Burg (mak) l Dass die Handballer der SG Fortschritt Burg nicht im Vorbeigehen zu schlagen sind, bekam am Sonnabend auch der derzeitige Tabellenführer der Sachsen-Anhalt-Liga zu spüren. Zwar gewann Naumburg-Stößen mit 28:21 (14:9) gegen die Ihlestädter und sicherte sich somit den Einzug in die nächste Runde des HVSA-Pokals, doch in Sachen Leidenschaft und Kampfgeist kam der wahre Sieger aus Burg.

Am Ende stand die erwartete Niederlage zu Buche, aber selbst SG-Trainer Holger Leske war erstaunt über das aus Burger Sicht positive Ergebnis. "Mit diesem Kampfgeist habe ich gerechnet, aber mit dem Ergebnis nicht." Kein Wunder, immerhin konnten sich die zwei Klassen höherspielenden Naumburger am Ende nur mit sechs Toren absetzen. Die Gäste waren spielerisch überlegen, gingen aber vor allem im Torabschluss zu fahrlässig mit ihren Chancen um. Burg hingegen hielt mutig dagegen und ging nach einem 0:2-Rückstand (3.) in der 10. Minute mit 4:3 in Führung. Wieder einmal war es Steffen Bretschneider, der einen Tempogegenstoß zur einzigen SG-Führung abschloss. In der Folgezeit leisteten sich beide Teams viele Fehlpässe, aber es waren die Gäste, die immer wieder schneller umschalteten.

Als die Saalestädter erstmals mit vier Toren davonzogen (9:5), nahm Leske die erste Auszeit - ohne Wirkung. Großen Anteil daran hatte vor allem Tobias Beyer im Tor Gäste. Der 21-Jährige hütete in der letzten Saison noch das Gehäuse des Güsener HC und glänzte mit zahlreichen Paraden. Die Burger ließen jedoch nicht locker und hinderten die Gäste durch aggressives Zupacken in der Abwehr daran, sich weiter abzusetzen - 9:14-Halbzeitstand.

Nach Wiederanpfiff zeigte Beyers Gegenüber, SG-Keeper Christian Bünger, dass er momentan ebenfalls in bestechender Form ist. Auch seine Vorderleute trauten sich nun mehr zu und suchten des Öfteren das eins-gegen-eins. Als Nicky Titsch zum 14:19 traf (42.) und Bünger zweimal in Folge parierte, hofften alle auf eine Aufholjagd der SG, doch auch in Hälfte zwei leistete sich die Leske-Sieben zu viele Unkonzentriertheiten.

Als der SG-Coach beim Stand von 16:25 (19.) erneut die Auszeit nahm, deutete alles auf die erwartet hohe Niederlage hin. Dass die SG jedoch im Anschluss lediglich noch drei Tore zuließ und bis auf 21:28 verkürzte, lag vor allem am großen Kampfgeist der Ihlestädter, die ihre starke Hinserie in der 1. Nordliga mit dieser beachtenswerten Leistung krönten.

SG Fortschritt Burg: Bünger, Mache (1), Bretschneider (6), Piehl, Wagner, Wöhe (4), Scholz, Katillus, Gerlach, Lange (4), Voigt (3), Lünger (1), Titsch (2)