Halberstadt l Wieder hat die Regionalliga Nordost mit zum Teil unerwarteten Ergebnissen für Aufsehen gesorgt. Stellvertretend sollen hier das 4:2 des FC Viktoria Berlin gegen Meister Chemnitzer FC oder das 5:1 des FC Oberlausitz Neugersdorf gegen den FSV Budissa Bautzen genannt sein. Gerade die Teams aus dem unteren Drittel ließen zuletzt aufhorchen, wehren sich gegen den Abstieg.

Germania Halberstadt verbuchte am Sonntag bei einem bis dato Abstiegskandidaten das sechste Remis der Rückrunde. Dadurch ist der einstellige Tabellenplatz zum Saisonabschluss weiterhin nicht sicher. Im letzten Punktspiel, am Sonnabend vor eigenem Publikum gegen Union Fürstenwalde, soll ein Sieg her, um das zu realisieren. „Egal ob Achter oder Neunter, das große Ziel Klassenerhalt haben wir erreicht“, so Maximilian Dentz. „Wir sind natürlich trotzdem Sportler, wollen den aktuellen Platz bestätigen und gewinnen. Uns ist auch bewusst, wenn wir die Platzierung nicht halten, geht die Welt nicht unter.“

Letzter Spieltag wartet

Nach dem 14-Stunden-Ausflug nach Bischofswerda war am Montag Ruhe beim VfB angesagt. Heute folgt die Regeneration, ab morgen gilt die Aufmerksamkeit dem 34. und letzten Spieltag.

1:1-Torschütze Dennis Blaser kehrte angeschlagen zurück. Nach einem Zusammenprall ist seine Hüfte leicht lädiert. „Wir hoffen, es ist nichts Schlimmeres“, so Trainer Maximilian Dentz. Winterneuzugang Blaser hat sich im Vorharz gut entwickelt, das Tor zum 1:1 war sein sechstes für Halberstadt, sein neuntes insgesamt in dieser Spielserie (in der Hinrunde traf er dreimal für den FC Oberlausitz/d. Red.). Dentz: „Man sieht seine Qualität, darum hatten wir ihn schon im Sommer auf dem Schirm, die Tür für einen Wechsel stand aber erst im Winter offen. Er hat in Halberstadt den Spaß und die Freude am Fußball wiedergefunden und passt perfekt zu unserem Stil.“ Mit Blasers Entwicklung ist der Germania-Coach zufrieden, aber: „Es ist noch viel Luft nach oben. Er ist seit knapp fünf Monaten hier, sein Vertrag geht über den Sommer hinaus. Die nächste Stufe seiner Entwicklung kann also 2019/20 folgen.“

"Pokerphase" bei den Personalien

Ob es Germania in diesen Tagen gelungen ist, weitere Spieler über das Saisonende hinaus zu halten, konnte der 30-Jährige noch nicht sagen. „Wir befinden uns in der Pokerphase. Einige Spieler haben das Interesse anderer Vereine geweckt, wir wissen auch, dass bei einigen der nächster Schritt folgen wird. Der VfB ist eben weiterhin ein Ausbildungsverein, talentierte Fußballer verlassen uns jede Saison. Bei anderen Spielern sind wir überzeugt, dass sie das Gerüst für die neue Spielserie bilden. Wir wollen wieder ein hungriges Team auf die Beine stellen.“

Für etwas Diskussion in der sonst ziemlich ruhigen Regionalliga-Partie sorgte die rote Karte gegen Leon Heynke. Für den Abwehrspieler ist die Punktspielsaison damit frühzeitig beendet. „Laut meiner Wahrnehmung bezweifle ich, dass es Rot war“, merkte Dentz am Montag an. „Ja, es wird gezogen, aber Patrik Twardzik ist in der Nähe, kann den Ball noch ablaufen, Leon war also nicht letzter Mann und bis zum Tor waren es noch 25, 30 Meter. Es war eine sehr harte Entscheidung, die übrigens auch gar nicht zum Spiel passte. Denn die Begegnung verlief fair, es gab keinerlei böse Aktionen. Mich ärgert in erster Linie die Sperre.“ Halberstadts Chefcoach geht hierbei von zwei Spielen aus.