Halberstadt l Die Vorharzer verbesserten sich dadurch um einen Rang auf den zwölften Platz in der Regionalliga Nordost. Verdient war der Punkt gegen den bis dato Tabellenzweiten allemal, aber er ist womöglich bedeutender als man meint. Hintergrund: Die Liga rückt, zumindest im zweiten Teil, immer enger zusammen. Zwischen dem Tabellenneunten BFC Dynamo (15) und dem Tabellenvorletzten VfB Auerbach (12) liegen nur drei Punkte. Neun Teams duellieren sich hier um eine Position im gesicherten Mittelfeld. Klar vergeben scheinen derzeit nur zwei Plätze: Ganz oben zieht der Chemnitzer FC einsam seine Kreise, mit zehn Punkten Vorsprung auf den Zweiten BAK. Am Tabellenende verliert Aufsteiger Optik Rathenow mit acht Zählern Differenz langsam den Anschluss.

Entsprechend zufrieden zeigte sich Maximilian Dentz, Trainer des VfB Germania, nach dem 1:1 gegen Berlin: „Ja, das ist ein Erfolg. Wenn mir vor dem Spiel jemand gesagt hätte, dass wir nach der zehrenden englischen Woche gegen den Zweiten einen Zähler einfahren, das hätte ich sofort unterschrieben. Die Partie hatte keinen Sieger verdient. Am Ende waren es hochkarätige Chancen auf beiden Seiten. Wir haben gegen ein Team von oben gepunktet, das zählt.“

Dentz zieht Fazit

Dentz machte in seinem Fazit klar, dass dieses kurzweilige Duell in beide Richtungen hätte ausschlagen können. „Unser Ziel, von Anfang an drauf zu gehen, haben wir top umgesetzt. Aber wenn man ehrlich ist, können wir zur Pause 0:2 hinten liegen, aber auch 3:0 führen.“ Dass seine Elf nur ein Tor bejubeln durfte, und dies nicht aus dem Spiel heraus, lag einmal mehr an der fahrlässigen Chancenausnutzung. Dentz legte den Finger in die Wunde: „Unsere Stürmer haben es nicht geschafft, in der ersten Halbzeit genügend Tore zu schießen.“ Besonders Dennis Rothenstein entpuppte sich als Pechvogel. Der Angreifer wartet weiter auf seinen ersten Saisontreffer.

Max Dentz sieht bei ihm den „roten Faden“ in Sachen Chancenverwertung. „Er ist fleißig im Training, im Spiel fokussiert und kriegt auch immer seine Situationen. Langsam wird es aber Zeit, dass er erfolgreich abschließt.“ Hier ging er mit der gesamten Offensive kritisch ins Gericht. „Wir haben einfach schon viel liegen gelassen.“

Eine strittige Situation in Halbzeit zwei, als Hertha-Kapitän Tony Fuchs einen Konter der Germania per Handspiel unterband und dafür nur Gelb sah, war für Dentz nicht strittig. „Das ist Rot. Wenn er nicht pfeifft, dann kann man drüber reden, weil er es womöglich nicht sieht. Aber er hat es gepfiffen, uns wird eine klare Chance genommen. Vielleicht wäre Rot für das Spiel aber gar nicht so gut gewesen, denn sonst hätte Berlin noch tiefer gestanden, noch mehr auf Konter gesetzt.“

Hofgärtner kritisiert Schiedsrichter

Auch Mittelfeldspieler Hendrik Hofgärtner schätzte das Handspiel als Rote Karte ein. „Für mich ist das eindeutig. Er ist letzter Mann, blockt den Ball absichtlich mit der Hand. Der Schiri begründete seine Entscheidung damit, dass unser Stürmer den Ball nicht sicher unter Kontrolle gehabt hätte. Ich weiß nicht was das Regelwerk da sagt.“ Bei einer anderen strittigen Aktion war er selbst voll involviert. Hofgärtner war nach einem heftigen Zusammenprall benommen liegen geblieben. Das Spiel lief weiter. „Ich sehe den Schiedsrichter auch hier in der Pflicht: Er muss das Spiel unterbrechen, für eine Behandlungspause sorgen.“

Die fehlende Abschlussstärke des VfB machte ihm indes weniger Sorgen. „Es ist nicht so, dass wir die Tore nicht schießen wollen. Vielleicht hat da nach der englischen Wochen noch etwas die Frische gefehlt. Wenn man so hoch anläuft, dann ist die Intensität hoch, da fehlt auch mal die Konzentration. Das macht keiner mit Absicht, beim nächsten Mal klingelt es auch.“