Halberstadt l Unter Flutlicht wurde der Tabellenvorletzte TSG Neustrelitz mit 3:1 besiegt. Mit dem achten Saisonsieg haben die Vorharzer einen wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt getätigt. Trainer Andreas Petersen hatte vor dem Anpfiff vom wichtigen „6-Punkte-Spiel“ gesprochen. Entsprechend wichtig war für ihn der Sieg, um sich „von der Gefahrenzone etwas abzusetzen“. Der 57-Jährige suchte aber auch das „Haar in der Suppe“, ordnete die Leistung bei knapp über Null Grad und 90 Minuten Dauerregen ziemlich kritisch ein. „Die erste Halbzeit war fußballerisch dürftig, da waren wir überhaupt nicht da, haben viel reagiert.“ Eine so differenzierte Sichtweise war nicht unbedingt angemessen, die knapp 380 Zuschauer, die bei diesen widrigen Bedingungen da waren, hatten ihr Kommen sicher nicht bereut und sahen eine über weite Teile überzeugende Halberstädter Mannschaft.

Klar, die Neustrelitzer hatten schon nach sieben Minuten zwei top Möglichkeiten durch Sulhattin Capli, die durch Fabian Guderitz zunichte gemacht worden, aber die Germania war ihrerseits jederzeit engagiert. So machte Gilian Jurcher einen Ballverlust im Mittelfeld wieder wett, indem er die Kugel bissig zurückeroberte und nach Doppelpass selbst abschloss (21.). Der TSG-Keeper reagierte sehr gut. Auch wenig später stand Gästetorwart Norman Quindt erneut im Fokus, sein etwas wilder Ausflug an die Strafraumgrenze wäre per Heber von Hasan Pepic fast bestraft worden. All das machte deutlich: Der VfB wollte den Führungstreffer. In der 40. Minute war es soweit. Eine Augenweide, wie zunächst Ivan Franjic seinen Gegner düpierte, um dann auf Patrik Twardzik zu legen. Der leitete die Kugel direkt auf Pepic weiter und der schloss flach mit Hilfe des langen Innenpfosten zum 1:0 ab. Kurz danach bediente Tim Oschmann Mittelstürmer Florian Beil, ohne Erfolg.

Ausgleich in der Drangphase

Die Kombination Jurcher auf Beil gab es kurz nach Wiederanpfiff. „Den macht er aber sonst“, raunte es durch das Rund. Der Ausgleich durch Lincoln Assinouko erwischte den VfB in eigener Drangphase eiskalt (52.). „Da zeigte mein Team Moral, kam direkt zurück“, lobte Petersen. Wieder legte Oschmann präzise in den Lauf von Beil, dieses Mal stach der Torjäger (60.). Und auch der dritte Halberstädter Treffer war spielerisch hervorragend vorbereitet. Solche Kombinationen sieht man gut und gerne auch mal ein oder zwei Klassen höher. Technisch 1a setzte sich Franjic durch und legte maßgenau auf Jurcher. Der versenkte die Kugel sicher.

Franjic blickte nach dem Anpfiff auf die heutige Partie bei der BSG Chemie Leipzig (13.30 Uhr) voraus: „Wir erhoffen uns einen Sieg. Aber es wird ekelhaft, die BSG genießt extrem große Unterstützung.“

Statistik

VfB Germania Halberstadt: Guderitz - Boltze, Eggert, Blume, Jurcher (86. Messing), Pepic (69. Lachheb), Hofgärtner, Oschmann (80. Michel), Twardzik, Beil, Franjic;

Torfolge: 1:0 Hasan Pepic (40.), 1:1 Lincoln Assinouko (52.), 2:1 Florian Beil (60.), 3:1 Gilian Jurcher (68.);

Rot: Lincoln Assinouko (Tätlichkeit/84.);

Schiedsrichter: Richard Hempel (Großnaundorf),

Zuschauer: 373.