Loburg l Viel wichtiger aber ist der Blick nach vorn, wie die zahlreichen Projekte der vergangenen Monate unter Beweis stellen. Die Anfänge des Vereins Blau-Weiß Loburg lassen sich bis in die 80er-Jahre des 19. Jahrhunderts zurückverfolgen. Ein Blick, der weit über 100 Jahre in die Vergangenheit reicht und mit der Gründung des Loburger Turnvereins (MTV) seinen Anfang nahm. Frauen- und Jugendturngruppen folgten und schon bald zählte der MTV rund 100 Mitglieder. Die Deutsche Turnerschaft veranstaltete Bezirksturnfeste, bei denen auch leichtathletische Übungen auf dem Plan standen. Auch Radsport, Kegeln und Fußball durften seinerzeit nicht fehlen. Als dann aber die Nationalsozialisten die Arbeiter-Sportvereine übernahmen, ging der erste Loburger Turnverein vorübergehend in eine Zwangspause.

Als nach dem Krieg buchstäblich alles am Boden lag, übernahmen Horst Helbig und Rudi Scheer die sportliche Initiative, trommelten Sportbegeisterte zusammen und begannen mit dem Fußballspielen. Am 2. Juni 1946 war es dann das erste Mal überhaupt, dass sich eine komplette Fußball-Herrenmannschaft zusammengefunden hatte und der Verein als reiner Fußballverein die Neugründung vollzog. Die erste Partie fand gegen den Nachbarort Stegelitz statt. „Es war das erste Mal, dass sich überhaupt eine aktive Fußballmannschaft zusammengefunden hatte. Niemand wusste, wie sein Nebenmann spielt. Trotz starken Gewitterregens konnten wir uns einigermaßen finden, mussten aber 25 Minuten vor Schluss des Regens wegen abbrechen“, lässt sich dem Tagebuch des Sportfreunds Scheer entnehmen. Ab 1952 kickten sie dann auf dem neuen Sportplatz am Triftweg, in dessen Untergrund Bunkerteile für die Aschebahn verarbeitet wurden. Kurios: Damals wie heute fehlen der eigentlichen 400 Meter Bahn ganze 12 Meter.

Der Zuwachs der ersten Herrenmannschaft war zu dieser Zeit enorm und schon bald war es möglich, eine zweite Herren- und gar eine Jugendmannschaft auf die Beine zu stellen. In den folgenden Jahren kamen Abteilungen wie Handball und Tischtennis hinzu, die sich allerdings aufgrund fehlender Mitglieder nicht bis in die heutige Zeit halten konnten. Das Wegfallen der Sektionen mag aber vielleicht auch an der dritten Vereinsgründung des Blau-Weiß Loburg gelegen haben. Aufgrund der innerdeutschen Einigung fand im Juni 1990 nochmals die Gründung mit 152 Mitgliedern statt und schon wenige Monate später folgte die Eintragung beim Landessportbund.

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Noch heute ist die Abteilung Fußball die größte im Loburger Verein. Und die Entwicklung schreitet voran. Im Jahr 2014 begann der Umbau des Sportplatzes. Neben einem weiteren Kleinfeld wurden zwei Flutlichter errichtet, damit auch im Winter unter optimalen Bedingungen trainiert werden kann. Die finalen Arbeiten an der Flutlichtanlage konnten jedoch erst fünf Jahre später abgeschlossen werden und 2019 folgte der erstmalige Einsatz der Anlage.

Zahlreiche Projekte

Fakt ist, über die Jahre wurde geschraubt, gesägt, gegraben und viel gearbeitet. Zuletzt kam die Rundumerneuerung des Sozial- und Kabinentraktes hinzu, sodass die Blau-Weißen nach ihrem Aufstieg in die Kreisoberliga gut gerüstet sind. Daran arbeitet auch Christopher Herder, selbst ehemaliges Mannschaftsmitglied. Herder hing zuletzt die Fußballschuhe an den Nagel und kümmert sich seither um den Online-Auftritt, sodass Interessierte den Verein über eine eigene Homepage, Instagram und Facebook erreichen können. Mit den zahlreichen baulichen Projekten und Modernisierungen ist der Verein nun auch aus technischer Sicht im 21. Jahrhundert angekommen. Komplettiert wird das Angebot seit bereits gut einem Jahr mit Videos über das gemeinsame Vereinsleben auf einem eigenen Youtube-Kanal, sowie Highlight-Videos aller Spiele der Fußballherren über Yousport und Fupa.TV.

Bei den Loburgern stehen zwar die Fußballer und die Kegler im Rampenlicht, doch haben sie mit dem Tanzen und der Freizeit-Sportgruppe weitere Abteilungen, in denen sich Vereinsmitglieder und Interessierte ausprobieren können.

Die Kegler sind derzeit erfolgreicher denn je. Neben dem Landesliga-Vertreter in der Staffel 1 gehören eine zweite Mannschaft, ein Seniorenteam, eine Frauentrainingsgruppe sowie ein starker Nachwuchskader zur Sektion. Auch eine neue Kegelbahn gehört zum Inventar der Blau-Weißen, die vor wenigen Monaten eröffnet wurde. Auf den nunmehr vier Bahnen hält Stefan Schön derzeit mit 664 Holz den Bahnrekord.

Mit aktuell rund 180 Mitgliedern zählt der Blau-Weiß Loburg zu einem der größten Vereine der Stadt und wenn nach der aktuellen Zwangspause der Breitensport aus seinem Dornröschenschlaf erwachen darf, wird nicht nur weiter am Erfolg der Fußballer und Kegler gewerkelt. Auch all die anderen Aktiven freuen sich auf gemeinsame Trainingsstunden auf dem Volleyballfeld oder bei gemeinsamen Walking-Touren oder beim Tanzen. Natürlich sind auch Interessierte herzlich willkommen und dürfen gern in das rege und familiäre Vereinsleben hineinschnuppern.