Braunlage (cme/rko) l Mit gemischten Gefühlen blicken die Harzer Wölfe auf das abgelaufene Wochenende zurück. Bei den Hannover Braves reichte es trotz starker Leistung bei der 2:3 (1:0, 1:2, 0:1)-Niederlage nicht zu Punkten. Gegen die Hamburg Crocodiles wurden die drei anvisierten Zähler trotz durchwachsener Vorstellung eingefahren, Endstand war ebenfalls 3:2 (0:0, 1:2, 2:0).

Bei den Braves trafen die Wölfe auf den erwartet starken Gegner. Die Jungindianer hatten alles an Bord, was Rang und Namen hat, praktisch alle Förderlizenzspieler des spielfreien Zweitligisten Hannover Indians verstärkten die Braves. Dennoch lieferten die Harzer ein Spiel auf Augenhöhe ab. Erik Pipp hatte früh die Führung auf der Kelle, verpasste das Tor jedoch um Zentimeter. Mit Ablauf eines Powerplays besorgte Stefan Bilstein zur Freude der rund 50 mitgereisten Fans dann das 1:0 (9.). Bei dem Vorsprung blieb es dank eines überragenden Tobias Bannach im ESC-Tor bis zur Drittelpause.

In Überzahl gelang den Braves im zweiten Drittel der Ausgleich durch Michal Schön (22.), auch die Führung der Hausherren fiel bei numerischer Überlegenheit. Der Treffer hinterließ aber einen faden Beigeschmack: Der Referee wähnte den Puck unter Bannach begraben und pfiff ab, Bruchteile später erst stocherte Armin Finkel die Scheibe über die Linie. Alle Proteste halfen nichts, das Tor zählte (29.). Dank Michele Meridians Schuss in den Winkel ging es dennoch mit einem Unentschieden ins Schlussdrittel (38.).

Beide Teams schenkten sich in den letzten 20 Minuten nichts, das bessere Ende hatten aber die Braves. Nachdem auf der einen Seite Christian Schock nur knapp verfehlte, sorgte Ryan Olidis im direkten Gegenzug gegen noch unsortierte Wölfe für das Siegtor (54.). In den finalen Minuten versuchte der ESC alles, kämpfte verbissen um den Ausgleich, der Puck wollte aber nicht mehr am starken Dennis Korff im Braves-Gehäuse vorbei. "Uns fehlt momentan in diesen Spielen ein winziger Tuck, um erfolgreich zu sein. Schon in Rostock war es so, dass wir selber den entscheidenden Treffer auf der Kelle haben und im direkten Gegenzug das 2:3 kassieren, diesmal ist das wieder passiert", haderte Wölfe-Coach Bernd Wohlmann.

Unerwartet schwer taten sich die Harzer beuim 3:2-Heimerfolg gegen die Hamburg Crocodiles. Gegen die unangenehm zu spielenden Hanseaten agierten die Wölfe lange ohne den nötigen Esprit. Nach 40 Minuten führten die Gäste gar, ehe im Schlussabschnitt doch noch die Wende gelang. Nach einem torlosen Auftaktdrittel hatte Maximilian Korkus die erste Führung der Crocos durch Patrick Preuße ausgeglichen (30.). Erneut Preuße sorgte überraschend für die zweite Führung der Hamburger. Erst Kapitän Stefan Bilstein drehte mit einem Doppelpack in den letzten zehn Minuten die Begegnung und bewahrte seine Farben vor einem bösen Ausrutscher. Viel mehr als die drei Punkte dürfte von dem Spiel, das zudem auf Grund der verspätet angereisten Gäste deutlich später als geplant begann, dennoch nicht hängen bleiben.

Mit dem Sieg verabschieden sich die Wölfe in eine kurze Weihnachtspause. Schon am zweiten Weihnachtstag steht das Freundschaftsspiel beim Herner an, das Rückspiel gegen den Tabellenführer der Regionalliga Nordrhein-Westfalen steigt am 28. Dezember ab 20 Uhr im Wurmbergstadion.