Güsen/Niegripp l „Nächste Woche ist wichtiger“ hieß es bei den Güsener Landesklasse-Fußballern (10.) nach der 1:2-Niederlage in Zerbst. Immerhin steht gegen die SG Blau-Weiß Niegripp (2.) das nächste „JL“-Derby ins Haus. So eindeutig die Zahlen auch sein mögen: Ein Favorit ist vorab nicht auszumachen.

Vieldiskutiertes Thema vor dem ersten Aufeinandertreffen zweier Teams aus dem Jerichower Land ist dabei die „T-Frage“. Während die gastgebenden Güsener zumindest vorsichtige Entwarnung geben können und André Meier wohl wieder auf die Torhüterposition rückt, ist man bei der SG Blau-Weiß zu etwas Kreativität gezwungen. Da Keeper Chris Klein Anfang März einer OP entgegenblickt (Knorpelschaden) und Marcus Rimpl berufsbedingt selten trainieren kann, dürfte Steffen Rateike ein unverhofftes Comeback feiern. 2014 als Familienvater zurückgetreten, „ist er seit Januar wieder dabei, um uns etwas unter die Arme zu greifen“, erklärt SG-Trainer René Sandmann.

Neuzugänge ernten viel Lob

Damit der Rückkehrer dann auch möglichst selten hinter sich greifen muss, haben sich die Niegripper im Winter zudem im zentralen defensiven Mittelfeld verstärkt. Mit Benjamin Schäfer wechselte nicht nur ein verbandsligaerfahrener Akteur vom Burger BC 08 an den Alten Kanal, sondern auch ein Spieler, „der sich bereits wunderbar eingelebt hat, menschlich und fußballerisch eine absolute Bereicherung ist“. Schäfer dürfte damit morgen ein schnelles Wiedersehen mit Ex-Teamkollege Aron Pfennighaus, der wiederum aus Burg nach Güsen wechselte, bevorstehen. Auch SVG-Teamchef Mathias Tesch zeigt sich nach den ersten Auftritten des Neuen begeistert, ebenso verhält es sich mit Julian Schmidt, der aus Staßfurt kam.

Doch nicht nur ob der hinzugewonnenen Qualität auf beiden Seiten lässt sich die Favoritenrolle vorab schwer verteilen. Als ärgster Verfolger von Spitzenreiter Schönebeck sind natürlich die Niegripper in der Pflicht, doch Sandmann relativiert: „In den vergangenen Jahren gab es gegen Güsen meist knappe Duelle. Wir treffen auf eine erfahrene und kompakte Mannschaft. Ich sehe die Chancen 50 zu 50.“ Auch Tesch betont die „Ausgeglichenheit der Liga“, bemerkt jedoch, dass seine Elf bereits mit einem Teilerfolg zufrieden wäre: „Mit einem Punktgewinn könnten wir leben. Dazu dürfen wir uns aber über die vollen 90 Minuten keine Auszeit erlauben und müssen gegen einen spielstarken Gegner die Flügel dicht machen.“

Während die Gastgeber voraussichtlich personell aus dem Vollen schöpfen können, stehen bei der SG Blau-Weiß noch Fragezeichen hinter den Einsätzen von Kapitän Thomas Böttcher und Maximilian Weirich (beide erkrankt). Definitiv verzichten müssen die Gäste auf Stürmer Paul Sandmann, der erst Mitte März wieder regelmäßig den Studienort Dresden gegen die alte Heimat eintauscht. Ob nun gehandicapt oder nicht – „es wird Zeit, dass es endlich wieder los geht. Nur mit Training, Testspielen und der ständigen Zurückhaltung wird man als Fußballer nicht glücklich“, spricht Niegripps Coach aus, was Kicker landauf, landab zur Zeit umtreibt.