Halberstadt l Dann stellen sich die Hertha-Bubis beim VfB Germania Halberstadt vor. Mit dem Tabellenzweiten kommt ein echter Hochkaräter in den Vorharz. Seit Ende August sind die Hauptstädter ungeschlagen, besser noch: Sechs der letzten sieben Begegnungen wurden gewonnen. Schaut man auf die Aufstellungen der letzten Spiele, ist der Respekt erst Recht begründet. So bestand am Mittwoch beim 2:0 gegen den VfB Auerbach die gesamte „Abteilung Attacke“ aus Bundesliga erfahrenen Akteuren. Palko Dardai, Alexander Esswein, Vladimir Darida und Pascal Köpke standen in der Startformation.

Der talentierte Trainersohn Maurice Covic gehörte auch zum Team, ein Fußballer wie Sinan Kurt musste deswegen sogar auf der Bank Platz nehmen. Dass die Berliner zudem eine exzellente Nachwuchsarbeit leisten, bestätigte sich im Mai dieses Jahres mit dem Deutschen Meistertitel für die A-Jugend. Ein Teil dieser „goldenen Generation“ aus dem Jahrgang 1999 gehört zum morgigen Gegner der Germania.

Respekt beim Trainer

Die Trauben hängen also hoch. Bei VfB-Trainer Maximilian Dentz ist wie immer Respekt da, Angst allerdings nicht. „Ich erwarte einen ganz starken Gegner. Unsere Beobachtungen der letzten Spiele gaben den Aufschluss, dass die Hertha-Reserve zu Recht da oben steht. Uns ist es aber egal, welche elf Spieler beim Gegner auf dem Rasen stehen. Wir wollen als Mannschaft weiter wachsen und dies vor eigenem Publikum mit begeisterndem Fußball demonstrieren.“ Zu den „Prominenten“ im Kader der Gäste meinte er. „Es ist festzustellen, dass die Profis gerade Zuhause mitspielen. Das soll nicht heißen, dass die Berliner bei Auswärtsspielen ‚einfacher‘ zu bespielen sind.

Ich denke, dass wenn gerade die jungen Leute, die die ganze Woche miteinander trainieren, gemeinsam auflaufen, die unbekümmerte Spielweise noch deutlicher wird und die Hertha ohne Profis noch gefährlicher ist.“ Diese Unbekümmertheit macht die Hauptstädter auch so gefährlich, denn anders als Chemnitz, Nordhausen oder Erfurt, müssen sie nicht um die Meisterschaft spielen.

Gäste sind verwundbar

Junge Mannschaften offenbaren auch immer mal gern Probleme in der Defensive, so auch die Hertha-Reserve. Die Elf von Trainer Ante Covic stellt mit 25 erzielten Toren zwar den zweitbesten Angriff der Liga, die 13 Gegentreffer (zum Vergleich: Halberstadt 15) zeigen auf der anderen Seite eben auch, dass die Gäste verwundbar sind. Da will Max Dentz ansetzen. Anders als zuletzt in Nordhausen, schickt er wieder ein offensiv eingestelltes Team ins Rennen. „Wir wollen die Berliner vorne unter Druck setzen, aggressiv den Schneid abkaufen, damit sie erst einmal verteidigen müssen. Anders als die Hauptstädter müssen wir um jedes Tor hart kämpfen, aber unsere Offensivstatistik (15 Treffer/d. Red.) ist auch nicht die schlechteste.“

Vargas fällt aus

Fehlen werden beim Gastgeber Alysson Vargas, der nach seiner Verletzung erneut bei der zweiten Mannschaft aushilft, Torwart Till Brinkmann, für den ein frühzeitiger Einsatz zu riskant wäre, und der Langzeitverletzte Nico Hübner (Meniskus- und Knorpelschaden).

Abschließend wendet sich Dentz an das Publikum, das in den bisherigen Heimspielen so grandios hinter der Mannschaft stand. „Ich habe immer betont, dass es mich stolz macht, wie es den Umbruch mitträgt und unsere Leistung honoriert. Ich nehme das wahr, die Jungs nehmen es war, darum wollen wir am Sonntag erneut richtig Gas gaben.“