Brettin/Roßdorf l Dass sich der TSV Brettin/Roßdorf seit 1958 bis heute so erfolgreich entwickelte, liegt vor allem an der Leidenschaft und dem Willen der einzelnen Mitglieder, Verantwortlichen, Übungsleiter, Unterstützer und Sponsoren. Mehr als 60 Jahre liegt die Vereinsgründung nun zurück. Unter dem Namen BSG Traktor Brettin startete die damalige Elf zunächst als reiner Fußballverein. Zwar steckten sie kurz nach der Neugründung erstmal eine 0:6-Heimniederlage gegen Bergzow ein, das Fußballfieber entbrannte aber dennoch in dem beschaulichen Ort. Von allen Seiten kam nun finanzielle und auch personelle Verstärkung. So lodert das Fußballfeuer bis heute und hat gar weitere Sektionen, wie Volleyball, Tischtennis, Tennis, Gymnastik und das Kinderturnen, hervorgebracht. Die ein oder andere Abteilung sucht zwar noch ein wenig Zuwachs, doch insgesamt ist der Klub gut aufgestellt. Doch mit welchen Schwierigkeiten setzen sich Mitglieder und Verantwortliche aktuell auseinander?

Fünf Abteilungen mit zahlreichen Mitgliedern

Gegenwärtig verzeichnet der TSV Brettin/Roßdorf insgesamt 260 Mitglieder in fünf Abteilungen, die größte davon in der Sektion Fußball. Auch Gymnastik mit 40 vorwiegend weiblichen Teilnehmern erfährt einen regen Zustrom, wohingegen die Tennis- und Volleyballer noch besagten Zuwachs wünschen. Die Sektion Tischtennis wiederum verzeichnet 20 Aktive, die seit drei Jahren mit drei Mannschaften am Punktspielbetrieb teilnehmen.

Der größten Abteilung, den Fußballern, stehen insgesamt zwei Rasenplätze und ein Schotterplatz zur Verfügung. Zu den weiteren Sportanlagen des kleinen Vereins gehören außerdem ein Tennisplatz und zwei Beachvolleyballplätze, die aktuell für den Winter vorbereitet sind, sodass die Anlagen – nicht nur coronabedingt – unbespielt bleiben. Auch die Fußballplätze bleiben leer, es ist ein ungewohntes Bild, da regulär großer Betrieb auf der Sportanlage herrscht. Hier trainiert nicht nur der TSV. Aufgrund zweier Spielgemeinschaften im Nachwuchsbereich findet sich auch regelmäßig der Nachwuchs von Borussia Genthin und den Elbekickern ein. „Es ist nicht nur unser Vereinsleben, welches blüht. Auch mit den anderen Vereinen pflegen wir eine gute Bindung. Vereinsintern haben wir zum Glück auch viele helfende Hände, die sich aktiv einbringen und verschiedene Ideen realisieren“, erzählt der erste Vorsitzende Dr. Axel Lorenz, der Ende Oktober sein neues Amt nach der Vorstandswahl übernahm. „Erst in diesem Jahr haben wir das alte Sanitärgebäude als Sportgerätehaus für die Fußballer, Volleyballer und Tennisspieler umgebaut. Neunzig Prozent sind gefördert worden und wir haben eine stolze Summe in Eigenleistung erbracht.“

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Die Vereinsentwicklung hat Priorität

Investitionen in die Zukunft tätigt der Verein um den Vorsitzenden regelmäßig, auch trotz und mit Corona. Nachdem der Hauptplatz im Jahr 2018 eine Verifizierung und Belüftung erhielt, folgten 2019 die Erneuerung der Spielfeldbegrenzungen und Trainerkabinen. „Das funktioniert nur, wenn sich alle Mitglieder einbringen und wir Sponsoren haben, die solche Pläne mitfinanzieren. Weitere Aktivitäten oder Projekte haben wir erstmal nicht geplant. Wir sind froh, dass unsere Vereinsmitglieder weiterhin den Grundbeitrag zahlen, während der Zusatzbeitrag im zweiten Halbjahr ausgesetzt werden darf. So haben wir das gemeinsam beschlossen“, erklärt Lorenz. Der kleine Verein hat sich in den vergangenen Jahren durch vorausschauende Planung gut aufgestellt. „Bisher haben wir keine finanziellen Fördermittel beantragen müssen. Ich bin guter Dinge, dass wir mindestens sechs weitere Monate durchhalten. Es gibt mit Sicherheit andere Vereine, denen es schlechter geht“, offenbart der 52-jährige Arzt, der in Brettin aufgewachsen und der Heimat treu geblieben ist. „Damit all das so bleibt, ist es essentiell, dass der Vorstand, die Abteilungsleiter, Mitglieder und Sponsoren weiterhin so gut zusammenarbeiten, auch wenn die aktuelle Situation ein Prüfstein für uns alle ist“, fügt Lorenz hinzu. So bleibt das Tor zur Sportanlage bis auf Weiteres geschlossen und das Vereinsleben liegt auf Eis.

Glücklicherweise hat das traditionelle „Sponsorenessen“ in diesem Jahr bereits stattgefunden. Mit der Einladung an finanzielle Unterstützer bedankt sich der TSV alljährlich für deren Einsatz und Engagement.

Unterstützung für großartige Ideen

„Großartige Ideen und Personen, die mit Leidenschaft dabei sind, reichen nicht aus, um eine hervorragende Vereinsarbeit zu leisten. Zusätzlich werden auch finanzielle Mittel, Kompetenzen und Ressourcen benötigt, die aus diesen Ideen Wirklichkeit werden lassen. Unterstützung ist keine Selbstverständlichkeit“, weiß Lorenz. Bewegung ist dem Internisten wichtig, nicht nur in der Sportstätte, sondern auch im gesellschaftlichen Umfeld. Als Verein bietet der TSV Brettin/Roßdorf eine Plattform für zahlreiche Familien, in der sie sich zusammenfinden und einem Hobby nachgehen können. Dabei steht vor allem die Nachwuchsförderung beim TSV ganz oben auf der Agenda. Darüber hinaus stehen die Türen der fünf Abteilungen für alle Interessierten offen. Sobald es die Situation wieder zulässt, sind Sportbegeisterte herzliche zu einem Probetraining eingeladen.