Salzwedel l In Beetzendorf und Jävenitz stehen am Sonnabend ab 14 Uhr zwei Nachbarschaftsduelle an, in denen es zugleich um wichtige Punkte im Titel- als auch im Abstiegskampf geht. Ebenfalls vor heimischem Publikum treten der SV Liesten 22 und der SV Grün-Weiß Potzehne an, während der FSV Heide Letzlingen in Grieben gastiert.

MTV 1880 Beetzendorf – SV Eintracht Salzwedel 09 (SR: Steffen Wozny).

Es ist schon fast vier Monate her, als der MTV sein letztes Heimspiel (5:2-Sieg gegen Havelberg) bestreiten konnte. Danach machte dem Zürcher-Team immer wieder die Unbespielbarkeit des eigenen Geläufes einen Strich durch die Rechnung. Viele Nachholtermine bleiben nicht mehr übrig. „Wir werden alles daran setzen, dass gespielt werden kann. Wenn es so kommt, müssen wir natürlich erst einmal wieder richtig reinfinden. Salzwedel ist da schon ein Stück weiter und daher auch der klare Favorit“, macht Beetzendorfs Kapitän Nico Schulz deutlich.

 Zwar konnte der MTV zuletzt regelmäßig und ordentlich trainieren, doch die Spielpraxis fehlt. „Ich denke, wir sind fit, wollen hinten stabil stehen und wieder den Teamgeist aus der Hinrunde an den Tag legen“, verrät Schulz. Dann ist den Beetzendorfern auch ohne Gordon Bock, Robert Diekmann und Sebastian Eder eine Überraschung wie im Hinspiel (4:3-Sieg) zuzutrauen.

Eintracht mit Respekt

„Im Hinspiel haben wir gedacht, dass wir auch mit halber Kraft gewinnen. Das darf uns nicht noch einmal passieren. Beetzendorf ist nun wesentlich erfahrener und steht auch zu Recht im Mittelfeld“, denkt SVE-Trainer Burghardt Schulze nur ungern an den 26. August des vergangenen Jahres, als seine Elf bereits mit 3:1 führte und noch mit 3:4 verlor, zurück. Um an der Spitze zu bleiben, ist für die Hansestädter wohl ein Sieg nötig. Einfach dürfte dieses Unternehmen aber nicht werden – gerade nach einer doch eher mäßigen Vorbereitung mit nur einem Testspiel. „Optimal war sie nicht, doch die Trainingsbeteiligung war gut und wir konnten zumindest viel für die Physis tun.

Im fußballerischen Bereich war leider nur wenig möglich“, so Schulze. Doch dem Kontrahenten – das ist vielleicht ein schwacher Trost – ging es nicht anders. „Wir dürfen den MTV natürlich nicht unterschätzen“, warnt Salzwedels Coach seine Schützlinge – wie im Hinspiel – vor Leichtsinn. Auch wenn bis auf den gesperrten Kapitän Julian Seehausen alle Akteure zur Verfügung stehen, wird der Primus („Wir versuchen natürlich weiterhin, unsere Hausaufgaben zu erledigen“) wohl rauen Gegenwind zu spüren bekommen.

SV Liesten 22 – SV Medizin Uchtspringe (SR: Leon Kocherscheid).

„Man muss abwarten, eine klare Tendenz gibt es noch nicht“, äußert sich im Vorfeld SVL-Sektionsleiter Mario Schulz. Sollten die Temperaturen bis weit in den Minusbereich rutschen, erscheint die Austragung dieses Duells allerdings eher unrealistisch. Falls gespielt werden kann, wollen die Liestener ihrer Favoritenrolle gerecht werden. Das gelang allerdings in der Vorwoche in Letzlingen (1:2) nicht. „Eine Reaktion muss schon kommen. So dürfen wir nicht auftreten, wenn wir ganz oben mitspielen wollen.

Partie mit Kampf erwartet

Wenn man offensiv schon unglücklich auftritt, dann darf man sich zumindest im Aufbau keine derart gravierenden Fehler erlauben“, erklärt Schulz. Eine ähnliche Kampfpartie erwartet dieser auch gegen den Rangneunten. „Die Verhältnisse werden nicht gut sein, also muss zumindest der Wille erkennbar sein“, so der Spartenleiter. Fest steht, dass die verletzten Niels Bierstedt und Markus Krotki genauso fehlen wie der beruflich verhinderte Michael Buchholz. Fraglich ist der Einsatz des an der Schulter lädierten Sebastian Kordus. Ausreden zählen für die Piotrowski-Elf nun aber nicht mehr.

SV Grün-Weiß Potzehne – SV Rot-Weiß Arneburg (SR: Tobias Menzel)

Der Vorsprung des Aufsteigers aus Potzehne auf den ersten Abstiegsplatz beträgt nur noch drei Punkte. „Wenn wir auswärts schon so selten punkten, dann müssen wir eben versuchen, unsere Heimspiele zu gewinnen. Ansonsten wird es immer brenzliger für uns“, hat natürlich auch Grün-Weiß-Trainer Erich Krümmling den Ernst der Lage erkannt. Mit dem Vorwochenauftritt in Tangermünde (0:2) war Krümmling nicht einmal gänzlich unzufrieden: „Zu Beginn waren wir zwar noch nicht auf der Höhe, haben uns dann aber in die Partie gearbeitet und waren auf Augenhöhe.“ Allerdings verhinderte das Hauptmanko der Grün-Weißen, die Chancenverwertung, etwas Zählbares.

"Kaltschnäuzigkeit" fehlt

„Wir sind vor dem Tor einfach zu ungefährlich, erzielen zu wenig Tore. Das zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison“, so der Übungsleiter. Auch im Hinspiel in Arneburg (1:2) war laut Erich Krümmling „mehr drin“. Auch dort ließ der Neuling zu viele Gelegenheiten aus, verpasste somit ein mögliches Remis. Zumindest ein solches, besser aber einen Sieg haben sich die Potzehner auch ohne den gesperrten Kapitän Jan Küllmei nun auf eigenem Geläuf – die Chancen der Austragung stehen 50:50 („Wir wollen schon gern spielen, ansonsten wird der Spielplan immer enger“) – gegen den Rangfünften vorgenommen.

SV Grieben – FSV Heide Letzlingen (SR: Robert Stähr)

Mit dem 2:1-Heimerfolg gegen Liesten gelang den Letzlingern in der Vorwoche ein Paukenschlag. „Wir hatten eine gute Vorbereitung, standen daher gut im Saft. Dazu kam uns der Kunstrasenplatz sicherlich auch entgegen“, blickt Vereinschef Andreas Lenz, der vermutlich auch in Grieben wieder das Gehäuse hüten wird, zurück. Ähnlich möchte die Stimbra-Elf natürlich auch im Duell gegen den Tabellenelften auftreten. „Wir wollen den Schwung mitnehmen und natürlich nicht verlieren. Ich erwarte gegen einen offensivstarken Gegner eine ausgeglichene Partie“, so Lenz. Die Westaltmärker müssen ohne die gesperrten Christian Wernecke und Thomas Lübke sowie den langzeitverletzten Florian Pawlowsky auskommen, möchten aber dennoch möglichst nachwaschen.