Biederitz l Für den 18-jährigen Tischtennis Spieler des DJK TTV Biederitz Darius Heyden ist die aktuelle Saison gleichermaßen seine letzte im Jugendbereich. Diese steht derzeit vor einem ungewissen Saisonabschluss. Statt über die Ungewissheit zu grübeln, schmiedet Heyden Pläne.

Heyden hatte zuletzt den Sprung in den Landeskader geschafft, doch wie die Saison nach der Zwangspause enden wird, ist derzeit noch offen. Trainings- und Spielbetrieb ruhen auf unbestimmte Zeit. Und ohne Fahrplan aus der Politik lässt auch die Entscheidung des Tischtennis Verband Sachsen-Anhalt (TTSA) bezüglich der Fortführung der Saison weiterhin auf sich warten.

„Die aktuelle Situation ist für uns Sportler nicht einfach, aber für wen ist sie das schon?“, so Heyden, der sich im letzten Nachwuchsjahr seiner Karriere befindet. Beim Verbandsligisten DJK TTV Biederitz ist er die aktuelle Nummer eins der Verbandsliga-Mannschaft, die sich aktuell auf dem dritten Tabellenplatz wiederfindet.

Viele offene Fragen

„Theoretisch ist unklar, ob Darius als Landeskader Athlet trainieren dürfte“, erklärt sein Vater Ronny Heyden. „Die Hallen und Plätze der Basisvereine sind derzeit alle geschlossen, sodass momentan keine Trainingsmöglichkeit besteht. Bund und Länder wollen voraussichtlich erst am 25. November über „konkrete Schlussfolgerungen sowie die weitere Perspektive für Dezember und Januar im Rahmen des eines Gesamtkonzepts diskutieren und entscheiden“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel noch vor wenigen Tagen. Dass es im Dezember im Breitensport weitergehen wird, damit rechnet kaum jemand. Sicher auch, weil zahlreiche Wettkämpfe, unter anderem die Tischtennis Landesmeisterschaften für Dezember, abgesagt wurden. „Es ist ärgerlich, dass ich meinem Sport nicht nachgehen kann und auch, dass die Pandemie mein letztes Jugendjahr trifft. Das ändert aber nichts daran, dass ich am Ball bleiben werden, wenn es denn wieder losgehen darf“, erzählt das erfolgreiche Biederitzer Nachwuchstalent, der sich mit der Situation erstmal abgefunden hat.

Von der aktuellen Saison hat er sich auch noch nicht verabschiedet, auch wenn sie die bisher ungewöhnlichste seiner Karriere ist. „Ich betrachte sie zumindest noch nicht als verschenkt. Es ist vielmehr eine längere Pause, die zum Schutze aller notwendig ist. Und wenn es dann wieder losgeht, werden wir sehen, welche Entscheidung bezüglich der Punktewertungen der einzelnen Mannschaften getroffen wird. Auch wenn es mein letztes Jahr in der Jugend ist, ist es nicht das letzte Jahr, dass ich am Spieltisch stehen werde. Es wird weitergehen“, zeigt sich Heyden selbstbewusst und zukunftsorientiert.

In der Zwischenzeit nutzt der 18-jährige die Zeit und bearbeitet andere Baustellen. Im Sommer 2021 warten die Abiturprüfungen und bis dahin ist noch Einiges an Stoff zu büffeln. Parallel widmet er sich der Fahrschule und schreibt zudem erste Bewerbungen für ein Duales Studium. „All diese Faktoren hätten den Sport im Moment kürzertreten lassen müssen. Meine Zukunft hat erstmal Priorität und die neugewonnene Zeit nutze ich dafür“, schmunzelt Heyden. Und trotzdem, mindestens zwei Mal wird er trotz Abiturvorbereitung in die Halle zum Training gehen – sobald es denn wieder möglich ist. Für welchen Verein er später sein erstes Spiel im Erwachsenenbereich absolvieren wird, hängt wohl vom Studienort ab.