Halberstadt l Erneut heißt der Sieger der Offenen Halberstädter Stadtmeisterschaft Eintracht Osterwieck. Der sportliche Jahresabschluss des KFV Harz behält allerdings einen faden Beigeschmack.

NSV springt ein

In der Sporthalle „Völkerfreundschaft“ wetteiferten am Freitagabend acht Mannschaften um den begehrten Siegerpokal des tradionsreichsten Hallenturniers im Harzkreis. Das Teilnehmerfeld versprach spannenden Hallenfußball. Neben dem Einzugsgebiet der Kreisstadt, der MSV Eintracht konnte 2018 erstmals keine Mannschaft stellen, waren mit Blau-Weiß Schwanebeck, dem Hessener SV, Eintracht Osterwieck und dem Nienhagener SV drei weitere Teams aus dem Altkreis Halberstadt dabei. Lob verdiente sich dabei der NSV, der erstmals anwesend war und ohne Zögern einsprang.

In der Vorrundengruppe 1 lief es für den Landesklasse-Vertreter und Finalist des Vorjahres, Schwanebeck, nicht optimal. Ein Punkt bedeutete Platz vier. Dafür startete der Hessener SV 1928 als amtierender Sieger des Hasseröder Hallenpokals gut ins Turnier. Letztlich reichte es aber doch nicht für das Semifinale. Dahin schaffte es mit dem VfB Germania Halberstadt II die zweite Harz­oberliga-Elf in dieser Staffel. Überraschend frischen Fußball zeigte die junge Harzliga-Mannschaft des FSV Sargstedt, die als Zweiter überzeugte.

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Favoriten setzen sich durch

In der Staffel 2 waren die Favoritenrollen klarer verteilt: Der amtierende Stadtmeister Eintracht Osterwieck und der SV Langenstein, Sieger von 2016 und Finalist im Vorjahr, marschierten wie erwartet in die Runde der letzten Vier. Harzligist Fortuna Halberstadt und die Harzklasse-Elf des Nienhagener SV, wieder lautstark unterstützt, hatten gegen die beiden Landesklasse-Mannschaften das Nachsehen.

Zündstoff im Halbfinale

Für Gastgeber HT 1861 Halberstadt und den Kreisfachverband Harz deutete bis dato vor etwas mehr als 400 Zuschauern (Hansi Kunze vom KFV: „Das ist ein neuer Bestwert.“) auch vieles auf ein gelungenes Turnier. Jedoch verlief das erste Halbfinale zwischen Germania Halberstadt II und dem SV Langenstein so gar nicht im Sinne der Beteiligten. In Überzahl spielend traf der Harzoberligist zum 1:0. Unmittelbar danach füllte der SVL wieder auf, traf dann zum 1:1-Ausgleich.

Schon zuvor reklamierte Germanias Trainer Hannes Deicke lautstark an der Seitenlinie, machte den Unparteiischen darauf aufmerksam. Der winkte ab, ließ weiterspielen, jedoch zu Unrecht. VfB-Trainer Deicke: „Es gibt klare Hallenfußballregeln. Nach einer absolut berechtigten Zeitstrafe hat der Gegner zu früh aufgefüllt. Ein klarer Fehler. Uns stand nach dem 1:0 fast eine knappe weitere Minute in Überzahl zu. Ich habe den Schiedsrichter darauf hingewiesen. Als der überhaupt nicht reagierte, hätte das Kampfgericht oder einer der zwei anderen Schiedsrichter, die zuvor im Turnierablauf jeweils auch schon Fehler des Kollegen korrigierten, etwas sagen oder eingreifen müssen.“

Germania fühlt sich verschaukelt

Dass die Langensteiner zum Teil mit Futsal-Regeln argumentierten, hier darf nach einem Gegentor in Unterzahl direkt aufgefüllt werden, kann keine Rolle spielen, denn dann wäre es schon weit vorher bei diesem Wettkampf zu etlichen Diskussionen gekommen. Der KFV Harz führte nach dem Abpfiff das Stichwort „Tatsachenentscheidung“ an. Lothar Allwardt, Vizepräsident und hier im Kampfgericht, meinte: „Das Tor können wir im Nachhinein nicht zurücknehmen. Es ist schade, dass das passiert ist. Wir haben dem VfB das Angebot zum Neunmeterschießen gemacht, das haben sie nicht angenommen. Das Team hätte auch Protest einlegen können, das hätte aber den kompletten Turnierabbruch zur Folge gehabt.“ So beriet sich das dreiköpfige VfB-Trainerteam mit Florian Köhler, Heinz Keller und Deicke kurz, zeigte sich aber konsequent: „Wir fühlen uns verschaukelt und hören deswegen auf“, so Keller.

Entscheidung im Neunmeterschießen

Im zweiten Halbfinale setzte sich Osterwieck gegen Sargstedt durch und traf so im Finale erneut auf Gruppengegner SVL. Hier blieb es auch nach der Verlängerung torlos. Erst das Neunmeterschießen brachte die Entscheidung. Für die Eintracht setzte Matthias Perle den entscheiden Ball in die Maschen.