Halberstadt l Als sich die Ränge der Sporthalle „Völkerfreundschaft“ füllten und die Turnerinnen und Turner ihrem großen Auftritt entgegen fieberten, lag schon eine Generalprobe hinter den jungen Sportlern. „Auch wenn mal etwas nicht auf Anhieb klappen sollte, bedenken sie die Aufregung, die bei allen herrscht“, sagte Katrin Milkun am Beginn der alljährlichen Sportschau der Turnabteilung des VfB Germania Halberstadt und versicherte, dass die Mädchen und Jungen „allen Zuschauern in dieser trüben Jahreszeit genügend Sonnenschein ins Herz zaubern werden“.

Lange Vorbereitung

Die selbst erfahrene Turnerin, Trainerin und langjährige Moderatorin des Weihnachtsschauturnens verwies auf dessen 20-jähriges Jubiläum und auf die jedes Mal lange und umfangreiche Vorbereitung. Sie dankte den Sponsoren und den fleißigen Helfern, den Eltern und Trainern sowie den Kindern und Jugendlichen, die diese Tradition aufrecht erhalten. Vor allem aber verwies sie auf die Verdienste von Abteilungsleiterin Sieglinde Müller. 1973 hat diese mit dem Turnen bei Edda Müller in der Medifa begonnen, blieb dem Sport treu und ist bereits seit Jahrzehnten als Cheftrainerin mit C- Lizenz und Kampfrichterin mit Landeslizenz Stufe B im Einsatz. Seit 20 Jahren organisiert sie mit ihrem Team das Turnfest zum Jahresende und setzt dabei immer wieder neue Ideen um.

Turnzwerge stürmen die Matte

Nach dem musikalischen Auftakt durch die Akkordeongruppe „Musikschule Fröhlich“ und dem lautstarken Weckruf für den Weihnachtsmann, stürmten traditionell die Turnzwerge die Matte. Mit großem Eifer und viel Spaß waren die Drei - bis Sechsjährigen bei der Sache, zeigten Grundschritte, Sprünge und Hüpfer in ihrer Trip-Trap-Schau. Sechs- bis Achtjährige ließen die Schneeflocken tanzen und demonstrierten, wie gut sich Sport, Spiel und Spaß verbinden lassen.

Bilder

„Umbrella“ nannten Tabea, Vanessa, Clara, Jona und Emily ihren Auftritt mit großen Schirmen. Das Quintett demonstrierte, wie man aus einer spontanen Idee einen Beitrag entwickeln kann, der Können und Taktgefühl fordert und die Zuschauer erfreut. Ein großes Seidentuch hatten Cindy Strümpel und Vanessa Belger für ihre Übung gewählt, bei der sie von Josephine Rackwitz und Michelle Schütze unterstützt wurden.

Michelle setzte die Show mit kleinen Turnern und einem sportlichen „James Bond“ fort, Cindy folgte mit ihren Schützlingen und einer Übung mit farbigen Bändern an Ringen, bevor Tabea und Analia mit ihrer Bodenübung sogar eine Zugabe herausforderten. Reichlich Applaus gab es auch für Rad, Handstand und Sprünge von Samara Broß und Antonia Fritz auf dem Schwebebalken. „Ausgezeichnet geturnt“, lobte Katrin Milkun.

Cindy Strümpel hat sehr jung mit dem Turnen begonnen, kann inzwischen auf zahlreiche Erfolge zurückschauen und trainiert selbst schon Nachwuchsturner. Ihre kleinen „Pilze“ versicherten nach dem Auftritt, dass sie ihr unbedingt nacheifern werden. Mit einem Gedicht leitete Ben, begleitet von zwei „starken Männern“, den nächsten Programmpunkt ein. Übungsleiterin Romy Krause-Haberhauffe mit Tochter Jette und die drei Jungen überzeugten mit sportlichem Können auf dem Boden und an den Geräten.

Eine Überraschung versprach die Moderatorin nach dem „Stuhltanz“ von Maria, Josephine, Michelle und Cindy. Die erst zehnjährige Magdeburgerin Francis Schöning, die in Halle eine Sportschule besucht, überzeugte mit einer starken rhythmischen Sportakrobatik. Das Nachwuchstalent hat Großes vor, arbeitet auf die Landesmeisterschaften und das Bundesfinale hin.

Nach dem Auftritt der Jugend und dem „Puppentanz“ von Samara Broß und Antonia Fritz sorgten die Übungsleiter für den krönenden Abschluss der Turngala. Die Weihnachtsfrauen und -männer demonstrierten, dass sie nicht nur anleiten können, sondern sportlich noch gut drauf sind. Da war der ans Publikum gerichtete Abschiedsspruch von Katrin Milkun dementsprechend nicht von weit her geholt: „Es ist besser, es selbst mal zu probieren, als zu murren, dass die Knochen weh tun.“

Mit guten Wünschen für alle verabschiedete sie sich bis zum Weihnachtsschauturnen am dritten Adventssonntag im kommenden Jahr.