Seit mehr als 40 Jahren findet der Quedlinburger Weihnachtslauf statt. Traditionell starteten auch diesmal mehr als ein Dutzend Halberstädter.

Halberstadt l Wer wann im festlich geschmückten Ziel seine Runden beendete, spielte überhaupt keine Rolle, der Spaß an der Bewegung oder "Sport als Medizin" standen im Mittelpunkt. Am Wetter kann es nicht gelegen haben, dass sich am ersten Weihnachtsfeiertag nur etwas mehr als 200 Frauen, Männer und Kinder zum 41. Quedlinburger Weihnachtslauf aufraften. Es herrschte weder Frost, noch waren der Wald verschneit oder die Wege vereist, und mit sieben Grad Celsius war es eher mild für die Jahreszeit.

Karin Hillebrand, Vorsitzende des veranstaltenden SV Medizin Quedlinburg, hatte wegen einer sich abzeichnenden geringeren Teilnahme als in den Vorjahren zehn Minuten vor dem Start auf der Altenburg gehofft, dass das Läuferfeld noch wächst. Doch es wurden nur unwesentlich mehr, die von den Weihnachtsmännern und -frauen begrüßt und von Paul Stumpe (Trompete) und Johannes Pöschke (Posaune) unterhalb des alten Wehrturms musikalisch bei Laune gehalten wurden.

Dort schickte Oberbürgermeister Eberhard Brecht gemeinsam mit der Vereinschefin die Läufer, Nordic-Walker und Wanderer auf die Strecke. Zuvor hatte das Stadtoberhaupt allen fleißigen Helfern gedankt, die den traditionellen Lauf vorbereitet hatten, zum Weihnachtslauf 2011 selbst verfasste Verse verlesen und sich dann selbst auf den Weg durch den Eselstall gemacht. Die Mehrzahl der Starter ließ es sich nicht nehmen, die komplette Strecke in Angriff zu nehmen, zumeist entspannt und im Gespräch mit dem Nachbarn vertieft.

Denn bei diesem Lauf geht es nicht um Schnelligkeit und Platzierungen, sondern ums Dabeisein, um Bewegung in der Natur und an der frischen Luft. Zudem ist er ein Treffen von Leuten, die sich so häufig nicht sehen. Zu den Urgesteinen des Laufs zählt Karl-Heinz Johannes aus Wegeleben. Ebenfalls Medizin-Läufer, erinnerte er sich an die Anfangsjahre. "Vor vier Jahrzehnten waren es mit Georg Kühne, Dieter Weidlich, Dieter König und Walter Büchner erst vier und bald schon etwa 30 Lauffreunde, die sich am ersten Feiertag Bewegung verschafften und etwas gegen den Weihnachtsspeck unternehmen wollten", erinnerte sich Johannes, der seitdem jedes Jahr mit dabei ist. Dass sich daraus einmal solch gut besuchte Laufveranstaltung entwickelt, hätte damals niemand vorausgesehen.

"Es ist halt so, dass man über die Feiertage einmal mehr zulangt", weiß Lutz Berndt aus Halberstadt, "gerade das süße Zeug hat es in sich". Da sei es gut, dem Motto "Gänsebraten, Kuchen und Plätzchen - keine Chance dem Weihnachtsspeck" nach Quedlinburg zu folgen und etwas für das Wohlbefinden zu tun. Das soll auch beim Karpfenlauf in Halberstadt geschehen, der diesmal auf den zweiten Feiertag vorverlegt wurde. "Auch daran hätten wir gern wieder teilgenommen", erklärte Hartmann Jung, der mit Frau Heidrun schon oft beim Quedlinburger Weihnachtslauf startete, "doch diesmal treffen wir uns in Wolfshagen beim Gänsebratenfettverbrennungslauf".

Wenn auch weniger sportbegeisterte Teilnehmer als erwartet am Start gezählt worden seien, so habe das der insgesamt wieder guten Stimmung keinen Abbruch geleistet, resümierte Karin Hillebrand und lud langfristig zum 42. Weihnachtslauf ein. "Der Termin und die Strecke sind bekannt. Gegebenenfalls muss auf Grund unvorhergesehener Witterungs- und Bodenverhältnisse umdisponiert werden. Doch gelaufen wird auf jeden Fall. Wir hatten schon Frühlingswetter, Regen, Sonne, Eis und jede Menge Neuschnee, doch ausgefallen ist der Weihnachtslauf noch nie."