Halberstadt l Am Sonntag kommt es vor heimischem Publikum im Friedensstadion zum Duell mit Bundesliga-Aufsteiger 1. FC Union Berlin.

Sicher, das „Familien-Duell“ mit Andreas und Nils Petersen vor zwei Jahren begeisterte auch alle, aber 2019 ist alles noch ein bisschen größer, noch ein bisschen spannender und noch ein bisschen aufregender. Das liegt am Losglück, das der VfB Germania Mitte Juni bei der Auslosung im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund hatte. Mit dem 1. FC Union Berlin kommt am Sonntag ein echter Kultverein in den Vorharz.

Vorfreude ist sehr groß

Die Freude in Halberstadt darüber war und ist wahnsinnig groß, genießen die „Eisernen“ doch weit über die Grenzen der Hauptstadt hinaus viele Sympathien. Der Verein aus dem Berliner Osten zieht immer mehr Fans an. Halberstadts Sportlicher Leiter Enrico Gerlach bringt es kurz und bündig auf den Punkt. „Auf dieses tolle Event freuen sich einfach alle. Die Fußballfans im Osten haben über Jahre die Entwicklung von Union Berlin verfolgt. Der Verein war immer an der ersten Liga dran, nun können wir froh sein, dass es wieder einen Ostklub – RB Leipzig ist ja kein klassischer Verein aus dem Osten – in der Bundesliga gibt. Es ist eine geile Sache.“

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Trainer Sven Körner hat seine Mannschaft gut vorbereitet. „Wir werden alles dafür tun, dem Gegner richtig Paroli zu bieten.“ Auf eine extra ausgeklügelte Ansprache will er am Sonntag in der Kabine verzichten. „Wir wollen zeigen, dass wir eine gute Mannschaft haben, die werden sich ohnehin pushen. Noch tiefer in die Motivationskiste werde ich da nicht greifen brauchen. Es stehen doch alle unter Anspannung. Da muss ich nicht viel erzählen. Die Spieler wissen, es ist ein besonderer Tag, die sind im Tunnel. Kleine Sachen werden wir mit auf den Weg geben. Ansonsten geht es auch darum, Druck vom Kessel zu nehmen, damit wir als Team nicht überdrehen.“

Körner kennt das Erlebnis

Körner selbst erlebte seine DFB-Pokal-Premiere 2018 mit Lok Stendal. „Letztes Jahr war es aufregender, weil es neu war“, so der 37-Jährige, „jetzt weiß man ja schon in etwa, wie es abläuft. Nervös und angespannt ist man natürlich trotzdem.“

Definitiv nicht dabei sein wird Paul Grzega. Im Spiel beim Berliner AK hat er sich das Syndesmoseband angerissen und ein weiteres Band im Sprunggelenk gerissen. Damit wird der 21-Jährige seinem Team vier bis sechs Wochen fehlen. Hoffen und Bangen heißt es hingegen für Kapitän Tino Schulze. Nach seiner Schulterverletzung beim BAK ist er erst am Freitag ins Mannschaftstraining eingestiegen. Coach Körner: Er hat individuell trainiert, wir hoffen dass er fit wird. Er hat gezeigt, dass er sehr gute Sachen macht und marschiert immer vorne weg.“

Kulisse von 6000 Zuschauern erwartet

Etwa 6000 Zuschauer werden am Sonntag zur Pokal-Begegnung erwartet. Sven Körner erinnert sich, dass er vor ähnlicher Kulisse sowohl als Spieler, als auch Trainer schon gewirkt hat. „Beim Landespokalsieg mit dem Halleschen FC 2002 oder beim Landespokalendspiel 2018 im Germerstadion und eben zum DFB-Pokal-Spiel vor einem Jahr in Stendal waren es ähnlich viele Besucher. Richtig tolle Kulissen gab es aber auch bei den Oberliga-Duellen mit dem HFC gegen Lok oder Chemie Leipzig. Auch in Zwickau war das Stadion voll.“

Als strategisch denkender Trainer, der sich auch mit psychologischen und sozialen Komponenten im Fußball beschäftigt, freut er sich auf die durchaus namhafte Gästemannschaft. „Es wird interessant zu sehen sein, welche Aura Neven Subotic umgibt oder wie ein Christian Gentner auf dem Platz coacht. Auf der anderen Seite bin ich genauso gespannt und voller Vorfreude, was bei unseren Fans passiert. Sie haben sich viel vorgenommen. Das will man in so einem Spiel alles aufsaugen.“ Wie Körner, freuen sich alle Fußballfans auf das Spiel des Jahres.

Indes bat Geschäftsstellenleiterin Marlen Kappe im Vorfeld um gegenseitige Rücksicht am Spieltag. „Ein Spiel mit dieser Zuschauerzahl ist für alle eine Herausforderung, bitte bewahren sie die Ruhe und planen ausreichend Zeit ein.“