Halberstadt l Hoch motiviert und konzentriert gingen die Germanen in dieses wichtige Spiel. Bereits in den ersten drei Minuten kamen Max Köhler und Cedric Staat zu ersten Chancen, die allerdings ungenutzt blieben. Die hektische Anfangsphase war geprägt durch Kampf und teils leichtfertige Ballverluste beider Teams. Stendal kam in der 10. Spielminute zu einer ersten Minichance.

Germania spielt stark auf

Nach einer Viertelstunde konnte sich Niclas Eheleben auf der rechten Außenbahn mit seiner Schnelligkeit durchsetzen, verlud seinen Gegenspieler und schob präzise auf den Sechser. Jakob Frye war den entscheidenden Moment früher am Ball als sein Gegenspieler und erzielte mit dem Hacken das umjubelte 0:1 für seine Farben. Nur eine Minute später hätte Staat auf 2:0 nach Freistoßflanke von Stadler erhöhen können, bekam aber keinen Druck hinter seinen Kopfball.

Bis zur 40. Minute hatten die Halberstädter weitere gute Chancen durch Boks, Köhler, Frye und Staat, die allesamt vergeben wurden. Das Spiel wurde durch die Germanen bestimmt, jedoch waren die Stendaler stets gefährlich bei ihren schnellen Kontern. Kurz: Spannung pur schon in der ersten Halbzeit. Spielerisch allerdings hätte es von beiden Seiten besser sein können, zu viel Kampf stand diesem Aspekt im Wege. Zentral agierten Seelhorst und Stadler klug, die Außen Frye und Eheleben sorgten ständig für Unruhe in der Stendaler Abwehr. Es sollte aber eng bleiben, denn in der 45. Minute nutzte Lennart Metzlaff einen gehörigen Abwehrbock der Halberstädter zum 1:1-Ausgleich unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff, nicht unbedingt der beste Zeitpunkt.

Nachdem der gute Referee Benjamin Petri die zweite Hälfte angepfiffen hatte, war es, als ob die Germania vom Gummiband gelassen wurde. Angriff auf Angriff rollte auf die Stendaler Abwehr zu. In der 46. Minute konnte Staat eine Hereingabe von Eheleben noch nicht verwerten. Wenig später spielte Eheleben einen langen Pass auf Boks, der aus der Bewegung den Ball genial in die Mitte flankte. Staat stand dieses Mal goldrichtig und netzte mit dem Kopf zum 2:1 ein. Direkt im Anschluss scheiterte Frye nach Pass von Weber erneut knapp. Zu diesem Zeitpunkt waren die Halberstädter drückend überlegen. In der 59. Minute musste Frye verletzt vom Feld.

Emil Gerhardt hatte unmittelbar nach seiner Einwechslung die Möglichkeit auf 3:1 zu erhöhen, sein Fernschuss wurde aber Beute des sehr guten Stendaler Keepers. Nur sechs Minuten später hätte Staat sein 22. Saisontor erzielen und in der Partie für klare Verhältnisse sorgen können, scheiterte aber am Stendaler Torhüter. Die letzte Halberstädter Chance war erneut Staat vorbehalten. Sein Schuss verfehlte das Tor nur um Zentimeter.

Eisenbahner ebenbürtig

Stendal war in vielen Belangen ebenbürtig. Klare Chancen waren aber Mangelware. Allerdings wäre in der 81. Minute der Ausgleich für die Gastgeber möglich gewesen. Die Großchance wurde jedoch unkonzentriert abgeschlossen. Auch wenn die Schlussphase an Spannung und Kampf kaum zu überbieten war, jubelten am Ende nur die Schwarz-Roten.

Lob für vollen Einsatz

„Ein Riesen Lob an mein Team für den Teamspirit“, so Co-Trainer Christoph Klötzer, „jeder war für den anderen da, auch die Jungs, die heute nicht zum Einsatz kamen. Jeder hat sich zu 100 Prozent rein gehängt. Das war Voraussetzung für diese Leistung. Die Abwehr um Brunner und Lehmann hat nur zweimal gewackelt. Wir haben zwei Tore nach tollen Kombinationen gemacht. Bei mehr Konzentration im Abschluss wäre eine Entscheidung sicher früher drin gewesen. Wir sind gespannt, zu was das Team noch in der Lage ist. Die Vorbereitung war nur ein kleiner Schritt zum heutigen Spiel. Es hat funktioniert. Jetzt heißt es nachlegen. Hochachtung auch an die Stendaler, die ihre Ausfälle und die Doppelbelastung gut kompensiert haben. Es war ein klasse Spitzenspiel. Nun liegt der Fokus auf nächsten Sonntag, dem Pokalviertelfinale gegen Sennewitz. Der Sieger trifft im Halbfinale auf den HFC - unser erklärtes Ziel!“

Statistik

VfB Germania Halberstadt: Niehs - Lehmann, Brunner, Stadler, Weber, Seelhorst (69. Mann), Staat, Boks (90. Pust), Köhler, Frye (59. Gerhardt), Eheleben (75. Hecht).

Torfolge: 0:1 Jacob Frye (15.), 1:1 Lennart Metzlaff (45.), 1:2 Cedrik Staat (48.);

Schiedsrichter: Benjamin Petri; Zuschauer: 95.