Halberstadt l Freitagabend-Spiele haben meist einen besonderen Charakter. Sowohl für die Gäste aus dem Vorharz als auch für die Gastgeber nimmt diese Begegnung des 27. Spieltages eine besondere Rolle ein.

Die Germanen können ihre aktuell erfolgreiche Serie fortsetzen, seit drei Pflichtspielen sind sie ungeschlagen, überhaupt gab es in der zweiten Halbserie erst eine Niederlage für den VfB. Ein Auswärtssieg, es wäre schon der dritte in diesem Jahr, wäre ein Meilenstein in Sachen Klassenerhalt.

Licht am Ende des Tunnels

Völlig anders ticken die Uhren in Rathenow. Seit inzwischen 18 Spieltagen zieren die Optiker den letzten Platz, hatten zwischenzeitlich fast aussichtslos die „rote Laterne“ inne. Jedoch: Seit zwei Spieltagen deutet sich Licht am Ende des Tunnels an, Rathenow hat den Abstand zum Vorletzten auf drei Zähler verkürzt, der Anschluss ist gemacht. Die Siege gegen den VfB Auerbach und Rot-Weiß Erfurt ließen aufhorchen. Vor eigenem Publikum kann das Team von Trainer Ingo Kahlisch heute Abend also erstmals seit Monaten den 18. Tabellenplatz verlassen.

Diese Aufgabe hat es für den VfB Germania entsprechend in sich. Das Team um Kapitän Benjamin Boltze wird 90 Minuten lang extrem gefordert sein, der FSV will alles in die Waagschale werfen. Die bisher so gute Bilanz darf für die Halberstädter dabei nicht zählen. In den bisherigen neun Vergleichen hat Optik Rathenow nur einmal gesiegt, das war im ersten Duell überhaupt, Ende November 2012.

Es herrschen besondere Platzverhältnisse

Max Dentz will sein Team zuerst defensiv geordnet sehen. „Es wird zunächst wichtiger sein, kein Gegentor zu kassieren“, so der VfB-Coach. Er geht mit großem Respekt an die Aufgabe. „Die Tabelle lügt sicherlich nicht, da sind wir der Favorit, aber es herrschen besondere Platzverhältnisse – da sind wir dann kein Favorit. Wenn man die letzten Partien gesehen hat, wurde klar, dass Rathenow gewinnen kann. Warum sie bisher wenig Erfolg hatten, ist schwierig zu sagen, denn die Mannschaft ist gut besetzt. Ich erwarte ein komplettes Kampfspiel. Wenn meine Mannschaft die Tugenden verinnerlicht, sich als Team zerreißt, dann bestehen wir diese Aufgabe.“

Leichte Kopfschmerzen bereitet ihm das Fehlen seines „Herzstücks“. Hendrik Hofgärtner. Der Akteur mit den meisten Einsatzminuten, muss nach 26 Einsätzen am Stück erstmals pausieren. Nach der fünften gelben Karte ist der 23-Jährige gesperrt. Seine Aufgaben im defensiven Mittelfeld soll Alysson Vargas übernehmen. „Zuletzt hat das Team gezeigt, dass es mit Ausfällen von Leistungsträgern umgehen kann“, versprüht Dentz dennoch Optimismus.

Das Heimspiel gegen Viktoria Berlin wurde indes von Sonntag, 5. Mai, um einen Tag nach vorne verlegt. Anpfiff der Partie vom 32. Spieltag im Friedensstadion ist nun am 4. Mai um 13.30 Uhr.