Burg l „In Vorbereitung auf die Deutsche Polizeimeisterschaft im Volleyball habe ich im Vorjahr am Training des BVC 99 teilgenommen. Mein Arbeitskollege Stephan Bittigau spielte bereits in Burg und so hatte ich die Gelegenheit, das Training mit Blick auf die Meisterschaft zu intensivieren“, berichtet Christian Fink über das Zustandekommens seines Wechsels vor der abgelaufenen Spielzeit.

Weniger von Zufällen geprägt war hingegen die erste Begegnung mit dem Sport: Bereits in der sechsten Klasse begann der gebürtige Cottbusser mit dem Volleyball. Damals unter Trainer Hans Manske beim SV Energie. Jedoch gab dieser nach einer Saison sein Traineramt schon wieder auf. „Danach kam eine Trainerin, die mir und der Mannschaft das Spielen von der Pieke auf noch mal beibringen wollte. Vom Baggern übers Pritschen – darauf hatte ich keine große Lust. Wir konnten ja bereits spielen und so empfand ich ihre Maßnahmen als unnötig“, so der Außenangreifer, der nach dieser Erfahrung dem Volleyball zunächst den Rücken kehrte.

Lust am Sport genommen

Erst nach einem Jahr gelang es einem Schulfreund, den talentvollen Volleyballer für seinen Verein, den Kolkwitzer SV, zu gewinnen. Acht Kilometer in den Nachbarort waren es nun, die der damalige Schüler zweimal in der Woche mit dem Fahrrad zurücklegte, um gemeinsam mit dem neuen Team trainieren zu können. Aber auch beim KSV hielt es Fink nicht lange, denn nach erneut nur einer Saison wechselte er zum Brandenburgligisten KSC Spremberg, wo er bis zum Beginn der Ausbildung im Polizeidienst in Aschersleben blieb. „Obwohl ich jedes Wochenende zu Hause war, wäre mit dem Training am Freitagabend und den regelmäßigen Punktspielen die Zeit daheim noch kürzer gewesen. Deswegen habe ich 2011 mit dem Volleyball aufgehört“, erinnert sich Fink zurück.

Abgesehen von den Auftritten mit der Polizei-Auswahl „habe ich acht Jahre nicht mehr gespielt, bevor ich dem BVC beigetreten bin“. Mit der Landesauswahl ging es lediglich zweimal im Jahr ins Trainingslager – auf die Jahre gerechnet nicht viel Zeit, die Fink für den Volleyball aufbrachte. „Grundsätzlich ist es ja so und da stimmt mir wohl jeder Sportler zu: Man möchte nicht nur trainieren, sondern eben auch Spiele bestreiten, an Wettkämpfen teilnehmen. Aufgrund meiner Arbeit ließ sich das aber lange nicht vereinbaren und aus diesem Grund habe ich die ganzen Jahre nicht mit dem Gedanken gespielt, wieder bei einem Verein anzufangen.“

Erst im Jahr 2018 kam der Wendepunkt. Mit einer neuen Stelle ergab sich mehr freie Zeit an den Wochenenden, die Fink zunächst für intensives Krafttraining nutzte. Zur Vorbereitung auf die Meisterschaften nutzte nun Bittigau die sich bietende Gelegenheit, spielte dem Kollegen den damaligen MDR-Beitrag über das Burger Jubiläumsspiel gegen die WSG Reform Magdeburg vor und lud seinen Arbeitskollegen zum gemeinsamen Training nach Burg-Süd ein. „Nicht nur, dass mich das Team gut aufgenommen hat, ich war auch sehr beeindruckt von dem Video, in dem das Team von zahlreichen Fans unterstützt wurde. Beim Volleyball. Das gibt es sonst nirgendwo. Auch nicht in der Regionalliga beim USC Magdeburg, deren Spiele ich mir einige Male angesehen habe“, zeigt sich Fink beeindruckt. „Und so bin ich eben in Burg geblieben und alles hat sich in eine positive Richtung inklusive Aufstieg entwickelt.“

Von der Stimmung beeindruckt

Dass die Mannschaft für die kommende Saison im Oberhaus dennoch weitere Unterstützung benötigt, steht auch für Fink außer Frage. „Mit zwei Spielern, die in der kommenden Saison kürzertreten wollen, brauchen wir unbedingt tatkräftigen Zuwachs.“ Mit Blick auf den aktuellen Kader verrät der Außenangreifer, dass „unser Zuspieler Moritz Räcke einen tadellosen Job gemacht hat. Man muss fast sagen, dass er seinen Alltag nach unseren Punktspielen geplant hat, um uns als Mannschaft nicht hängen zu lassen. Es kann nur gut sein, wenn wir fast jede Position doppelt besetzen können, auch wenn das heißt, dass man selbst öfter auf der Bank Platz nimmt“. Finks Hoffnung ist zudem, dass auch Alexander Behr die Mannschaft wieder tatkräftig unterstützen wird. „Mit Alex wäre unser Annahmeriegel wieder vollständig und genau das wird in der kommenden Saison ein wichtiger Punkt für den Erfolg sein.“

Der Aufstieg in die vierte Liga ist – darin sind sich alle einig – der größte sportliche Meilenstein, den der BVC 99 in seiner 21-jährigen Geschichte, aber auch jeder Spieler für sich, bisher erreicht hat. So fehlt es eben nur noch an dem ein oder anderen Zugang im Team, um in der Regionalliga bestehen zu können. Vielleicht hilft ja der Zufall wieder ein wenig nach.