Halberstadt l Am Mittwochabend hieß es 1:3 (1:0) aus Sicht des VfB Germania Halberstadt beim FC Oberlausitz Neugersdorf. Erneut rotierte die Germania, da die hohe Schlagzahl an Spielen noch bis zum 12. Mai anhält. Enrico Gerlach, der für Cheftrainer Andreas Petersen auf der Bank saß Andreas Petersen, da vertraute Paul Büchel, Torwart Fabian Guderitz erhielt dafür eine Verschnaufpause, genau wie Florian Eggert, der in den letzten Monaten fast pausenlos in der Abwehr eingesetzt wurde. Im Kasten der Oberlausitzer stand mit Samuel Aubele ein ehemaliger Germane.

Dass die Oberlausitzer am Ende als Sieger vom Platz gehen würden, war zur Pause noch nicht abzusehen. Nach einer turbulenten Anfangsphase, in der Bocar Djumo (4.) und Milan Matula (7.) für den FCO sowie Patrik Twarzik (5.) für die Gäste gute Einschussmöglichkeiten liegenließen, ebbte der Anfangsschwung beider Mannschaften merklich ab. Nach und nach kam die Germania besser in die Partie. Das Spiel der Petersen-Elf wirkte gefälliger, doch noch war die FCO-Defensive aufmerksam.

Germania geht in Führung

Allerdings ging bei den Neugersdorfern nach vorn noch weniger, so dass die Halberstädter Abwehr um den starken Adli Lacheb wenig auszustehen hatte. Nach einem Standard ging der VfB in Führung. Patrik Twardzik köpfte eine Ecke Benjamin Boltzes auf das Tor, Aubele sah dabei nicht gut aus und aus dem Gewühl heraus brachte Florian Beil seine Mannschaft nach vorn (38.). Kurz vor der Halbzeit leistete sich die Hintermannschaft der Oberlausitzer noch einen Lapsus, der Tim Oschmann die Chance zum 0:2 eröffnete. Glück für den FCO, dass der Halberstädter aus 15 Metern das Tor nicht traf (42.).

Enrico Gerlach witterte in der Pause seine Chance: „Wir wollten nach dem Wechsel nochmal Gas geben, weil die Neugersdorfer in der letzten Viertelstunde der ersten Halbzeit nicht mehr so spritzig waren.“ Doch er hatte die deutliche Leistungssteigerung der Oberlausitzer nicht ins Kalkül gezogen. Mit frischen Einwechslungen kam deutlich mehr Schwung und Struktur ins Spiel der Gastgeber, die nun klar die Spielkontrolle übernahmen.

Ronald Wolf machte mit seinem Stellungspiel und Einsatz viele Angriffsversuche der Halberstäder zunichte. Zudem bot Jaroslav Dittrich eine top Vorstellung. Der 36-Jährige war an allen drei Toren der Neugersdorfer beteiligt. Das 1:1, das Milan Matula per Kopf erzielte, bereitete der Tscheche durch eine Flanke von rechts vor (58.), ebenso wie das entscheidende 3:1 durch Djumo vier Minuten vor dem Ende. Beim 2:1-Führungstreffer war Dittrich Ausgangspunkt einer Kombination, bei der er allein vor Torhüter Büchel auftauchte und den mühelos überwand (68.).

Oberlausitz-Trainer zufrieden

FCO-Coach Manfred Weidner stellte die Teamleistung in den Vordergrund: „Die ganze Mannschaft hat das Ruder herumgerissen. Sie hat gekämpft und auch einige schöne Spielzüge gezeigt und die zweite Halbzeit mit 3:0 gewonnen.“ Die Germania hätte allerdings auch erneut in Führung gehen können, als eine halbe Minute nach dem Ausgleich Tom Nattermann mit seinem Seitfallzieherversuch scheiterte. Aubele verhinderte hier Schlimmeres.

Anschließend lief beim VfB kaum noch etwas zusammen: „Wir waren etwas kopflos, sind nicht mehr so ins Passspiel gekommen. Anschließend hat sich Neugersdorf in einen Rausch gespielt“, fasste Gerlach zusammen. Der Co-Trainer wollte die enorme Belastung nicht außer Acht lassen: „Bei den Spielern ist es so, dass der Kopf will, aber der Körper etwas streikt. Es ist brutal, was die Jungs abliefern müssen, wenn sie alle drei Tage kicken. Am Ende war es der Wille, den Neugersdorf hatte, dieses Spiel zu gewinnen.“ Manfred Weidner sah es ähnlich: „Hut ab vor der Willenskraft, die trotz der körperlichen Defizite meiner Elf eine solche Leistung ermöglicht hat.“

Indes wurde bekannt, dass mit Patrik Twardzik der erste Abgang bei den Halberstädtern feststeht. Er wechselt zum Ligakonkurrenten BFC Dynamo.

Statistik

VfB Germania Halberstadt: Büchel - Blume, Lachheb, Schulze, Boltze, Hofgärtner (72. Franjic), Oschmann (61. Eggert), Twardzik, Jurcher, Nattermann (72. Pepic), Beil;

Torfolge: 0:1 Florian Beil (38.), 1:1 Milan Matula (57.), 2:1 Jaroslav Dittrich (67.), 3:1 Bocar Djuma (86.); Schiedsrichter: Robert Wessel (Stern Britz); Zuschauer: 187.