Halberstadt l Nach drei zum Teil beeindruckenden Siegen musste Germania Halberstadt am Mittwoch etwas kleinere Brötchen backen. Das 1:1 (1:0)-Remis gegen den ZFC Meuselwitz soll damit jedoch nicht unterbewertet werden. 

Unwetter über dem Friedensstadion

Was passt zu Englischen Wochen? – Richtig, englisches Wetter. Erneut meinte es der Wettergott unter Flutlicht im Friedensstadion nicht so richtig gut, aufgrund eines Unwetters mit Blitz und Donner ging es eine halbe Stunde später los.

Bei zum Teil sintflutartigem Regen tasteten sich beide Seiten eine Viertelstunde lang ab. Nach und nach probierten es die Teams mit Fernschüssen, bekanntermaßen ein probates Mittel bei nassem Geläuf. Sowohl Tom Pachulski beim ZFC, als auch Fabian Guderitz im Tor der Germania, ließen sich aber nicht überlisten. Wenngleich sie das Leder mehrfach nicht beim ersten Mal zu greifen bekamen.

Führung für Halberstadt liegt in de

Als sich Pachulski dann beim Rauslaufen noch verschätzte, lag das 1:0 für den VfB Germania Halberstadt in der Luft. Florian Beil wurde aber noch entscheidend gestört und im Nachgang wartete Gilian Jurcher beim noch freien Tor einen Moment zu lange (22.).

Seine individuelle Klasse demonstrierte Winterneuzugang Hasan Pepic einmal mehr. Aus mehr als 20 Metern legte er – halb Schuss, halb Flanke – die Kugel ins Eck. Der Ball wurde sprichwörtlich immer länger und senkte sich hinter dem machtlosen Pachulski direkt ins Dreiangel (28.).

Torgefährliche Verteidiger

Danach folgte Dauerdruck der Germanen. Beil schloss nach Drehung ab, schon das war einen Treffer wert. Beim Nachschuss von Pepic allerdings hatten die knapp 370 Zuschauer den Torschrei noch offensichtlicher auf den Lippen (30.). Kapitän Benjamin Boltze versuchte es mit einem 30-Meter-“Strahl“ (39.), danach „klärte“ Beil einen Kopfball von Adli Lachheb auf der ZFC-Torlinie (40.). Überhaupt: Die Verteidiger Lachheb und Philipp Blume waren bei jedem Standard vorne dabei und stets torgefährlich.

Dass diese wahre Flut an top Chancen nicht genutzt wurde, sollte sich im zweiten Abschnitt rächen. Gästetrainer Heiko Weber hatte zwei Wechsel vorgenommen, fortan agierte Meuselwitz ruhiger und disziplinierter. Bei Germania Halberstadt war spürbar die Luft raus, die Investitionen vom ersten Durchgang hatten viel Kraft gekostet. Janik Mäder „spazierte“ ohne Gegenwehr zum 1:1, was letztlich ein gerechtes Ergebnis der beiden Tabellennachbarn war, auch wenn Halberstadt Sekunden vor dem Ende noch zweimal die Querlatte traf (Blume, Ivan Franjic).

Richtig guter Fußball

Torschütze Hasan Pepic meinte anschließend: „Das war richtig guter Fußball von uns in der ersten Halbzeit, wir haben nur die Chancen nicht ausgenutzt. Zur Pause hätten es zwei, drei Tore mehr sein können.“ Trainer Andreas Petersen sah es ganz ähnlich: „Das war wohl unsere beste Halbzeit überhaupt. Wir sind aber fahrlässig mit den Möglichkeiten umgegangen.“

VfB Germania Halberstadt: Guderitz - Boltze, Lachheb, Blume, Jurcher, Pepic (76. Oschmann), Eggert, Hofgärtner, Twardzik, Franjic, Beil;

Torfolge: 1:0 Hasan Pepic (28.), 1:1 Janik Mäder (66.); Schiedsrichter: Felix Burghardt (Premnitz); Zuschauer: 363.