Letzlingen l Auf dem Letzlinger Kunstrasenplatz liefen Ball und Akteure bereits flüssig. Obwohl der Liga-Alltag für den SV Heide Letzlingen und die TuS Schwarz-Weiß Bismark erst in rund drei Wochen wieder aufgenommen wird, boten sich beide Altmark-Klubs einen heißen Schlagabtausch.

Bei optimalen äußeren Bedingungen, deuteten die in Rot gekleideten Hausherren nach zehnminütiger Abtastphase an, was sie sich für das Jahr 2020 vorgenommen haben. Angetrieben von Mittelfeldroutinier Kai Knackmuß, kamen die Gastgeber zu guten Abschlussgelegenheiten.

Den Gästen aus Bismark dagegen fehlte zu Beginn noch die Handlungsschnelligkeit. So bekamen die Schwarz-Weißen keinen Zugriff auf Günther Ahlfeld, der auf Fehler der gegnerischen Verteidiger lauerte. Nach Abpraller von Torwart Niklas Kannenberg in Minute 21 war es dann soweit. Ahlfeld erzielte das erste Tor des Spiels. Den Torriecher an jenem Nachmittag hatte nicht nur Heide-Angreifer Ahlfeld.

Nur sieben Minuten später markierte Fabian Schlamann das 2:0. Martin Müller schickte den agilen Günther Ahlfeld in Richtung Strafraum. Dieser flankte den Ball aus vollem Lauf, mustergültig an den langen Pfosten. Dort lief Schlamann ein und bedankte sich per Kopf für den Lieferdienst Ahlfeldt. Die Schwarz-Weißen wirkten nach zwei Gegentoren jedoch keinesweges geschockt. Angestachelt vom Rückstand, arbeitete sich die TuS zurück. Ebenfalls per Kopf einnicken, durfte Carlo Rämke in der 33.Minute, nach Flanke vom erst in der 22.Minute eingewechselten Frederic Lange, der für den angeschlagenen Timon Motejat kam.

Langes Flanke über die rechte Seite, offenbarte das Liga-Gesicht des SV Heide Letzlingen in der aktuellen Saison. Nach der 2:0-Führung nahm der Gastgeber das Tempo raus und ließ den Gegner gewähren. Bismark nutzte die Passivität der Letzlinger noch vor der Halbzeitpause und glich zum 2:2 aus. Frederic Lange traf in der 39.Minute ins kurze Eck und bewarb sich damit bei Trainer Christoph Grabau für einen Startelf-Einsatz bei den kommenden Aufgaben.

Zur Pause thematisierten die Letzlinger Protagonisten den Riss nach 2:0-Führung, noch auf dem Weg in die Kabine. Unnötige individuelle Fehler, Risikobälle im Aufbauspiel und gegenseitige Schuldzuweisungen zeigten deutlich, dass Abstimmung und Stabilität den Heide-Kickern noch fehlt.

Schuhreparatur mit Teppichkleber und Tape

In Halbzeit zwei zeigten die Letzlinger wieder Charakter. Mit höherer Laufintensität, spielte Heide nach vorne. Die Gäste hielten dagegen. Symbolträchtig für den Kampf beider Teams, sollte der Schuh von Lennard Scherer sein, dessen rechte Sohle während der Partie riss. Mit Teppichkleber und Tape, wurde der Schuh des Bismarkers repariert. Trotz ästhetischem Eingriff am Schuhwerk, prüfte Scherer aus 16 Metern Gäste-Keeper Lenz und dessen Reaktionsfähigkeiten. Der präparierte Schuh hielt genauso sicher, wie der schnell abtauchende Lenz im Gehäuse der Letzlinger.

Fabian Schlamann, der ein ständiger Unruheherd für Schwarz-Weiß war, nutzte auf der Gegenseite einen Stellungsfehler von Keeper Kannenberg aus, der unter eine Flanke hindurch taucht, und nickte zum 3:2 per Kopf ein (81.). Das 3:3 für Bismark fiel ebenfalls per Kopf. Ohne Gegenwehr stieg Alex Mayer nach Eckball von rechts in die Luft und schraubte den Ball in den Winkel. Damit war der Endstand besiegelt. Gäste-Trainer Grabau: „Wir haben Moral gezeigt. Das war extrem wichtig. Wir müssen unsere Chancen aber besser ausspielen.“ SVH-Coach Christian Werneke: „Wir haben gut in den Zweikämpfen agiert und eine gute Teamleistung gezeigt. Das Unentschieden geht in Ordnung.“

FSV Heide Letzlingen: Andreas Lenz - Marc Schlamann, Albrecht Bock, Andreas Schnecke, Andreas Schmidt, Stefan Saluck, Martin Müller, Günter Ahlfeld, Fabian Schlamann, Kay Knackmuß, Sebastian lze.

TuS Schwarz-Weiß Bismark: Niklas Kannenberg - Sebastian Fricke, Jonas Gagelmann, Artem Sikulskyi, Marcel Beindorf, Michael Metzger, Timon Motejat, Philipp Grempler, Carlo Rämke, Alexander Mayer, Lennard Scherer - Trainer: Christoph Grabau

Torfolge: 1:0 Günter Ahlfeld (22.), 2:0 Fabian Schlamann (28.), 2:1 Carlo Rämke (33.), 2:2 Frederic Lange (39.), 3:2 Fabian Schlamann (81.), 3:3 Alexander Mayer (84.).