Halberstadt l So verpasste das Körner-Team die ersten drei Heimpunkte hauchdünn. Gegen den ZFC Meuselwitz hieß es am Ende unter Flutlicht 2:2 (0:1).

An dieser Stelle muss die Redensart verwendet werden, auch wenn sie abgedroschen klingt und allen, mit Sympathie für die Germania, wehtut. Halberstadt hat im ersten Heimspiel der Saison Lehrgeld bezahlt. Nun könnte man den sicherlich vermeidbaren Gegentreffer in der vierten Minute der Nachspielzeit – es war die letzte Aktion – noch ewig ausdiskutieren oder den so schlagartig verloren gegangenen zwei Zählern lange nachtrauern. Man könnte aber auch, und so wird es VfB-Trainer Sven Körner angehen, ganz schnell aus diesem Fehler lernen und das junge Team motivieren, die Köpfe hoch zu nehmen. Die Saison hat gerade erst begonnen, je eher die Halberstädter lernen, solche Missgeschicke abzuwehren, desto besser.

Vorfreude ist groß

Im Friedensstadion war am Mittwoch eine große Vorfreude zu spüren. Die knapp 500 Zuschauer waren gespannt, wie sich das neuformierte Team bei der Heimpremiere zeigen würde. Um die eigene Elf zu stärken, flammte immer wieder ehrlich gemeinter Applaus auf.

Der VfB zeigte sich im ersten Abschnitt noch verhalten, wenngleich Batikan Yilmaz nach sechs Minuten eine erste gute Chance hatte. Auch Mittelstürmer Dennis Blaser rieb sich viel auf. Die Meuselwitzer jedoch kamen auch zu Abschlüssen. Das Tor zum 0:1 (43.) bereitete dann der Gastgeber selbst vor. Patrik Twardzik legte das Leder halbherzig per Außenrist Richtung Torwart. „Hintermann, Vorsicht!“, hatte dessen Coach Sven Körner wenige Meter neben ihm an der Seitenlinie noch gerufen. Doch zu spät, Timo Mauer sprintete dazwischen und legte geschickt für Alex Dartsch vor.

Germania dreht nach der Pause auf

Die zweite Hälfte gehörte Germania...49 Minuten lang jedenfalls. Nach einem genialen Solo von Kapitän Tino Schulze, erst auf der linken Außenbahn, dann in Richtung ZFC-Gehäuse auf der Torlinie, passte er zurück in den Strafraum. Von dort schob Yilmaz die Kugel zum verdienten Ausgleich ein (52.). Sechs Minuten später drehte der VfB die Partie. Nach toller Kombination über Justin Bretgeld und Stefan Korsch schloss erneut Yilmaz erfolgreich ab.

Dann regnete, blitzte und donnerte es. Dramaturgisch war das gar nicht so schlecht, denn die Germania hatte die Begegnung rechtzeitig – vor diesen widrigen Bedingungen – gedreht. Lange, sehr lange, sah es auch gut aus. Bis sich mit Dartsch per Kopfball auch beim ZFC ein Doppeltorschütze entpuppte. Sven Körner hob das Positive hervor: „Riesenlob für die Leistung meiner Mannschaft in Halbzeit zwei.“

Statistik

Germania: Sowade - Ambrosius, Messing, Schulze, Tchakoumi, Twardzik, Pläschke, Bretgeld, Korsch (78. Wenzel), Blaser (73. Hübner), Yilmaz (88. Menke);

Meuselwitz: Kroner - Strietzel, Sahanek (75. Bürger), Raithel, Stenzel, Dartsch, Lubsch, Reinhard, Weiß, Mauer (67. Weinert), Kasiar (59. Albert);

Torfolge: 0:1 Alexander Dartsch (43.), 1:1, 1:2 Batikan Yilmaz (52., 58.), 2:2 Alexander Dartsch (90.+4);

Schiedsrichter: Pascal Wien (Schildow);

Zuschauer: 452.