Halberstadt (fbo) l Am Wochenende wurde die Deutsche Meisterschaft des Deutschen Tradionellen Karateverbands (DTKV) in Marktredwitz/Bayern durchgeführt.

Genya Kushnyerov, André Poggemann, Robin Hotowetz, Dominik Herrmann und Lucian Brauer qualifizierten sich für die Teilnahme und vertraten den Traditionellen Karateverein Kempo Halberstadt (TKVKH) bei diesem Wettkampf. Als Kampfrichter wurden die beiden Halberstädter Holger Klutzny und Torsten Blaus nominiert. Für Torsten Blaus wurde die Meisterschaft zur praktischen Prüfung im Hauptkampfrichterbereich (Lizenzstufe B). Den theoretischen Teil hatte er bereits im Januar dieses Jahres beim Trainer und Kampfrichterseminar erfolgreich bestanden.

Die Meisterschaft wurde durch den Präsidenten des DTKV, Manfred Schmoigl, eröffnet. Als Erstes wurden die Kategorien bis Blaugurt durchgeführt. Lucian Brauer knüpfte hierbei im Kata Bereich an seine Trainingsleistung aus den Training an und schaffte den Sprung ins Finale. Am Ende war er punktgleich mit einem anderen Kämpfer, sodass er im direkten Stechen antreten musste. Dort setzte sich sein Konkurrent aus Backnang durch und verwies Brauer auf den vierten Platz.

Genya Kushnyerov, der im letzten Jahr Deutscher Meister im Kumite wurde, hatte große Erwartungen an sich gestellt. Im Kumite entschied er jeden Kampf für sich, sodass er wie auch im Vorjahr den Sprung ins Finale schaffte. Im Kampf gegen Dirk Kubitz (Dojo Backnang) wollte Kushnyerov unbedingt gewinnen und zeigte dies durch besonders harte Treffer. Das Regelwerk des traditionellen Karate erlaubt Treffer (leichter Kontakt) nur unter bestimmten Umständen. Mittlere oder harte Kontakte werden hingegen sanktioniert. Und so wurde Kushnyerov nach erneuter Missachtung vom Hauptkampfrichter Holger Theusner (Dojo Berlin) disqualifiziert und erreicht somit nur den Vizemeister in diesem Jahr.

Für seinen Teamkollegen André Poggemann lief es in diesem Jahr leider nicht so optimal. Die Aufregung war einfach zu groß, sodass Poggemann, der im letzten Jahr noch den Sprung aufs Siegertreppchen schaffte, sowohl in Kata als auch in Kumite nur Platz fünf erreichte und damit die Medaillenränge verfehlte.

Im zweiten Teil des Wettkampfs fanden die Kategorien ab Braungurt statt. Robin Hotowetz und Dominik Herrmann. Beide Starter hatten große Erwartungen gesetzt, doch die Konkurrenz aus den anderen Bundesländern war im Kata- und Kumitebereich einfach zu stark, sodass beide in den Vorrunden ausschieden. Dennoch sollten beide Teilnehmer nicht leer ausgehen und so traten sie erstmals in der Kategorie Fukugo an. Fukugo ist ein Wettkampf bei dem zwei Wettkämpfer im Wechsel zuerst in Kata und im Anschluss in Kumite gegeneinander antreten. Die Kata "Kitei" (eine Komposition von Hidetaka Nishiyama entwickelt/d.Red.) ist hierbei nur zulässig. Beide Teilnehmer konnten hier punkten und schafften jeweils einen hervorragenden dritten Platz.

Torsten Blaus, der im ersten Teil seiner Prüfung unter Aufsicht der Prüfungskommission mehrere Wettkämpfe als Hauptkampfrichter (Shushin) in Kata und Kumite leitete, musste im zweiten Teil die schwierigen Kategorien Enbu, Kata-Team (mit Bunkai) und das Finale Kogo-Kumite der Herren selbständig durchführen. Anschließend wurde ihm die neue Lizenzstufe B als nationaler Hauptkampfrichter durch den Präsidenten des DTKV verliehen.