Halberstadt l Damit setzte Halberstadt die sehr gute Bilanz gegen den FSV fort. In jetzt elf Vergleichen hat der VfB achtmal als Sieger den Rasen verlassen, bei zwei Remis. Nur das erste Duell überhaupt, im November 2012, entschieden die Optik-Städter für sich.

Die Stimmung auf der Heimfahrt war entsprechend sehr gut. Auswärts mit drei Punkten in eine Saison zu starten – dies bei einem enormen Umbruch – ist keineswegs zu erwarten gewesen. Trainer Sven Körner wollte Mentalität und Leidenschaft auf dem Platz sehen, dies probierte er mit sechs Neuzugängen in der Startelf. „Bei solcher Konstellation weiß man nicht, wie es harmoniert. Wir haben uns dann aber als Einheit gezeigt, sind einen Schritt weiter in unserem Prozess des Zusammenwachsens.“

Erste Priorität ist die Leidenschaft

Die Prioritäten hatte Körner wie folgt gesetzt: 1. Leidenschaft, 2. Fußball, 3. Matchplan. Das funktionierte gut, wenngleich weiterhin viele Baustellen bleiben und das Ergebnis ein Stück weit täuscht. Beim 0:0 hatte Jerome Leroy die große Chance, Rathenow in Führung zu schießen. Später, beim 0:1, folgte eine weitere große Möglichkeit für den FSV. „Wir hatten auch ein bisschen Glück“, reflektierte Körner als neutraler Beobachter.

Die Entstehung der Halberstädter Führung stimmte den 37-Jährigen zufrieden. Nach einem Ballverlust setzte der VfB energisch nach, so dass es nur wenige Sekunden – nach Ballgewinn – 0:1 aus Sicht der Gastgeber hieß. Dennis Blaser erzielte den ersten Germania-Saisontreffer 2019/20.

Halberstadt verwaltet zunächst das 1:0

Die zweite Halbzeit hatte aus Sicht der Gäste viel mit Verwalten zu tun, „eigentlich wollten wir da aber auf das zweite Tor gehen“, blickte Körner zurück. Der erlösende zweite Treffer sollte aber bis zur 74. Minute auf sich warten lassen. Nach einem Gegenstoß wurde Dustin Messing im Strafraum gefoult. Den „Kann-Elfmeter“ verwandelte Patrik Twadzik sicher zum 2:0 .

Das wichtige 3:0 für den VfB

Trotz der klaren Führung war es ein gefährliches Ergebnis, denn Rathenow riskierte jetzt mehr und störte die Germania früh. Und: „Im Kern ist diese Mannschaft im Vergleich zur Vorsaison zusammen geblieben“, sprach Körner die Homogenität des FSV an, „und zum Ende der letzten Saison haben die Optiker ja gezeigt, dass sie es können“.

Im Stadion Vogelgesang stimmte aber die Einstellung der Vorharzer. Mit dem dritten Treffer, erzielt nach toller Einzelleistung von Neuzugang Jannis Pläschke, war der Achtungserfolg in Sack und Tüten (88.). Der Treffer zum 1:3 in der Schlussminute kam für Rathenow zu spät, um doch noch die Wende zu schaffen.

Sven Körner hielt nach dem Spiel den Ball flach: „Die Einstellung hat gestimmt, das ist die Basis. Die Führungsspieler Tino Schulze, Patrik Twardzik und Jannis Pläschke haben das Team gut mitgenommen, die Mitspieler sind gefolgt. Zudem sind wir sehr effektiv aufgetreten: Aus drei Chancen machen wir in der zweiten Halbzeit zwei Tore. Letztlich haben wir nur ein Spiel gewonnen. Es liegt ganz viel Arbeit vor uns.

FSV Optik Rathenow: Hiemann - Matur (66. Sakran), Turan, Bilbija, Adewumi, Hellwig, Langner, Leroy, Sevcuks (58. Jürgens), Kapan, Özcin (82. Karupovic);

VfB Germania Halberstadt: Sowade - Messing, Schulze, Ambrosius, Korsch (72. Wenzel), Tchakoumi, Twardzik, Pläschke, Bretgeld, Blaser (80. Menke), Yilmaz;

Torfolge: 0:1 Dennis Blaser (22.), 0:2 Patrik Twardzik (74. Foulstrafstoß), 0:3 Jannis Pläschke (88.), 1:3 Kevin Adewumi (90.); Schiedsrichter: Rasmus Jessen (Stralau); Zuschauer: 326.