Burg l Wenige Tage ist es her, dass sich die Ruderer der Wassersportfreunde um Abteilungsleiter Reimar Nuße und die Trainer auf dem Vereinsgelände am Elbe-Havel-Kanal einfanden. Normalerweise herrscht auf dem Areal auch in den Wintermonaten reges Treiben. Doch dieser Tage bleiben die Ergometer in der Ecke stehen, die Tür zum Kraftraum abgeschlossen. Obwohl das Training derzeit in Kleingruppen erlaubt ist, sehen die Wassersportfreunde kaum eine Möglichkeit, die Vorgaben umzusetzen. Übungen in kleinen Gruppen mit bis zu fünf Personen, inklusive Betreuer, sind während der erneuten Zwangspause zwar erlaubt, der zeitliche Aufwand für die Ehrenamtlichen wäre jedoch enorm. „Wir haben mit den Kindern und Eltern per E-Mail Kontakt. Unser Nachwuchs aller Altersklassen hat Trainingspläne erhalten, die sie fleißig Zuhause umsetzen. Dabei werden sie von ihren Eltern unterstützt. Mit einer Gruppenstärke von weit über zehn Kindern ist der Zeitfaktor für unsere Trainer zu hoch. Das schaffen wir nicht. Aus diesem Grund hat unser Vorstand entschieden, dass wir das Training dieser Tagen aussetzen“, erklärt Nuße.

Neuigkeiten aus der Welt des Rudersports, die auch den Burger Verein betreffen, gibt es dennoch. Ab dem 1. Dezember übernahm der Rostocker Paul Heinrich, einst Europameister im Doppelvierer, das Zepter des Landestrainers in Sachsen-Anhalt. „Paul Heinrich ist zwar weniger bekannt als sein Vorgänger Paul Zander, doch bringt er weitreichende Erfahrungen als Skuller mit und das ist genau das, was wir uns wünschen“, beschreibt der Abteilungsleiter zufrieden. Trotz aller Hürden und Widrigkeiten in diesem Jahr richtete Nuße daher auch ein großes Dankeschön an alle Beteiligten inklusive des Verbandes.

Denn gerade zu Weihnachten wird den Menschen bewusst, dass „Zeit“ ein wertvolles Gut ist. Vor allem im Sport. Die vielen Ehrenamtler nehmen sich „ihre“ Zeit und investieren sie, um den Verein in seiner Vielfalt am Leben zu erhalten und immer noch ein Stückchen weiter zu entwickeln. Doch erst, wenn diese Teile verbunden werden, ergeben sie den großartigen Erfolg, der sie in ihrem Sport und ihren Vereinen weiterbringt.

Training in den eigenen vier Wänden

Wie es im neuen Jahr weitergehen wird, gleicht derzeit noch einem Blick in die Glaskugel. Längerfristige Entscheidungen können in der aktuellen Situation nicht getroffen werden. Doch der Rudersport in Burg hat seine „Hausaufgaben“ erfüllt: Mit dem eingeschlagenen Weg tragen die Wassersportfreunde dazu bei, den gesellschaftlichen Werten des Sports gerecht zu werden. Nun wird es vorerst gelten, das Beste aus der aktuellen Lage zu machen, auch wenn das für die Kinder Heimarbeit in Sachen Training bedeutet.

Da in diesem Jahr nicht nur im Vereinsheim an der Blumenthaler Brücke eine Weihnachtsfeier unmöglich ist, trafen sich Abteilungsleiter und Übungsleiter stattdessen zu einer Luftballon-Aktion. „Jeder Ballon, der in den Himmel steigt, enthält Wünsche für die Zukunft. Wir hoffen ganz fest, bald wieder bei Sport und Spiel gemeinsam trainieren zu können. Darum lassen wir für jeden von Euch einen Luftballon mit guten Wünschen steigen. Allen Mitgliedern, Sportfreunden, Übungsleitern, den Aktiven nebst den Eltern und den zahlreichen Förderern wünschen wir ein frohes und gesundes Weihnachtsfest, sowie einen guten Rutsch ins nahende Jahr 2021“, so Nuße.