Wer hätte das gedacht. Erst verstolperten die Volleyball-Männer des SSV 80 Gardelegen gleich mehere Spielzeiten in Serie den Aufstieg in die Landesliga, doch kaum hatten sie es geschafft, marschieren sie auch schon in der neuen Spielklasse ganz vorne weg.

Gardelegen l Das hätten wohl auch die kühnsten Optimisten nicht gedacht. Der SSV 80 Gardelegen liegt zur Winterpause mit nur einer Niederlage gegen den HSV Medizin Magdeburg auf dem Platz an der Sonne in der Landesliga. Als Aufsteiger gestartet, ließen die Mannen um Teamleiter Arne Kreißl nur wenig Schwächen erkennen und wiesen ihre Ligazugehörigkeit eindrucksvoll nach.

Während die Mutter des Erfolges wohl die gesunde Mischung innerhalb der Mannschaft ist - erfahrene Akteure wie Bernd Kass oder auch Tobias Pulsack und Tobias Weber agieren neben Youngsters wie Pascal Grothe, Lukas Kreißl oder Philipp Lenz in einer einträchtigen Harmonie, so wird der Vater noch gesucht. Zwar führt Kreißl die Mannschaft als Teamleiter an, doch ein richtiger, echter "Schleifer" - wie es Gerhard Müller einst war - fehlt.

Dennoch trägt sich die Mannschaft mit der Aufstiegseuphorie im Nacken quasi selbst. Man sieht es den Jungs regelrecht an, dass sie eine Menge Spaß miteinander und auch damit haben, die Gegner gleich reihenweise vom Parkett zu fegen. Im Heim-Match gegen Staßfurt war der Spaß sogar so groß, dass sich eine im Schnitt gerade einmal 17,5 Jahre alte Mannschaft auf dem Spielfeld beweisen musste, während der Rest des Teams auf der Bank genüsslich zuschaute.

Und "der Rest" sind in dieser Saison immerhin meistens fünf oder sechs Spieler. Personalprobleme gibt es im Team nicht. Zwar ist Neuzugang Christian Buchholz aufgrund von beruflichen Verpflichtungen nur bedingt einsetzbar, und auch die schwere Verletzung von Bernd Kass (Patellasehne) zur Mitte der Hinrunde spielte dem SSV nicht gerade in die Karten, doch die Youngsters können bereits jetzt die Lücke schließen. Besonders sind hier Marvin Bogdahn, Philipp Lenz, Lukas Kreißl oder auch Angreifer Pascal Grothe zu nennen. Sie geben den routinierten Spielern um Matthias Koepke nicht nur immer wieder die verdienten Verschnaufpausen, sondern sorgen dafür, dass kein Bruch im Spiel zu erkennen ist.

Absoluter Höhepunkt der Hinrunde war das Heimspiel gegen den Post SV Stendal. Hier lagen die Gardelegener bereits mit 0:2 im Hintertreffen und sahen wie der sichere Verlierer aus. Doch weit gefehlt. Mit der ganzen Unbekümmertheit drehte der SSV das Match und sicherte so die Spitzenposition ab.