Im letzten Heimspiel des Jahres hat es den HV Ilsenburg doch noch erwischt. Gegen eine starke Mannschaft von Germania Borne büßte die Abel-Sieben mit einer 22:30-Niederlage ihren Heimnimbus ein.

Ilsenburg l Die Einheimischen hatten auch bei der letzten Vorstellung in der Harzlandhalle mit Personalsorgen zu kämpfen. Zwar gab Michael Gohlke nach langer Verletzungspause sein Comeback, dafür fiel neben Fabian Hoffmann (schwere Rippenprellung) kurzfristig auch Sebastian Kausch (Fieber) aus. Gerade der Kreisspieler wurde gegen die körperlich robuste Gästeabwehr an allen Ecken und Enden vermisst.

Borne machte von Beginn an klar, warum es als Aufsteiger nach Verlustpunkten gleichauf mit dem Spitzenduo liegt. Mit einer aggressiven Verteidigung kauften die Gäste dem HV Ilsenburg den Schneid ab. Erschwerend kam bei den Hausherren wieder einmal die mangelhafte Chancenverwertung hinzu. Allein in der ersten Halbzeit notierte Trainer Steffen Abel 14 Fehlwürfe - zu viel, um gegen ein Spitzenteam bestehen zu können. Allerdings trafen die Ilsenburger auch auf eine schier unüberwindliche Mauer im Gästetor, Bornes Keeper Dino Spiranec brachte die Einheimischen mit einer Vielzahl toller Paraden an den Rand der Verzweiflung.

Die Gäste überzeugten mit variablem Angriffsspiel, kamen auch über beide Außenspieler immer wieder zu Torerfolgen. Über die Stationen 0:2 und 3:3 zog der Aufsteiger bis zur 20. Minute erstmals auf fünf Tore davon. Erschwerend kam für den HVI hinzu, dass Aufbauspieler Normen Müller schon nach 15 Minuten zwei Zeitstrafen kassiert hatte. Auch eine Auszeit bei den Gastgebern erzielte nicht die erhoffte Wirkung, bis zur Pause blieb es beim Fünf-Tore-Vorsprung des Aufsteigers (8:13).

Nach dem Seitenwechsel war der HV Ilsenburg zwar stets bemüht, es hatte aber nie den Anschein, dass der Borner Sieg noch einmal Gefahr gerät. Zu clever spulten die Germanen ihr Pensum runter. Bis zum 14:17 bzw. 17:21 hielten die Ilsestädter noch ordentlich dagegen, doch dann zog Borne in den letzten Schlussminuten der Begegnung noch auf acht Tore davon.

"Ein hochverdienter Sieg für Borne, die für mich nach dieser Vorstellung Aufstiegsaspirant Nummer 1 sind. Wir haben in der ersten Halbzeit zu viele Würfe freistehend vergeben und sind damit frühzeitig auf die Verliererstraße geraten", resümierte Ilsenburgs Coach Steffen Abel. Überschattet wurde das Spiel vom Herzinfarkt eines Borner Fans, dem mit einer 15-minütigen Reanimation vor der Harzlandhalle das Leben gerettet wurde.

HV Ilsenburg: Homann, Geißler - Sadowski, Müller (4/3), Hausmann (5), Gohlke, Andreas (1), Dallmann (3), Stecker (1), Kleinert (4), Hamann (3), Kunze (1);

Siebenmeter: HVI 4/3 - Borne 6/5; Strafzeiten: HVI 6 - Borne 6.