Halberstadt l Ein frühes und zwei späte Gegentore brachen den Gästen das Genick. Die Mannschaft von Trainer Maximilian Dentz steckt in einer Ergebniskrise. Das 0:3 im Berliner Poststadion vor gerade einmal 240 Zuschauern war schon die fünfte Niederlage nacheinander.

Im Tor der Gäste stand wider Erwarten Till Brinkmann. Der Schlussmann sollte aufgrund einer Blessur eigentlich geschont werden, überzeugte am Montag und Dienstag aber im Training. „Er hatte gegen Chemnitz einen guten Eindruck hinterlassen“, begründete Max Dentz außerdem seine Entscheidung, „beim frühen Gegentor konnte er nichts machen. In der zweiten Halbzeit hielt er mit zwei guten Paraden das Spiel offen. Allerdings klagte er nach Spielschluss wieder über Probleme am Fuß.“

Erinnerung an vergangene Spiele

Die Partie lief ähnlich ab, wie in den vorherigen Punktspielen. „Es ist, als ob man eine Schallplatte immer wieder abspult“, blickte der VfB-Trainer zurück. „Wir haben gut in die Begegnung gefunden, ein Stellungsfehler in der Innenverteidigung brachte dann den frühen Gegentreffer.“ Abu Bakarr Kargbo nutzte seine Chance und traf zum 1:0 (7.).

Die Harzer ließen sich von dem erneuten Rückschlag aber nicht die Laune verderben, spielten bis zur Pause eine halbe Stunde lang druckvoll in Richtung BAK-Tor. Daraus resultierten mehrere gute Tormöglichkeiten, „bei denen wir uns aber nicht belohnen“, so Max Dentz.

Etwa 20 Minuten nach Wiederanpfiff kam der VfB Germania zum Ausgleichstreffer, das Glücksgefühl währte aber nur wenige Augenblicke. Dennis Rothenstein, er wartet noch auf seinen ersten Saisontreffer, war von Kay Michel bedient wurden und schob am zweiten Pfosten ein. Michel hatte das runde Leder quer gepasst, „nicht nach vorne“, so Dentz. „Das war gleiche Höhe, aber in dem Moment ist es für den Assistenten schwer zu sehen, weil es so schnell geht. Uns wurde dennoch ein reguläres Tor aberkannt.“

Germania engagiert

Halberstadt trat auch danach engagiert und motiviert auf, es fehlte allerdings einmal mehr an der vollen Durchschlagskraft. Als die Germanen nach vorne immer mehr riskierten und die Defensive so zwangsläufig vernachlässigten, gerieten sie mehrfach in Konter. Einer davon endete mit Rot gegen Hendrik Kuhnhold (83.). Wieder war Dentz nicht voll einer Meinung mit dem Unparteiischen-Gespann, das allerdings in diesem Augenblick nicht die spätere Zeitlupe bei der Videoanalyse zur Verfügung hatte. „Kuno ist nicht letzter Mann. Im Laufduell stellt er seinen Körper rein, der Gegenspieler fällt hin. Das ist Pech.“ Der Platzverweise war dann auch Auslöser für den weiteren Spielverlauf, der aus Halberstädter Sicht bescheiden war. Erst legte Tunay Deniz zum 2:0 nach (86.), Ömer Akyörük schraubte das Resultat in der Nachspielzeit sogar noch auf 3:0 hoch. Der VfB Germania war (wieder) unter Wert geschlagen.

Trainer zieht Fazit

Beim Trainer überwog der Stolz: „Gegen ein weiteres Spitzenteam haben wir das Spiel offen gestaltet, bis zur 86. Minute wurde es offen gehalten. Jedoch verfolgt uns das alles wie ein roter Faden. Wir schaffen es nicht, uns zu belohnen.“ Welche Gründe sieht er dafür ausschlaggebend, dass gerade in der Offensive zu viel ungenutzt bleibt? „Vielleicht ist es der Druck. Das Positive ist ja, die Chancen sind da. Letztlich wird die individuelle Qualität ein Grund sein, da fehlt uns etwas. Viele Stürmer in dieser Regionalliga brauchen zwei Chancen für einen Treffer. Unsere jungen Leute benötigen fünf Situationen. Es fehlt die Kaltschnäuzigkeit. So etwas entwickelt sich, wir geben unseren Spielern die Zeit dazu.“ Auch BAK-Trainer Ersan Parlatan zollte dem Gast Respekt: „Ich habe Halberstadt dreimal beobachtet und jedes Mal waren sie die bessere Mannschaft, daher wusste ich, dass es eine schwere Aufgabe wird.“

Statistik

Berliner AK: Bittner - Siemann, Koch, Kleihs, Ömer Akyörük, Mlynikowski, Tunay Deniz, Kauter, Elezi (46. Hofmann), Möllering (65. Özcan), Abu Bakarr Kargbo (83. Oschmann);

VfB Germania Halberstadt: Brinkmann - Kuhnhold, Messing (66. Korsch), Surek, Blume, Heynke, Boltze, Schmitt, Hofgärtner, Michel, Jäpel;

Torfolge: 1:0 Abu Bakarr Kargbo (7.), 2:0 Tunay Deniz (86.), 3:0 Ömer Akyörük (90.+2);

Rot: Hendrik Kuhnhold (83./VfB Germania);

Schiedsrichter: Lars Albert (Muldenhammer);

Zuschauer: 238.