Halberstadt l Scheinbar hat die „Glückssträhne“ mit Trainer Maximilian Dentz zu tun. Wo er ist, ist der Erfolg. Der 30-Jährige nutzte die zwei freien Tage, um das Zweitligaduell Hamburger SV gegen den 1. FC Magdeburg live im Volksparkstadion zu verfolgen. Als Magdeburger war er hoch erfreut über den 2:1-Erfolg, die Glücksgefühle beim VfB-Coach halten also weiter an. „Mein Herz schlägt nicht nur für die Germania, seit Kindheitstagen ist es auch blau-weiß, das war also ein lohnenswerter Ausflug, den ich mit Freunden gemacht hab.“

Inzwischen spricht der Halberstädter Chefcoach auch offen vom Klassenerhalt mit der Germania. „Rein rechnerisch ist der Abstieg noch nicht voll abgewendet. Es wird zudem noch gegeneinander gespielt, auch muss man den heutigen Nachholspieltag abwarten. Aber auch ich habe nicht das Gefühl, dass wir die verbleibenden sechs Spiele verlieren. Am Gründonnerstag wollen wir im Heimspiel unter Flutlicht gegen den FC Oberlausitz den Deckel drauf machen. Aber wie gesagt, alles ist möglich im Fußball.“

38 Punkte aus 28 Saisonpartien

Dentz bleibt weiter demütig: „Man muss diesen Moment genießen, sich freuen, das Hoch mitnehmen. Man muss aber gleichzeitig immer wissen, wo man herkommt. Die Jungs hören das jede Woche von mir.“ Zurücklegen, das kommt für ihn nicht in Frage. „Zufriedenheit heißt Stagnation. Wir fahren gut damit, uns nicht auszuruhen.“

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Mit 38 Punkten aus 28 Saisonpartien weckt man als Trainer eines vor Saison als Abstiegskandidat bezeichneten Clubs Begehrlichkeiten. Der 30-Jährige geht offensiv damit um. „Ja, stimmt.“ Anfragen gab es demnach schon, „aber nichts Konkretes“. Dentz konzentriere sich weiter auf seine Mannschaft, er habe einen gültigen Vertrag (bis 30. Juni 2020/d. Red.). „Germania Halberstadt ist mein erster Ansprechpartner.“ Dass die Argumente derzeit allerdings auf seiner Seite liegen, ist ihm auch bewusst. „Ich wünsche mir, dass in den nächsten Tagen mit mir über den weiteren Werdegang im Verein gesprochen wird. Auch ich will mich entwickeln, meine Arbeitsweise immer wieder verbessern, keine Stagnation. Man muss da einfach die nächsten Wochen abwarten. Dann wird eine Entscheidung fallen. Die Planungssicherheit ist doch für alle Parteien das Wichtigste.“ Mit dieser Aussage scheint ein vorzeitiger Abschied vom VfB durchaus auch eine Option.

Der aktuelle Erfolg gibt Maximilian Dentz Recht, gleichzeitig hat er sich durch die mediale Begleitung interessant und aufmerksam auf sich gemacht. Wurde er in der Hinrunde als junger Trainer noch eher belächelt, so wird ihm inzwischen mit Respekt und Anerkennung begegnet. Und das ist bei Platz acht in der vierthöchsten deutschen Spielklasse völlig verdient.