Eine erwartete aber dennoch recht knappe Niederlage haben die Männer der SSJ Gardelegen kassiert. In eigener Halle unterlagen die Rolandstädter der BG Aschersleben Tigers II am Ende mit 60:75 (33:45).

Gardelegen l Obwohl die meisten Teams der Landesliga ihre Spiele noch nicht komplett absolviert haben, ging es am Sonnabend schon in die Rückrunde. Dabei empfing die SSJ Gardelegen den bisher ungeschlagenen Tabellenführer und Aufstiegsaspiranten, die zweite Mannschaft der Aschersleben Tigers. Dem SSJ-Rumpfteam, diesmal nur zu sechst, stand eine echte Härteprüfung gegen den Tabellenführer bevor. Gästetrainer Zillerbiller wollte nichts dem Zufall überlassen und reiste mit vollem Kader an. Währenddessen brauchte sich SSJ-Coach Uwe Stephan mal wieder keine Gedanken um taktische Spielchen zu machen, seine Jungs sollten so kräfteschonend wie möglich agieren und die zu erwartetende Niederlage in Grenzen halten.

Das erste Achtungszeichen setzten Gardelegens angeschlagener Dreierspezialist Thomas Dutz sowie Publikumsliebling Robert Wolff und schon stand es nach drei Minuten 7:2 für die Hausherren. Das war nicht der erwartete Auftakt, so dass Tigers-Coach Zillerbiller schon frühzeitig seinen angeschlagenen Topscorer Gunter Schimpfermann bringen musste, der dann auch sein Team wieder ins Spiel brachte und mit zwei Dreiern den 22:22-Ausgleich erzielte (9.). Das SSJ-Team verbuchte in dieser Phase einige spektakuläre Ballgewinne, die bei mehr Glück im Abschluss sicherlich zur Viertelführung gereicht hätten. Stattdessen zog der Favorit mit 26:22 davon. Aber was sind schon vier Punkte Rückstand für die Altmärker.

Gleich nach der Pause entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Zunächst hattten die Dreierschützen das Sagen. Gardelegens Kapitän Konrad Nulle versenkte seinen Dreier zum 25:26, aber gleich im Gegenzug traf Rico Warias ebenfalls aus der Distanz. In den folgenden Minuten ging es auf und ab. Doch die Gäste waren erfolgreicher und konnten ihren Vorsprung auf 27:37 ausbauen. SSJ-Coach Uwe Stephan reagierte mit einer Auszeit, um einfach seinen Männern eine zusätzliche Verschnaufpause zu gönnen. Danach der Auftritt von Robert Wolff, der mal ganz locker dem Gegner zwei Dreier innerhalb zweier Angriffe einschenkte. Folge: Die Gäste wurden unruhig und versuchten nun mit der Brechstange eine Entscheidung bereits zur Pause herbeizuführen. Dadurch kam eine recht ungesunde Härte ins Spiel. Zur Pause lag der Tabellenführer mit 45:33 vorn.

Nach der Halbzeitpause ein ungewohnt ganz starkes drittes Viertel der SSJ-Männer. In der Verteidigung fischten Jens Albat und Matthias Koepke so ziemlich alles weg, was der Gegner verwarf, und im Angriff machten Albat und Nulle gehörig Dampf unter dem gegnerischen Korb. Dank des dritten "Wölffi"-Dreiers ging das Viertel sogar an die Gastgeber, die den Rückstand auf 46:56 verkürzten.

Zehn Punkte Rückstand vor dem Schlussviertel, auch das kann ein SSJ-Team drehen. An diesem Abend eher nicht. Lange Zeit sah es so aus, als ob die Altmärker ihren Coup der letzten Woche wiederholen könnten, doch mangels personeller Alternativen gab es auch kaum andere taktische Möglichkeiten, als die Zonenverteidigung. Und das Spiel hatte nicht nur Kräfte gekostet, sondern dem SSJ-Team auch einige blaue Flecken eingebracht. Zwei Minuten vor Schluss, beim Stand von 60:69, war die Niederlage des SSJ-Teams absehbar. Und als 40 Sekunden vor Schluss Matthias Koepke nach seinem fünften Foul auf der Bank Platz nehmen musste, war der Sieg in weite Ferne gerückt. Mit 75:60 behielt der Tabellenführer die Oberhand und unterstrich seine Aufstiegsambitionen, doch souverän sieht anders aus.

"Aschersleben war an diesem Abend schlagbar. Den Jungs, die heute auf dem Parkett standen, kann man keinen Vorwurf machen. Thomas Dutz, Jens Albat und Thorsten Schmicker waren angeschlagen, Matthias Koepke hat nach wie vor mit Schulterproblemen zu kämpfen. Kritikwürdig ist wohl nur die Freiwurfquote. Was wäre passiert, wenn wir unsere Freiwurfchancen genutzt hätten? Ist zwar nur Spekulation, aber der Tabellenführer wäre wohl mächtig ins Schwimmen gekommen, wenn es ein wenig enger geworden wäre", fasste SSJ-Coach Uwe Stephan nach der Partie zusammen.

SSJ Gardelegen: Nulle (17), T. Dutz (12), Koepke (3), Albat (14), Schmicker, Wolff (14).