Die Altmark hat einen weiteren Schwarzgurt im Shotokan-Karate. Der gerade erst 16 Jahre alt gewordene Nico Rieck aus Gardelegen stellte sich kürzlich der schwierigen Prüfung zum 1. Dan und bestand diese mit Bravour. Damit ist er einer der jüngsten Dan-Träger in Deutschland überhaupt.

Gardelegen l Nico Rieck aus Gardelegen hat es geschafft. Man sieht es ihm schon irgendwie an. Ein zufriedenes Lächeln zeichnet sein Gesicht, als er im Dojo der Gardelegener Willi-Friedrichs-Halle Zubon und Uwagi überstreift und schlussendlich einen schwarzen Obi zusammenschnürt. Dieser ist bestickt mit gelben japanischen Schriftzeichen. "Das bedeutet mein Name und die Stilrichttung des Karate", erklärt Rieck mit viel Stolz in der Stimme. Auch Vater Thomas ist dabei. Sein Blick richtet sich mit ebenso viel Stolz in Richtung Filius. "Das ganze Training und die harte Arbeit in den letzten Monaten und Jahren hat sich nun ausgezahlt. Wir haben in letzter Zeit viel investiert, um das zu schaffen", so Vater Rieck.

Und der Weg bis hin zum 1. Dan begann für Nico schon in früher Kindheit. Nico war noch nicht einmal vier Jahre alt, da machte er schon die ersten sportlichen Schritte in dieser Kampfkunstsportart. Schnell fand er Gefallen daran. Allerdings galt seinem Interesse auch einer Mannschaftssportart. Nico spielte nämlich in der G-Jugend des SSV 80 Gardelegen Fußball und zeigte dort ebenfalls sein sportliches Talent. Doch faszinierender war für ihn der Kampfsport. Es dauerte auch nicht ange, da stellten sich die ersten Erfolge ein. Als noch kleiner Steppke schaffte er die Prüfung zum 9. Kyu (weißer Gürtel) und nahm an ersten Wettkämpfen erfolgreich teil. Zu nennen wären da im Jahr 2006 ein dritter Platz (Kata) beim heimischen Altmark-Pokal in Gardelegen, zweite Plätze in Kata und Kumite beim Norddeutschen Cup Lüneburg und bei den Radefeld Open und ein erster Sieg beim Brockenpokal in Ilmenau (Kata). Verantwortlich für die ersten erfolgreichen Schritte waren seine Trainer Anke Wopat, Ronny Lampe, Karl-Heinz Burchardt und Monika Riek-Burchardt, Frank Diwischek, Holger Probst sowie Helmut Thätz. Dass diese Erfolge nur der Anfang einer mittlerweile sehr erfolgreichen Laufbahn sein würden, ist mittlerweile bekannt. Und die Entwicklung ging weiter steil bergauf. Es folgten mehrere Landesmeistertitel im Kumite und Kata und sogar Deutsche Meistertitel, allerdings im Jiu-Jitsu. "Ich mag eher Kumite und da liegt es nahe, auch im Jiu-Jitsu zu starten", so Nico Rieck. 2013 legte der Gardelegener dann die Prüfung zum 1. Kyu (brauner Gürtel) ab und trainierte seit dem akribisch mit Blick auf die Danprüfung.

Am 13. Juni war es dann soweit. Es fanden in Hasloh bei Hamburg die Dan-Prüfungen des Deutschen Karate-Verbandes statt. Und mittendrin war der 16-jährige Nico Rieck aus Gardelegen. Ausrichter war der TuS Hasloh vom Landesverband Schleswig-Holstein. Insgesamt waren elf Prüflinge zu den Prüfungen im 1., 2. und 3. Dan angereist. Nicht nur für Nico Rieck war dieser ganz besondere Tag der sportliche Höhepunkt der bisherigen Karate-Laufbahn. Jetzt mussten sich die langen intensiven zusätzlichen Trainingseinheiten zur Danvorbereitung auszahlen. Mit Mattias von Saldern (7. Dan) und Samad Azadi (5. Dan) waren zwei exzellente Prüfer angereist. Da Nico erst 16 Jahre alt ist und die Danprüfung frühestens auch mit 16 Jahren abgelegt werden darf, durfte man auf seine Vorstellung gespannt sein. Alle in der Prüfungsordnung geforderten Techniken konnte er schnell, kraftvoll, präzise aber auch vor allem instinktiv korrekt ausführen. Der Prüfer Samad Azadi war nicht nur von der langen Erfolgsliste in Riecks Kampfausweis begeistert, er bescheinigte Nico auch eine sehr gute Prüfung sowie Ausdauer, Dynamik und Leistungsbereitschaft. Darüber freute sich Nico Rieck natürlich genauso wie über das am Ende verliehene Dan-Diplom. "Es kommt wirklich darauf an, die Techniken sehr genau und exakt auszuführen. Die Prüfer schauen auch genau hin. Da kommt es manchmal auf Zentimeter an", erinnert sich Nico Rieck.

Als geprüfter Meister im Shotokan-Karate will er nun seine Kenntnisse nicht nur erweitern, sondern auch sein bisher erworbenes Wissen im Verein ZEN Gardelegen, dem er seit jungen Jahren angehört, weitergeben.

   

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