Niegripp l Ging die SG im Vorjahr personell auf dem Zahnfleisch und steckte damit im Abstiegskampf fest, plagte den „neuen“ Mann an der Seitenlinie in dieser Serie eher die Qual der Wahl. So war Sandmann teilweise froh, wenn sich die Aufstellung doch einmal von selbst ergab. Mit gleich sieben Neuzugängen hat die SG sich nicht nur quantitativ verstärkt, weshalb Personalsorgen eher selten vorkamen.

Ebenfalls selten waren Gegentore. Mit gerade einmal 14 kassierten Treffern stellen die Blau-Weißen die beste Defensive der Liga. Nur zum Vergleich: In der Vorsaison hatten die Niegripper nach der Hinrunde bereits 35 Treffer geschluckt. Doch nicht nur in der Abwehr hat sich die SG durch die Neuzugänge qualitativ verbessert, auch offensiv weht am Alten Kanal ein frischerer Wind. Dabei war unter den Neuen kein nomineller Stürmer dabei.

Einzig ein Stürmer fehlt

Deshalb probierte Sandmann zu Beginn der Saison einige Formationen aus. So ganz glücklich ist der Coach aber mit seiner gefundenen Aufstellung noch nicht. „Einen richtigen Stürmer würde ich sofort nehmen. In der ein oder anderen Partie hat man schon gemerkt, dass uns ein Angreifer wie Paul Sandmann fehlt.“ Der SG-Stürmer absolvierte aufgrund seines Studiums in Dresden gerade einmal sechs Spiele. Dennoch sind die bisher 39 erzielten Treffer durchaus stattlich. Neben dem erfolgreichsten Schützen Andre Wittpahl (9), trugen sich auch Marcus Schlüter (7) und Marco Westhause (6) oftmals in die Torschützenliste ein. Und auch die anderen Mannschaftsteile können Treffer vorweisen. Nur zweimal traf die SG nicht ins gegnerische Netz.

Abgesehen von der überraschenden 0:1-Niederlage gegen Aufsteiger Theeßen trat die neuformierte Elf in den folgenden sechs Partien größtenteils souverän auf. Dass sich die Neuen so gut integrieren würden, daran hat Sandmann zu keinem Zeitpunkt gezweifelt: „Viele kannten sich ja bereits und ein Spieler wie Maik Hoppe ist absolut unproblematisch und passt in jede Mannschaft.“ Nicht zuletzt aufgrund dieser schnellen Eingewöhnung durften sich die Thomas Böttcher und Co. auch über die Tabellenführung freuen.

Mit zwei Unentschieden gegen die direkten Konkurrenten um die Tabellenführung ließ die Sandmann-Elf im Oktober erstmals einige Federn. Die Unentschieden bei Fortuna Magdeburg II (2:2) und Kleinmühlingen/Zens (1:1) waren dennoch verschmerzbar. Das absolute Topspiel gegen Schönebeck lässt dagegen bis heute auf sich warten.

Aufstieg ist kein Muss

Bis es im neuen Jahr zu dieser lang erwarteten Begegnung kommt, hat der SG-Trainer aber noch Zeit, um an der ein oder anderen Stellschraube nachzujustieren. „Gerade bei Standards müssen wir noch mehr herausholen. Mit nur einem Freistoßtor haben wir bislang zu wenig aus diesen Möglichkeiten gemacht. Da sind uns andere Mannschaften durchaus noch voraus“, findet Sandmann durchaus noch Anlass zur Kritik.

Nicht korrigiert wird dagegen das Saisonziel, was vor der Hinrunde mit den Plätzen fünf oder sechs benannt wurde. „Erst im April zeichnet sich vermutlich ab, wo wir am Ende stehen können. Davor warten wir einfach, was passiert.“ Druck will der SG-Trainer seinem Team nicht machen. Allerdings würde er am Ende der Saison gern den Kreispokal in den Händen halten: „Das ist unser oberstes Ziel und mit dieser Mannschaft auch absolut machbar.“