Zwei Spitzenmannschaften, 280 Zuschauer und sieben Tore: Die mit Spannung erwartete Partie in der Fußball-Landesliga zwischen dem Burger BC 08 und dem Schönebecker SC hat gehalten, was sie vorab versprach. Am Ende setzten sich die favorisierten Gäste mit 5:2 (2:2) durch.

Burg/Schönebeck l Alexander Siemke wird sicher große Augen gemacht haben, nachdem BBC-Trainer Hartmut Müller in der Kabine die Mannschaftsaufstellung an die Tafel geschrieben hatte. Nicht auf seiner angestammten Position zwischen den Strafräumen fand sich der Burger Mittelfeldmotor am Sonnabend wieder, sondern sollte stattdessen als Sturmspitze tief in der Gefahrenzone des Gegners für Unruhe sorgen. "Es war eine taktische Maßnahme. Wir wollten vorn einen ballsicheren Spieler drin haben", begründete Müller die Umstellung.

Mit seinen 1,74 Metern hatte Siemke natürlich gegen die im Schnitt einen Kopf größere SSC-Abwehr um Alexander Gröger und Robert Renger einen schweren Stand - nicht nur aufgrund des vom Regen aufgeweichten Geläufs im BBC 08-Parkstadion. Doch der 28-Jährige sollte gegen die Schönebecker auch gar nicht seine Qualitäten als "Kopfballungeheuer" entdecken.

Die Lufthoheit genießen beim BBC nämlich seit je her andere. Etwa Innenverteidiger Christian Behr oder der am Sonnabend offensiver aufgebotene Sebastian Boßmann. Sie sorgten mit ihren Kopfballtreffern (33., 38.), die beide nach Freistößen aus dem Halbfeld fielen, dafür, dass die Gastgeber länger im Spiel blieben, als es den Gästen um das Trainergespann Heiko Böhler/René Kausmann lieb war. "Offen gesagt, hatten wir vorab ein wenig Bammel gehabt, zumal der BBC unter Woche nicht gespielt hat, wir dagegen schon. Nachdem wir uns die beiden Gegentore nach Abwehrfehlern selbst reingelegt hatten, wurde es eng. Aber auch solche Rückschläge halten uns nicht auf", lieferte Böhler einen kleinen Einblick ins Schönebecker Selbstverständnis.

Ganz in diesem Sinne hatten die "Grünen" vor den beiden Burger Toren jeweils vorgelegt. Nachdem BBC-Abwehrspieler Jörn Eschholz wegrutschte, traf Vit Fiser zum 1:0 (28.). Auch auf Behrs zwischenzeitlichen Ausgleich fand SSC-Sturmtank Stephan Kacafirek die passende Antwort (36.). Das 2:2 zur Pause verdiente durchaus das Prädikat "leistungsgerecht" und zudem ein Lob vom Gegner: "Burg war taktisch sehr diszipliniert, hat bewiesen, dass es zu Recht so weit oben in der Tabelle steht", sagte Böhler.

Nach dem Seitenwechsel standen die Gastgeber allerdings zunächst neben sich. Nach einem Abstoß von SSC-Torhüter Christoph Breitmeier genügte in Person von Felix Krause eine Anspielstation, um elf Gastgeber hinter sich zu lassen. In der Mitte stand erneut Kacafirek richtig und besorgte die dritte Schönebecker Führung (52.).

Nachdem Marco Westhause aus spitzem Winkel kurz darauf die beste Burger Gelegenheit im zweiten Abschnitt vergab (56.), deutete sich die Entscheidung an. Ein Freistoß von Michal Salak klatschte an die Burger Querlatte, der brasilianische Neuzugang Luiz Adriano De Olivieras schaltete am schnellsten und erzielte im zweiten Spiel seinen ersten Treffer im Dress der "Grünen" (68.). Kacafireks drittes Tor nach schnell ausgeführtem Freistoß besiegelte den 5:2-Auswärtserfolg der Elbestädter.

Enttäuschung fand man auf Gastgeberseite trotz der Niederlage nicht vor. "Wir haben Moral bewiesen, holen zweimal einen Rückstand auf. Am Ende ist es eine Kraftfrage. Da entscheiden Kleinigkeiten", fasste Müller zusammen.

Burger BC 08: Krüger - Eschholz, Behr, Lindenblatt, Schäfer, Bossmann, Zimmer, Herms (74. Purrucker), Baumgartl, Westhause (68. Peseke), Siemke (85. Teege)

Schönebecker SC: Breitmeier - Gröger, Renger, Buszkowiak, Schulz (64. Bartsch), Fiser (84. Meinecke), R. De Oliviera, Krause, Salak, A. De Oliviera (75. Braunert), Kacafirek