deutlich höher ausfallen müssen, war man sich im Biederitzer Lager einig.

Von der erhofften Euphorie nach diesem ersten Sieg war nach der Stärkung in der Anhalt-Arena aber kaum etwas zu sehen. Coach Dirk Hesse fasste diesen zweiten Spielblock des Tages treffend zusammen: „Die vermeintlichen körperlichen Nachteile waren eine Frage des Kopfes, denn das hätten wir spielerisch kompensieren können.“ So blieb nach den durchweg knappen Niederlagen gegen die SG Vorpommern (9:11), den HSV Wildau 1950 (8:11) und dem 9:11 gegen den SV Hermsdorf in der Gruppenphase lediglich Platz sechs und somit die Teilnahme an der sonntäglichen Trostrunde mit Spielen um die Plätze 11 bis 13.

Der Mut fehlt

Der 9:6-Sieg am Sonntagmorgen gegen den körperlich ebenbürtigen thüringischen Kontrahenten HSG Saalfeld-Könitz war jederzeit verdient. Im zweiten Spiel gab es ein Wiedersehen mit dem VfV Spandau, der sich mit einer couragierten Leistung den 15:5-Erfolg diesmal redlich verdiente.

„Es waren viele enge Spiele, die wir mit unserer gewohnten Leistung auch hätten anders gestalten können. Das Herz in beide Hände nehmen, war diesmal nicht so unser Ding, aber die Jungs haben dennoch insgesamt eine grandiose Saison abgeliefert“, faste Hesse zusammen.